„Mein blaues Klavier“

Konzertabend mit Musik jüdischer Komponistinnen und Komponisten von der Romantik bis zur Moderne


(nmz) -
Ein deutsch-jüdisches Festjahr wird 2021 begangen: Seit 1.700 Jahren leben Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Dieses Ereignis findet unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins statt.
Ein Artikel von Martina Scharstein

Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme …

Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Jüdisches Leben ist auf der ganzen Welt vielfältig – so auch in Deutschland.

Heute leben wieder geschätzt 150.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland. Dies ist nur dank der Zuwanderung aus den Republiken der ehemaligen Sow­jetunion seit den neunziger Jahren, zehntausenden Israelis, die nach Berlin kamen sowie Jüdinnen und Juden möglich, die nach 1945 bereit waren, trotz der Shoah wieder in Deutschland Fuß zu fassen: Sie alle prägen heute das Bild des deutschen Judentums und sind gleichzeitig Teil der Gesellschaft.

Der Deutsche Tonkünstlerverband (DTKV e.V.) Mecklenburg-Vorpommern trug mit einem Konzertabend am Samstag, den 25. September 2021 in der Ausführung durch professionelle Musikerinnen und Musiker dazu bei, selten gespielte Werke jüdischer Komponistinnen und Komponisten bekannter zu machen sowie die Werke in ihrem teilweise religiösen Gehalt zu erklären. Die Herkunft und Lebensgeschichten der Komponist*innen spiegeln die schmerzliche deutsch-jüdische Vergangenheit wider; die zeitgenössischen israelischen Kompositionen erklären die heutige jüdische Kultur und verweisen auf ein freundschaftliches Miteinander.

Es erklangen Werke von Hans Gál, Paul Ben-Haim, Dick Kattenburg, Hagar Kadima, Daniel S. Katz, Haim Alexander und Tsippi Fleischer.

Der renommierte Musikredakteur Gerhard R. Koch (FAZ) vermittelte Hintergrundinformationen und führte durch einen höchst ungewöhnlichen Abend.

Das Konzert fand im wunderschönen Konzertsaal der Perzina Piano Fabrik in Schwerin statt. Ein echtes Schweri­ner Schmuckstück wurde dabei ge­spielt: ein original erhaltener Flügel aus der ehemaligen herzoglichen Pianofabrik der Gebrüder Perzina, welcher von der Schweriner Klavierbaufirma Matthias Kunze liebevoll restauriert  und exklusiv für dieses Konzert zur Verfügung gestellt wurde.

Die Interpretinnen und Interpreten des bejubelten Abends waren Anke Schmidt-Weißer, Sopran- und Altblockflöte; Matthias Ellinger, Violine; Yuko Ellinger-Mine am Perzina-Flügel sowie das Ensemble „belcanto“ Dietburg Spohr als Gast (die Vorsitzende des DTKV Mecklenburg-Vorpommern ist Mitglied des international konzertierenden Vokalensembles).

 

 

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