Kaugummi-Blues und chinesische Drachen

Dreizehn kleine Kompositionen für Ensembles: leicht, aber oho…


(nmz) -

Elisabeth Lotterstätter, Martina Schneider: Gimme Five, Doblinger 75017

Ein Artikel von Marion Mirwald

Eine in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Spielliteratur haben Martina Schneider und Elisabeth Lotterstätter mit diesen 13 kleinen Kompositionen vorgelegt. Originelle Ensemblestücke für die seltene Besetzung von Blockflöte, Violine, Gitarre, Klavier und Cello sollen ein Zusammenspiel für Kinder im frühen Unterrichtsstadium ermöglichen. Der Einsatz von Clustern, Body Percussion, Percussion auf den Resonanzkörpern der Instrumente sowie die Verwendung von Sprachelementen machen die Stücke besonders reizvoll. Der Zusammenhang zwischen Stücktitel und Komposition ist für die Spieler gut nachvollziehbar und besonders treffend bei den Titeln „Kaugummi-Blues“ und „Der chinesische Drachen“ verwirklicht. Die rhythmischen Raffinessen (Taktwechsel, Synkopen, „2 gegen 3“) lassen die angebliche Eignung für Instrumentalanfänger trotz einfachem melodischen Materials allerdings fraglich erscheinen. Auch die von den Komponistinnen propagierte, flexible Besetzung von fünf, vier, drei oder zwei Instrumenten „ohne Leerläufe“, ist eben doch bei unvollständiger Besetzung mit klanglichen Einbußen verbunden und keine wirkliche Stärke der Spielstücke.
Insgesamt sind die Werke aber für Kinder sehr ansprechend und abwechslungsreich zu spielen. Innerhalb improvisatorischer Kompositionselemente sind der Phantasie der Kinder keine Grenzen gesetzt. Fazit: Eine Unterrichtsliteratur für den fortgeschrittenen Anfänger beziehungsweise beginnenden Fortgeschrittenen, die Spaß macht und gut klingt.

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