Rückblende 2011/05


(nmz) -
Deutscher Musikrat vor 100 Jahren – Vor 50 Jahren spielt Daniel Barenboim Beethoven
Ein Artikel von nmz (N.N.)

Vor 100 Jahren

Der V. Musikpädagogische Kongress resümiert: Das Standesinteresse ist ja heutzutage ein allgemein behandeltes Thema, denn in einem Lande wie Deutschland, wo durch den wachsenden Reichtum und die dadurch rapide aufstrebende Kultur ein jeder in den neuen Verhältnissen seine soziale Stellung nehmen will, verlangt man mit Recht nach möglicher Nebenei­nanderstellung der Berufsarten. Und der Musiker hat noch lange nicht sein Recht bekommen. Er hat auch sehr lange nicht begriffen, dass er sich seine sozi­ale Stellung erringen, dass er sie beanspruchen müsse und dass sie ihm kein Mensch freiwillig einräumen würde. Schlechter, geschmackverbildender Unterricht sei ein Betrug, der mit Strafen gesühnt werden sollte. Der musikpädagogische Verband müsse mit wirklich gründlich erzogenen Lehrern zur Hand sein. Beachtung verdienen die Vorschläge eines „Deutschen Musikrates“, der aus Künstlern, Gelehrten und Lehrenden zusammengesetzt sein sollte und der Regierung mit sachverständigem Rat zur Seite steht

Neue Musik-Zeitung 32.1911, Heft 15, S. 318

Vor 50 Jahren

Tel Aviv, Konzerte der Jeunesses Musicales: Der junge Pianist Daniel Barenboim spielte nach seinen großen Erfolgen mit sämtlichen Sonaten Beet­hovens an mehreren Abenden alle Sonaten von Mozart. Der junge Meisterpianist, der auch im Ausland große Erfolge zu verzeichnen hat, ist heute erst 19 Jahre und seit seinem elften Jahre in Israel: Daniel Barenboim interpretierte in großartiger Weise Mozarts Werk. Er hat schon in jungen Jahren eine große Gemeinde, so dass seine vier Klavierabende alle ausverkauft waren. Viel Jugend war vertreten, ein Beweis für das gesunde Empfinden der Hörerschaft. (Lotte Ball-Senger)„Ich komme zwar selten genug dazu, die in meiner Abteilung gehaltenen Musikzeitschriften (ca. 200) zu lesen, und kann vieles nur überfliegen. Dabei darf ich ohne Übertreibung feststellen, dass die Zeitung Ihrer ‚Jeunesses Musicales‘ eine der interessantesten im musikalischen Blätterwald ist, so dass man sich doch hin und wieder an einem Artikel ‚festliest‘.“ (Leserbrief Dr. Karl-Heinz Köhler von der Berliner Staatsbibliothek). – Die Sektion Hamburg der Jeunesses Musicales scheiterte mit ihren Zuschuss­anträgen beim Senat der Hansestadt. Das Amt für Jugendförderung erklärt dem Leiter der Gruppe Dieter Einfeldt: „Machen Sie doch Geländespiele und wir können Ihnen helfen!“ Das Amt sah die Ziele der Gruppe als nicht ausreichend an, um mit den vorhandenen Geldmitteln einzuspringen.

X. Jahrgang, Nr. 3, Mai/Juni 1961, S. 17 f.

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