Fein gesungene Lieder

Zum Tod des Stimmbildners Kurt Hofbauer


(nmz) -
Der Begriff „Nachruf“ bekommt eine besondere Bedeutung. Kurt Hofbauer starb am 10. September 2019 im Alter von 90 Jahren in Wien. Er hat als Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien dutzende Stimmen seiner Gesangsstudenten intensiv geprägt, als Dozent für Stimmbildung und insbesondere für chorische Stimmbildung europaweit Gesangspädagogen und Chorleiter gebildet und indirekt über diese tausende Stimmen der jeweiligen Chöre oder Klassen beeinflusst.
Ein Artikel von Robert Göstl

Ein unglaublich feiner Mensch, ein Pädagoge durch und durch, überzeugt und überzeugend, immer auf der Suche nach einem lebendigen und zutiefst menschlichen Klang – Kurt Hofbauer war ein großer, europaweit gefragter Stimmbildner, weil er in seiner intentionalen Stimmbildung den ganzen Menschen zum Klingen bringen wollte. Die Person, gerade auch die kleine Person des Kindes wollte er zum Klingen bringen, ganz und unverfälscht – „personare“ könnte man sein Motto in einem Begriff zusammenfassen. Sein Buch „Chorische Stimmbildung“ haben tausende Chorleiter im Schrank oder besser, weil oft benutzt, auf dem Schreibtisch liegen. Es kommt in seiner bescheidenen Aufmachung mit doch so viel Inhalt der Person des Autors wunderbar nahe. Und all die von ihm geformten Stimmen rufen ihm nun traurig aber zutiefst dankbar nach: Danke für so viele Momente der Inspiration, für so viele bezaubernde und verzaubernde Klänge, für so viele kleine, fein gesungene Lieder und für so viel große Musik!

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