Bühnenerfahrung vom ersten Semester an

HfM Saar und Saarländisches Staatstheater gründen Musiktheater-Akademie


(nmz) -
Die Gesangsstudiengänge der HfM Saar haben ihr Profil in den letzten Jahren geschärft und ihre Angebote erweitert. Mit der Gründung der Musiktheater-Akademie wird das Studium für Sängerinnen und Sänger nun noch attraktiver.

Die Hochschule für Musik Saar (HfM Saar) und das Saarländische Staatstheater (SST) sind nicht nur direkte Nachbarn in der Saarbrücker „Kulturmeile“ am Ufer der Saar, sondern arbeiten auch seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Jedes Jahr produzieren die beiden Institutionen gemeinsam eine Oper, bei der sowohl junge Bachelor-Studierende als auch gestandene Master- und Konzertexamens-studierende auf der Bühne stehen. So kamen in den letzten Jahren Janaceks „Das schlaue Füchslein“, R. Keysers Barockoper „Croesus“, Turnages „Coraline“, Korngolds Operette „Die stumme Serenade“ und in diesem Jahr Benjamin Brittens komische Oper „Albert Herring“ zur Aufführung.

Premiere der Musiktheater-Akademie mit „Albert Herring“ im April 2022

Die Rollen waren – wie meist – doppelt besetzt, und so konnten an den „Albert Herring“-Aufführungen im April insgesamt 23 Solist*innen mitwirken. Die gesamten Semesterferien über wurde gearbeitet – auch die Gesangsprofessor*innen Ruth Ziesak, Yaron Windmüller und Frank Wörner sowie Dozentin Anne Kathrin Fetik waren vor Ort – und so konnte aller Coronawidrigkeiten zum Trotz ein großer Erfolg gefeiert werden.

Wie gewohnt, wurden die Aufgaben auf die beiden Häuser verteilt: Regie führte SST-Regisseurin Katharina Molitor, die mit ihrem jungen Team eine spannende Szenerie auf die Bühne stellte und die einzelnen Charaktere gekonnt herausarbeitete. Bühne und Ausstattung wurden in den Werkstätten des SST produziert, der technische Part war ebenfalls Sache des SST. Im Gegenzug steuerte die HfM Saar bestens vorbereitete Sänger*innen und ein formidables Kammerensemble bei. Die musikalische Leitung lag in Händen des noch studierenden Dirigenten Christian Schüller, der bereits viele Erfahrungen im Opernbereich gesammelt hat, wobei er eng mit seinem Lehrer, Prof. Manuel Nawri, zusammenarbeitet und auch von Prof. Hans-Jörg Neuner unterstützt wurde, der für die Einstudierung von „Albert Herring“ verantwortlich war.

Optimale Vorbereitung auf künstlerische oder pädagogische Tätigkeit

Die Institutionalisierung der Zusammenarbeit durch die Gründung der gemeinsamen Musiktheater-Akademie im März 2022 war sowohl dem Saarländischen Staatstheater als auch der Hochschule für Musik Saar ein wichtiges Anliegen. „Das Besondere an unserer gemeinsamen Musiktheater-Akademie ist, dass die jungen Gesangstalente in Anbindung an das Saarländische Staatstheater ausgebildet und gleichzeitig gefördert werden“, erklärt SST-Generalintendant Bodo Busse. „Eine praxisnahe und zugleich akademische Ausbildung ist das Ziel, um bereits während des Studiums an der HfM Saar erste Bühnenerfahrungen am SST zu sammeln.“

„Bei der Weiterentwicklung ihrer Lehrangebote ist es der HfM Saar ein zentrales Anliegen, die Studierenden optimal auf ihre spätere künstlerische oder auch pädagogische Tätigkeit vorzubereiten“, sagt der Rektor der HfM Saar, Prof. Jörg Nonnweiler. „Dabei sind Praxiserfahrungen, wie sie die Kooperation mit dem SST im Bereich Oper und Musiktheater bietet, außerordentlich wertvoll.“
Neben den gemeinsamen Produktionen haben die Studierenden die Chance, sich bei Vorsingen am Theater kleinere und mittlere Partien zu sichern und im Falle einer Besetzung auch bezahlt zu werden. In der kommenden Spielzeit sind sieben Partien für Aufführungen im Großen Haus des SST zu vergeben – in der „Fledermaus“, in Glucks „Orpheus“, Verdis „Macht des Schicksals“ und Donizettis „Don Pasquale“.  

Vielfältige Praxiserfahrungen – auch im Bereich Oratorium

Auch über die Musiktheater-Akademie hinaus sorgt die Hochschule für Musik Saar kontinuierlich für Verbesserungen in Studium und Lehre. So wurde zuletzt Prof. Beate Baron auf die Opernregieprofessur berufen und ein neuer Master-Studiengang für Liedgestaltung unter der Leitung von Prof. Matthias Wierig eingerichtet. Die praxisnahe Ausbildung zeigt sich auch darin, dass dem oratorischen Bereich große Beachtung geschenkt wird. Bachs Passionen, das Weihnachtsoratorium oder – wie im kommenden Wintersemester – Händels Messias stehen auf dem Programm. Unter der Leitung des international vielbeachteten Prof. Georg Grün bietet sich dabei für Dirigierstudierenden die Chance, mit dem Hochschulchor zu proben und im Unterricht die Arien mit den jungen Solist*innen zu erarbeiten. Auch hier gibt es in der Regel zwei Aufführungen, sodass zahlreiche Studierende die Chance erhalten, Praxiserfahrungen zu sammeln.

Summer School, Meisterkurse und Workshops zur Vertiefung

Der Ensemblegesang wird an der HfM Saar in einer regelmäßig stattfindenden Summer School für Chorgesang sowie in Projekten mit kleineren Vokalensembles gefördert. Durch diese breitgefächerten Angebote ist gewährleistet, dass sich jeder sein individuelles Profil erarbeiten kann. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestimmten Epochen und Stilistiken ermöglicht die Hochschule für Musik Saar auch durch die Veranstaltung von Meisterkursen. So ging zuletzt der Belcanto-Spezialist Peter Berne in einem fünftägigen Workshop mit Impulsvorträgen und Einzelunterricht intensiv auf die Besonderheiten dieses Repertoires ein. Zu den als Meisterkursdozent*innen geladenen Gästen gehörten in der Vergangenheit auch so namhafte Professor*innen wie Christiane Iven, Reginaldo Pinheiro oder Friedemann Röhlig. Auf großes Interesse stießen auch die Kurse von Prof. Sascha Wienhausen als ausgewiesenem Spezialist für Pop- und Musicalgesang sowie Christie Finns inspirierender Input zur zeitgenössischen Vokalmusik.

Weitere Infos unter www.hfmsaar.de

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