Zeitgemäß, modern und besser zu benutzen

Bibliothek: Einrichtung einer neuen Suchoberfläche im Rahmen des Projektes finc


(nmz) -
Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden ist am 7. Juli 2014 mit ihrem finc-basierten Bibliothekskatalog online gegangen. Finc ist ein Projekt zur Entwicklung einer suchmaschinenbasierten Katalogoberfläche für sächsische Hochschulbibliotheken und wird aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen gefördert.
Ein Artikel von Anja Göhler

Das Projekt möchte moderne Recherche-Oberflächen für Bibliothekskataloge anbieten. Dies beinhaltet die Lizenzierung und Implementierung von Datenbanken sowie Bibliothekskatalogen. Desweiteren werden Schnittstellen und Indizes durch das finc-Projekt-Team gewährleistet. Dadurch soll das komplett erworbene und lizenzierte Wissensangebot der Bibliothek einschließlich weiterer relevanter Ressourcen strukturiert und barrierefrei dem Nutzer zugänglich gemacht werden. Dazu wird die Open-Source-Software „vufind“ in Kombination mit einem aggregierten Index genutzt. Die Leitung des Projektes erfolgt durch die Universitätsbibliothek Leipzig in Zusammenarbeit mit zehn weiteren sächsischen Hochschulbibliotheken.

Die Hochschulbibliothek befasste sich erstmals im Jahr 2013 mit diesem Projekt durch die Bibliotheksleiterin Isabell Tentler. Vorteile, wie die Suche über eine zeitgemäße, moderne Oberfläche oder das Projekt-Team, welches sich ausschließlich mit dieser Thematik beschäftigte und schnellen Support und Hilfe gewährleistete, waren ausschlaggebend zur Teilnahme an diesem Projekt. Anfängliche Bedenken, beispielsweise dass die Förderung nur bis Herbst 2014 gültig ist, konnten mittlerweile ausgeräumt werden. Das Land Sachsen hat die Förderung bis Herbst 2015 bewilligt. Mit Beginn des Jahres 2014 wurden dann durch ein Anwendertreffen und mit dem Redmine-Ticketsystem die Oberfläche und die dazugehörigen Schnittstellen den Bedürfnissen der Bibliothek angepasst. Am schwierigsten gestalteten sich die Immigration der Datenbanken sowie der Zugriff auf diese, wodurch sich die Veröffentlichung des Kataloges etwas verzögerte.

Die Such-Oberfläche deckt nunmehr die Umkreissuche auch außerhalb des eigenen Bestandes ab. Beispielsweise kann der Nutzer nun gleichzeitig die musikspezifischen Bestände der SLUB Dresden sowie der Bibliotheken der HFBK Dresden oder der HMT Leipzig einsehen. Zunächst ist der Katalog auf die Bestände der Hochschulbibliothek eingeschränkt. Die Suchraumerweiterung wird durch die Facette „Institution“ realisiert. In der Titelanzeige wird der entsprechende Link der jeweiligen Bibliothek angezeigt und führt zu weiteren Ausleihinformationen. Außerdem bietet der Katalog Zugang zu zahlreichen elektronischen Medien, die direkt online genutzt werden können. Dazu gehören die Datenbanken Naxos Music Library sowie die Petrucci Library (IMSLP).

Über die Schnellsuche im Startfenster der neuen Such-Oberfläche kann mit nur einem Suchbegriff die Suche gestartet werden. Schreibfehler werden vom System erkannt und Alternativvorschläge angeboten. In der erweiterten Suche gibt es unzählige Möglichkeiten, differenziert zu suchen. Die Ermittlung von Titeln, die sich an Besetzungen und Gattungen orientieren, ist nun einfach und unkompliziert recherchierbar. Viele Pulldown-Menüs erleichtern durch Such-Einschränkungen die Recherche, wie zum Beispiel nach der Medienart. Finc ist darauf ausgelegt, weiter zu expandieren, zunächst vorrangig in Sachsen. Tatsächlich gibt es viele Anfragen von Bibliotheken außerhalb Sachsens. Die Bibliothek der Musikhochschule Dresden gehört zu den ersten Bibliotheken, die ihren Nutzern diese neue Recherchemöglichkeit anbietet. Insgesamt bleibt es ein spannendes Projekt, welches weiterhin verfolgt werden sollte.

Anja Göhler, Bibliotheksleiterin

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