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Alle Artikel kategorisiert unter »Loren Lang«

Maßlos, entfesselt und durchgeknallt – Tatjana Gürbaca inszeniert in Bremen „Don Giovanni“

23.10.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
An der Wucht und der vieldeutigen Rätselhaftigkeit des „dramma giocoso“ haben sich Generationen von Regisseuren die Zähne ausgebissen. Günther Rennert, einer der großen des vergangenen Jahrhunderts glaubte „nicht an die Möglichkeit, für diese Partitur auch nur eine annähernd szenische Entsprechung finden zu können“. Die „Oper aller Opern“ (E.T.A. Hoffmann 1813) ist ein „Gipfel, der nie wieder erreicht worden ist“ (Bertolt Brecht). Nun also Tatjana Gürbaca, preisgekrönte erfolgreiche Regisseurin, die unvergessliche Arbeiten am Theater Bremen hinterlassen hat – Eugen Onegin und Mazeppa von Peter Tschaikowsky, Grand Macabre von György Ligeti, Simplicius Simplicissimus von Karl Amadeus Hartmann.

Lulus Utopie – Marco Štorman inszeniert am Theater Bremen Alban Bergs „Lulu“

29.01.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der Regisseur Marco Štorman mag nicht, dass Alban Bergs „Lulu“ ein Opfer ist. Das ist zwar nicht neu, aber 2019, im Jahr „einer aufregenden Debatte über Geschlechterrollen und -Definitionen“ (Štorman) will er mit unglaublicher Energie und Folgerichtigkeit in der 1937 uraufgeführten Oper gar eine Utopie darin sehen, dass gegenseitiges Unverständnis doch überwunden werden kann – wie auch immer.

Tödliche Sehnsucht – Strawinskys „The Rake‘s Progress“ am Theater Bremen

29.05.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das Ende wird vorausgenommen: in der Inszenierung von Michael Talke am Theater Bremen fällt der (Anti-)Held Tom Rakewell in der Irrenanstalt tot um, erst dann rollt das Geschehen an, was dann mit derselben Szene endet. Diese Kreisbewegung charakterisiert bestens Talkes Annäherung an „The Rakes Progress“ von Igor Strawinsky, das 1951 in Venedig unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt wurde.

Anna-Sophie Mahler inszeniert Antonín Dvořáks lyrisches Märchen „Rusalka“ in Bremen

13.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Natürlich ist es längst üblich, den Weg der Nixe Rusalka aus der Wasser- in die Menschenwelt tiefenpsychologisch zu verstehen: Antonín Dvořáks 1901 uraufgeführte Oper, die tschechische Variante des Undinenthemas, erzählt von Rusalkas Sehnsucht, eine andere zu sein, ein Mensch zu werden, weil sie sich in den badenden Prinzen verliebt hat.

Nicht Carmen, Don José ist die Hauptfigur – Anna Sophie Mahler inszeniert Bizets „Carmen“ am Theater Bremen

24.03.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Jeder Regisseur, jede Regisseurin muss den Zuschauern anbieten, wer seiner/ihrer Meinung nach Carmen ist. Der Mythos Carmen, in der Vertonung von Georges Bizet die meistgespielte Oper der Welt, wurde Grundlage für Welten: die Welt der Männer, die nur zu gerne eine solche Frau betrachten, bzw. haben wollen, die Welt der feministischen Frauen, für die Carmen der Inbegriff autonomer Freiheit ist.

Das Trauma der Eva Pogner – Faszinierende Sicht auf Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Bremen

23.09.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Dieses Mal verschwindet keine Figur wie in den letzten drei Inszenierungen Benedikt von Peters, sondern es gibt eine dazu: Nicht ganz, denn Eva aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ ist als Rolle ja da. Aber die Rolle ist rein musikalisch klein, das arme Mädchen hat nichts zu sagen. Das nutzt Benedikt von Peter in seiner Inszenierung von Wagners ebenso klarem wie abgründigem Werk: Eva ist über fünf Stunden auf der vorderen, sehr kleinen Bühne anwesend und in ihrem Gesicht und ihrer Körperhaltung spiegelt sich das ganze für sie traumatische Geschehen.
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