Jugendorchester trifft Philharmonie – langjährige Patenschaft wurde ausgezeichnet


(nmz) -

Mit einem gemeinsamen Konzert unter dem Titel „Alles Zauber, oder was?“ wurde in Jena eine tutti pro-Orchesterpatenschaft beurkundet. Die Zusammenarbeit von Jugendorchester und Profiorchester, wie sie von JMD und DOV initiiert wird, lebt von der Idee, gemeinsam neue musikalische Erfahrungen zu suchen. Das Jugendorchester der Musik- und Kunstschule Jena war für seine besonders innovative Arbeit 2007 bereits mit dem von der JMD vergebenen Deutschen Jugendorchesterpreis ausgezeichnet worden. Die Jugendlichen engagieren sich nicht nur mit ihrem Instrument. Einige Orchestermitglieder hatten in der Musikakademie Schloss Weikersheim das Seminar „Mitwirkung im Jugendorchester“ besucht. Mittlerweile sind die Teilnehmer dieses Kurses zu einem festen Team zusammengewachsen, das sich aktiv in die Verbandspolitik der Jeunesses einbringt. Für das Jenaer tutti pro-Konzert übernahmen die Jugendlichen eigenverantwortlich Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit. Hier ist der Bericht der engagierten jungen Orchester-Manager.


Begeisterung im großen Saal des Volkshauses in Jena: Im Februar 2008 kam es zu einem Konzerterlebnis der ganz besonderen Art. Bereits zum vierten Mal in Folge musizierten wir, die Mitglieder des Jugendorchesters der Musik- und Kunstschule Jena, gemeinsam mit den Profimusikern der Jenaer Philharmonie. In einem Familienkonzert und einem Schülerkonzert präsentierten wir dem Publikum spannende Ausschnitte aus der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Stücke wurden komplett von uns mitgespielt. Auch die Sänger waren Musikschüler. Durch das Programm führten Toni Rack und unsere Konzertmeisterin Julia Sinnhöfer. Beide sind Mitglieder des Jugendorchesters der Musik- und Kunstschule Jena. Die gemeinsame Moderation war sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ansprechend gestaltet und ergänzte die Handlung zwischen den erklungenen Ausschnitten. Sie entstand während eines Workshops zum Thema „Konzertdramaturgie/Konzertmoderation“, den wir als Förderpreis zum Deutschen Jugendorchesterwettbewerb 2007 der Jeunesses Musicales Deutschland gewonnen haben.

Für uns war dieses Projekt sehr reich an Erfahrungen. Es ist außerordentlich spannend, einmal einen Einblick in den professionellen Orchesterbetrieb zu bekommen. Die Musiker der Philharmonie waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen, Berührungsängste gab es am Ende kaum noch. Der Dirigent der Philharmonie, Generalmusikdirektor Nicholas Milton, sorgte stets für gute Laune, auch dann, wenn er intensiv mit uns arbeitete. „Ich mache keinen wirklichen Unterschied zwischen der Arbeit mit dieser Besetzung und der mit einem Profi-Orchester“, meinte er. Milton war begeistert von der guten Vorbereitung durch unseren Dirigenten Martin Lentz. Bereits seit Anfang des Schuljahres hatten wir an den ausgewählten Stücken geprobt. So wurden beide Konzerte zu einem vollen Erfolg. Für das Familienkonzert mussten auf Grund der großen Nachfrage sogar zusätzliche Stehplatzkarten verkauft werden! Beim Schülerkonzert waren alle Mitwirkenden überrascht, wie aufmerksam die Schüler das Konzert verfolgten. Ein Musiker der Philharmonie äußerte hinterher: „So ruhig war es bei Schulkonzerten noch nie – alleine hätten wir das nicht geschafft.“

Im Rahmen des Konzertes wurde die offizielle „tutti-pro“-Patenschaft beider Orchester bekannt gegeben. In einem kurzen Festakt übergaben Dr. Ulrich Wüster, Generalsekretär der Jeunesses Musicales Deutschland, und Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung die offiziellen Patenschafts-Urkunden Welch Freude in unseren Reihen! Nun können wir auf viele weitere spannende Projekte mit den Profimusikern hoffen. Denn das Zauberflötenprojekt hat uns alle hoch motiviert, die Patenschaft weiter auszubauen. Auch die Musiker der Jenaer Philharmonie haben großes Gefallen an dem Projekt gefunden. Dazu Gunter Siebert, Solo-Oboist der Jenaer Philharmonie: „Aus Sicht eines Orchestermusikers der Jenaer Philharmonie kann ich sagen, dass mit großem Engagement, Ehrgeiz und Freude an der Musik gearbeitet wurde. In den gemeinsamen Proben mit beiden Orchestern hat sich dieser Eindruck noch verstärkt. Es wurde sehr professionell und auf gleicher Augenhöhe musiziert. Phasenweise sah ich mich selbst in meine Zeit an der Musikschule zurückversetzt in dem Bedauern, dass es damals diese Möglichkeit der Orchester-Patenschaften leider nicht gab.“ Das Zauberflötenprojekt hat auf jeden Fall alle begeistert – uns und die Philharmoniker. Wir freuen uns riesig auf kommende Projekte mit unserem Patenorchester …!

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