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Alle Artikel kategorisiert unter »Astrid Kessler«

Keine Hilfe von der Enterprise – Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Mannheim

30.10.18 (Joachim Lange) -
Als Nigel Lowery vor vier Jahren in Halle zu den Händelfestspielen ästhetisch frech und politisch hintersinnig Händels „Arminio“ inszenierte, da baute er ein berühmtes Zitat aus den „Meistersingern“ ein. Den „Habt Acht!“ Appell des Schusterpoeten brachte er auf einem Zwischenvorhang gegen aktuelle Angriffe auf das finanzielle Fundament der Theaterlandschaft in Stellung. Weil davon beim Barockmeister aus Halle natürlich keine Silbe steht, löste das eine heftige Debatte im Publikum aus. Wer das auch als ein Versprechen des Briten auf subversive komplette „Meistersinger“ aus seiner Hand auffasste, der konnte jetzt vier Jahre später nach Mannheim pilgern, um es sich einlösen zu lassen.

Ein Flügel des Gesangs – Jona Kim inszeniert Schumanns „Genoveva“ in Mannheim

30.04.17 (Frieder Reininghaus) -
Im Wesentlichen lag der Text zu „Genoveva“ 1847 vor. Das Schaffen Robert Schumanns wurde beflügelt vom revolutionären Prozess der Jahre 1848/49, den er als „Völkerfrühling“ begrüßte und den seine Familie in Dresden hautnah mitbekam. Umso bemerkenswerter erscheint, dass der Komponist an diesem unter den Bedingungen der Restauration und des gegängelten Theaters begonnenen Werk festhielt und nicht eines aus dem „Geist der neuen Zeit“ schrieb. Zur Uraufführung kam die auf eine Heiligenlegende zurückgehende Oper erst nach dem kläglichen Ende der Revolution und nur zu bescheidenem Erfolg. Bis heute leiden die „Genoveva“-Produktionen am Anachronismus von Handlung und Text. Dem steht aber die einst in vielen Details innovative und fortdauern reichlich wunderhorntönende Musik gegenüber.

Mit dem Sprenggürtel inszeniert – Jacques Fromental Halévys „La Juive“ in Mannheim

12.01.16 (Frieder Reininghaus) -
Wurden nicht erst vor einigen Tagen in einem mit der Bundesrepublik gut befreundeten Land etliche Menschen einzig aus dem Grund hingerichtet, dass sie nicht der in ihrer Wohnregion mehrheitlich gepflegten Glaubensgemeinschaft angehörten? Das zentrale Problem der 1835 an der Opéra in Paris uraufgeführten „Jüdin“ ist unmittelbar aktuell.

Jeanne d’Arc und die Résistance: Eine Ahnung von Verdi am Theater Bielefeld

Sechs Opern hatte Verdi bereits komponiert, als im Februar 1845 in Mailand „Giovanna d’Arco“ uraufgeführt wurde – Verdis erste Schiller-Oper, der noch drei weitere folgen sollten. Auf den Opernspielplänen war dieses Werk in den letzten Jahrzehnten höchst selten einmal zu finden, in konzertanter Version wurde es jüngst bei den Salzburger Festspielen gefeiert. Nun versucht Regisseurin Sabine Hartmannshenn es im Theater Bielefeld szenisch wiederzubeleben.
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