Eigentlich waren wir spät dran

Die Liveinitiative NRW vertritt Spielstätten auf Landesebene


(nmz) -
Für mich war es ein Erweckungserlebnis, als wir vom Dehoga zur Livekomm gewechselt sind. Auf einmal erhielten wir Informationen, die für uns Clubs wichtig waren.
Ein Artikel von Lars Templin

Vorher standen wir im Niemandsland zwischen institutionellen Kultur­einrichtungen und Gastronomie. Das Konzept eines Branchenverbands ist zuerst in den Metropolen entstanden, zum Beispiel gibt es die Klubkomm in Köln schon seit 2009.

Dann kam in Hamburg mit der Livekomm die Gründung eines Bundesverbandes hinzu. In kürzester Zeit wurden das Erfolgsmodelle für die Vertretung von Live-Spielstätten, zum Beispiel zuletzt im Bundestag für die Anerkennung als Kultureinrichtungen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland fehlte bislang ein landesweiter Verband für die Spielstätten. Diese Lücke wurde 2019 mit der Gründung der Liveinitiative NRW „Lina“ geschlossen.

In der Lina sind mittlerweile 130 Mitglieder organisiert, große und kleine, arme und reiche, privat und gemeinnützig organisierte Spielstätten. Was uns eint, ist die Musik und die Idee, dass wir Künstlern eine Bühne bieten. Die Klubkomm und die LAG soziokultureller Zentren sind ebenfalls Mitglieder, der Landesmusikrat NRW steht uns zur Seite. Wir können da auf einen gro­ßen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die arbeitsintensive und uneigennützige Unterstützung dieser Verbände hat mich erstaunt und begeistert.

Das Wichtigste an der Arbeit der Lina ist für mich die Vertretung gegenüber der Politik. Es gibt auch konkrete Vorteile, Mitglied zu sein, zum Beispiel die Beratung in clubspezifischen Fragen, die populärsten Themen sind wohl GEMA, Fördermittel, Nachbarschaftsproblematik und Bedrohung des Bestands. In der Corona-Krise hat es auch sehr geholfen, nicht alleine dazustehen.

Unsere Stimme hat umso mehr Gewicht, je mehr Mitglieder wir vertreten. 130 Mitglieder sind zwar schon ganz gut, 230 sind aber besser. Gemeinsam geht‘s besser als allein. Die Erkenntnis hat 10 Jahre gebraucht, um die 80 Kilometer von Köln nach Aachen zurückzulegen. Jetzt aber schnell!

Lars Templin arbeitet seit 2008 als Geschäftsführer für den Musikbunker Aachen und ist Vorstandsmitglied der Liveinitiative NRW. Mehr zur Lina: www.liveinitiative.nrw

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