Personalia: neue Professoren


(nmz) -
Dr. Thomas Busch +++ Stefan Lothwesen +++ Saar Berger +++ Boris Kucharsky

Dr. Thomas Busch wurde 1977 in Berlin geboren und ist seit 2020 Professor für Musikpädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Er studierte Lehramt für Musik an der Universität der Künste Berlin und arbeitete nach dem Referendariat an einer Berliner Gesamtschule. Nach der Promotion bei Andreas Lehmann-Wermser an der Universität zu Bremen wirkte er in der Musikpädagogischen Forschung etwa im BMBF-Forschungsprogramm zu „Jedem Kind ein Instrument“. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. die gerechte Teilhabe an Musik, Selbst und Identität in der Musikpädagogik sowie Musikpädagogik und sozialer Raum. Im Bereich der Lehre engagierte er sich zuletzt in der Jazzvermittlung und im Feld der Forschungsmethoden. Thomas Busch leitete eine private Musikschule für populäre Chormusik und u.a. Vocability, den Pop- und Jazzchor der Universität Bielefeld. Ab 2017 vertrat er die Professur für Musikunterricht in Grundschulen und der Sekundarstufe 1 an der Universität Köln.

Dr. Kai Stefan Lothwesen interessieren die verborgenen sozialen und psychologischen Prozesse und Voraussetzungen, aus denen die vielfältigen Beziehungen von Menschen und Musik hervorgehen.
Dieses Interesse mündet in Fragen nach den Grundlagen und Erscheinungen musikalisch kreativer Handlungen, wie z.B. in Jazzimprovisation oder beim Lernen, sowie nach den emotionalen Qualitäten von Musik zur Stimmungsregulation und nach den Motivationen nicht-professionellen Musikmachens. Das Vorgehen dazu ist notwendigerweise empirisch, um die Einstellungen, Eindrücke und das Verhalten von Menschen in Bezug auf Musik zu beleuchten. Die nun durch Kai Lothwesen an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen vertretene Systematische Musikwissenschaft nimmt die Bedingungen der Wahrnehmung, Produktion und Wirkungen von Musik in den Blick und ergänzt damit die wissenschaftliche Forschung an der Hochschule um eine rezeptionsorientierte und gegenwartsbezogene Facette.

Der Hornist Saar Berger, geb. 1980, ist seit 2007 Mitglied des international besetzten Ensemble Modern in Frankfurt. Er studierte an der Rubin-Musikakademie in Tel Aviv, bevor er dem israelischen Opern-Symphonieorchester beitrat. Dank Stipendien und Auszeichnungen vom Zvi und Ofra Meitar Family Fonds und der Amerika-Israel Kulturstiftung schloss er sein Studium in Berlin bei Marie-Luise Neunecker und in Frankfurt bei Erich Penzel und Esa Tapani ab, bevor er Solo-Hornist des Ensemble Modern wurde. Berger kooperiert eng mit vielen jungen und international etablierten Komponisten und konnte die bereits umfassende Horn-Literatur bereichern, indem er als Solist viele Weltpremieren von Konzerten und Solostücken aufführte. Seit 2017 gehört er zum Lehrerteam der Luzerner Festival-Akademie. Er lehrt an der Ensemble Modern Akademie und wird regelmäßig zu Meisterkursen und Konzerten in der ganzen Welt eingeladen. Seit 2019 ist er Professor für Horn an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.

Der Geiger Boris Kucharsky, 1971 in Dortmund geboren, ist von russischer, slowakischer, deutscher und jüdischer Abstammung. Er wurde 1984 in die Menuhin-Schule bei London als Schüler von Margaret Norris aufgenommen und von Menuhin persönlich  betreut. Weitere Studien führten Kucharsky nach Köln zu Igor Ozim sowie zu Erick Friedmann an die Universität von Yale. Sein umfangreiches Repertoire erstreckt sich vom Barock bis zur Gegenwart. Seine Aufnahme von Eugen Suchons Violinkonzert „Fantasia und Burleske“, das ihm auch gewidmet wurde, wurde vom Slowakischen Rundfunk zur „besten klassischen Einspielung des Jahres 1999“ gewählt. 2008–2013 war Kucharsky Professor an der Montclair State University und 2012–2013 an der Rutgers University, beide in New Jersey, USA. Im September 2013 wurde er nach London an die Yehudi Menuhin School und Guildhall School for Music and Drama berufen. Seit 2019 lehrt Boris Kucharsky an der Musikhochschule in Trossingen.

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