Keine Lust auf brotlose Kunst ?

Musikstudium im „künstlerisch-pädagogischen Profil“ mit guten Berufsaussichten


(nmz) -
An der Hochschule für Musik Saar ist ein Studium im „künstlerisch-pädagogischen Profil“ mit allen künstlerischen Hauptfächern, die die Hochschule anbietet, möglich. Die Regelstudienzeit für den Bachelor liegt bei acht Semestern.

Die meisten, die sich um einen Studienplatz an einer Musikhochschule bewerben, träumen davon, später als Orchestermusiker*in, Solist*in oder Opernsänger*in Karriere zu machen und entscheiden sich deshalb für ein Studium im „künstlerischen Profil“. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke, die sich durch das Missverhältnis zwischen einer Vielzahl exzellenter Musiker*innen und einem begrenzten Stellenangebot von Orches­tern, Opernhäusern und Theatern auftut. Selbst herausragende Leistungen als Instrumentalist*in oder Sänger*in sind angesichts des internationalen Konkurrenzdrucks heute kein Garant mehr für eine finanziell auskömmliche und sichere Stelle. So finden sich viele Studienabsolvent*innen schließlich unfreiwillig in der Selbständigkeit als Solokünstler*in wieder.
„Dieser Realität sollten sich junge Menschen bewusst sein, wenn sie sich an einer Musikhochschule einschreiben, und sich nicht vorschnell auf ein rein künstlerisches Studium festlegen“, rät Prof. Jörg Nonnweiler, Rektor der Hochschule für Musik Saar. Ein Studium im künstlerisch-pädagogischen Profil sei sowohl hinsichtlich der Studieninhalte als auch der späteren Berufschancen eine attraktive Alternative.

Nicht weniger, sondern mehr Talent ist gefragt!

„Allerdings setzt ein Studium im künstlerisch-pädagogischen Profil nicht nur künstlerische Fähigkeiten voraus, sondern auch ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Empathie“, betont Nonnweiler. „Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass eine Tätigkeit als Instrumental- oder Gesangslehrer*in – beispielsweise an einer Musikschule – weniger anspruchsvoll sei als das Mitwirken in einem Orchester oder Opernchor. Das Gegenteil ist der Fall, denn ein guter Lehrer / eine gute Lehrerin ist Künstler*in und Pädagog*in in Personalunion und übernimmt bei der Ausbildung des musikalischen Nachwuchses eine große Verantwortung.“

Wer ist für das Studium geeignet?

„Wer Musik unterrichten möchte, sollte sowohl den Umgang mit Menschen als auch die Musik selbst lieben, sollte sich gerne auf Menschen unterschiedlichen Alters, vom Vorschulkind bis hin zu älteren Menschen, einstellen und Freude am Kontakt mit ihnen haben“, sagt Prof. Dr. Michael Dartsch, Professor für Musikpädagogik und Prodekan für die künstlerisch-pädagogischen Studiengänge an der Hochschule für Musik Saar. „Ist diese Voraussetzung erfüllt, dann stellt die Tätigkeit an einer Musikschule oder im freien Bereich eine rundum erfüllende Tätigkeit dar.“

Studienziele und -inhalte

Hinter der Bezeichnung „künstlerisch-pädagogisches Profil“ verbirgt sich ein Studium, das darauf abzielt, die Studierenden für eine musikpädagogische Arbeit im außerschulischen Bereich zu qualifizieren, etwa an einer Musikschule oder als selbstständige*r Instrumentallehrer*in. Schwerpunkt der späteren Tätigkeit ist der Unterricht auf dem eigenen Hauptfachinstrument beziehungsweise in Gesang.

Das Studium im künstlerisch-pädagogischen Profil beinhaltet zwei Schwerpunkte: Zum einen stellt die künstlerische Weiterentwicklung ein Zentrum des Studiums dar. Dies verbindet das künstlerisch-pädagogische Profil mit einem Studium im künstlerischen Profil. „Wer das Musizieren auf einem Instrument unterrichten möchte, sollte sich selbst so intensiv wie möglich mit diesem auseinandersetzen. Das Konzertieren auf dem eigenen Instrument wird auch für Menschen, die ihr Instrument unterrichten, ein Bedürfnis bleiben. Oft stellt es eine wichtige Facette in der späteren Berufstätigkeit dar“, weiß Prof. Dr. Michael Dartsch.

Zum anderen spielen im künstlerisch-pädagogischen Profil die pädagogischen Fächer eine wichtige Rolle. Diese reichen von Musikpädagogik und Erziehungswissenschaft über Wahlbereiche, welche eine praktische und theoretische Profilierung erlauben, bis hin zur Fachdidaktik des Hauptfachinstruments, die gewissermaßen einen Kern des Studiums ausmacht. „Zwar hört man noch immer vereinzelt die Ansicht, wer sein Instrument spielen könne, der könne es auch unterrichten. Dabei wird jedoch verkannt, welch herausfordernde Aufgabe es darstellt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene einzeln und in Gruppen an das Musizieren heranzuführen“, so Dartsch. „Dementsprechend haben sich die Fachdidaktiken längst zu veritablen wissenschaftlich-pädagogischen Disziplinen entwickelt. Hier also wird zu einem gewichtigen Teil das nötige Fachwissen für eine spätere erfolgreiche Unterrichtstätigkeit erworben.“

Musikpädagogische Seminare stellen das Unterrichten in einen größeren Kontext und regen zur Reflexion über Kunst, Bildung und Gesellschaft an. Durch das Feedback, das Studierende in praktischen Lehrversuchen erhalten, wird zudem ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.

Studiengänge clever kombinieren – für bessere Karrierechancen

Um ihren Studierenden Mehrfachqualifikationen zu erleichtern, hat die Hochschule für Musik Saar ihre Studiengänge „durchlässig“ konzipiert. So lassen sich das künstlerische und das künstlerisch-pädagogische Profil als Studiengänge effizient miteinander kombinieren.

„An der HfM Saar ist ein Doppelstudium unkompliziert möglich“, so Rektor Prof. Jörg Nonnweiler. „Viele künstlerische, musikwissenschaftliche und musiktheoretische Module sind in beiden Studiengängen identisch und brauchen daher nur einmal belegt zu werden.“ Prof. Dr. Michael Dartsch ist überzeugt: „Die Doppelbelegung garantiert ein abwechslungsreiches Studium und bildet damit eine breite Basis für ein auskömmliches Leben als professionelle*r Musiker*in.“

Saarländische Musikschulen suchen händeringend Personal

Musikschullehrkräfte, das zeigt ein Blick in die Statistiken des Verbands deutscher Musikschulen (VdM), werden in Zukunft allerorten gesucht. Nach Auskunft des VdM Landesverbandes Saar werden bis 2030 rund 130 der aktuell zirka 330 Lehrerkräfte, die an VdM-Musikschulen im Saarland tätig sind, im Rentenalter sein. Entsprechend gut ist für entsprechend qualifizierte Musikhochschulabsolvent*innen die Aussicht auf eine Stelle. Ein tariflich entlohntes Beschäftigungsverhältnis im öffentlichen Dienst jedoch ist damit nicht garantiert. Denn etliche Kommunen setzen stattdessen auf Honorarverträge – ein Umstand, den der VdM seit Jahren kritisiert, inzwischen offenbar zum Teil mit Erfolg.

So berichtet der Verband in seinem 2021 veröffentlichten Statistischen Jahrbuch der Musikschulen in Deutschland über die „sich abzeichnende Entwicklung, dass der Anteil der Honorarverträge zugunsten von Anstellungsverhältnissen sinkt“. Nichtsdestotrotz fordert der VdM die Träger seiner Mitgliedschulen auch weiterhin dazu auf, „den Anteil angestellter Lehrkräfte kontinuierlich zu erhöhen, um die im Positionspapier der Kommunalen Spitzenverbände geforderte Qualität der öffentlichen Musikschulen zu gewährleisten.“

Das künstlerisch-pädagogische Profil (Bachelor of Music) an der HfM Saar
Regelstudienzeit: 8 Semester
Mögliche Hauptfächer: Gesang, Klavier, Orgel, Cembalo, Gitarre, Mandoline, Blockflöte, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Trompete, Horn, Posaune, Tuba, Schlaginstrumente, Saxophon, Jazztrompete, Jazzposaune, Jazzgitarre, Jazzklavier, Jazzkontrabass / E-Bass, Jazzschlagzeug / Drumset und Jazzgesang. Andere Hauptfächer sind auf Anfrage möglich.
Gesonderte künstlerisch-pädagogische Studiengänge werden für die Hauptfächer Elementare Musikpädagogik, Musiktheorie und Kirchenmusik angeboten.
Zulassungsvoraussetzungen: Abitur und bestandene Eignungsprüfung oder
mittlerer Bildungsabschluss und die Note „sehr gut“ im Hauptfach in der Eignungsprüfung

Anmeldung für die Eignungsprüfung zum Wintersemester 2023/24: bis 28. Februar 2023

Weitere Informationen unter www.hfmsaar.de

Studienberatung per Zoom am 11. Januar 2023
Wer sich für ein Studium im künstlerisch-pädagogischen Profil oder ein Doppelstudium an der Hochschule für Musik Saar interessiert, ist am Mittwoch, 11. Januar 2023, 16 Uhr, herzlich zu einer Online-Beratung per Zoom eingeladen.
Antworten auf Ihre Fragen geben Rektor Prof. Jörg Nonnweiler, Dekanin Prof. Ulrike Tiedemann und Prodekan Prof. Dr. Michael Dartsch.
Anmeldefrist: 8. Januar 2023
Anmeldung bis spätestens Montag, 8. Januar, per E-Mail an: a.raetzer@hfm.saarland.de.
Der Link zum Zoom-Meeting wird allen angemeldeten Teilnehmer*innen am 10. Januar zugesandt.  

Virtueller Rundgang durch die HfM Saar
Wer die Hochschule für Musik Saar, ihre Räumlichkeiten und Aktivitäten vorab kennenlernen möchte, findet unter www.hfmsaar.de neben weiterführenden Informationen auch einen „Virtuellen Rundgang“. Per Computertastatur kann man die Hochschule „durchwandern“ und sich an einigen Stationen Videos von Unterrichtssituationen, Workshops und anderen Veranstaltungen anschauen.
Direktlink zum Virtuellen Rundgang

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