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Alle Artikel kategorisiert unter »Claus-Steffen Mahnkopf«

Der Schöpfer Beethoven

Kein deutscher Musikwissenschaftler hat in den letzten 20 Jahren mit solcher Intensität ein großes Buch nach dem anderen veröffentlicht. Groß heißt: monographisch über Komponisten schreiben, deren Leben, Werk und Nachwirkung jeden vor einer Gesamtdarstellung erschaudern lassen. Bach, Mozart, Schumann, Wagner und jetzt Beethoven, gleichsam die Spitze von all dem.

Mit Gegenwartsmusik die Sondersphäre verlassen

Der Begriff „neue Musik“ ist veraltet. Egal, ob man ihn emphatisch groß (Neu) oder neutral klein (neu) schreibt. Er steht seit hundert Jahren für die Klassische Moderne, die Nachkriegsavantgarde, die Postmoderne, die Musik des 21. Jahrhunderts. Wie lange soll das noch gehen? Musik des 22. oder gar des 23. Jahrhunderts?

Von Nono träumen am Institut für Gegenwartsmusik

Musikhochschulen gehören zu den exklusivsten und teuersten Berufsausbildungsinstituten. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis, die Spezialisierung, die schiere Zahl von Dozenten und Professuren sind geradezu paradiesisch, so dass es sich empfiehlt, es nicht weiterzuerzählen. Diese Spezialisierung beweist, wie hoch die Kunst Musik steht und welche kulturelle Verfeinerung sie der Menschheit anbietet. Zum Glück stellt niemand das ernsthaft in Frage, vielmehr wird dieses Niveau in aufsteigenden Ländern als Vorbild genommen, nicht zuletzt in China, das die westliche Musik zu lieben beginnt.

Musikverweigerungsmusik

Das „Kunstforum“ ist vielleicht das beste deutschsprachige Periodikum für die gegenwärtige Welt der Kunst, hochprofessional, umfangreich, es verbindet Berichte mit Reflexionen. Jede der Ausgaben setzt einen Schwerpunkt, in den beiden jüngsten: „Kunstverweigerungskunst“ (Bände 231 und 232). Ein solcher Titel ist paradox. Warum sollten Künstler, anstatt Kunst zu betreiben, dieselbe verweigern? Ist derlei überhaupt logisch möglich? Was verweigert wird, kann schwerlich existent werden. Und doch: Kunst vermag auch dieses: die Bewegung gegen sich selbst. Die klassische Avantgarde mit ihren konzeptuellen Ansprüchen hat, Jahrzehnte zuvor, alle Optionen, einschließlich der zahlreichen Formen der Negation, durchgespielt, und davon sind wir alle nolens volens Erben.

Vom Übergang der Musik zur Philosophie

Es tut sich etwas in der deutschsprachigen Musikphilosophie. Nachdem Albrecht Wellmers „Versuch über Musik und Sprache“ den Auftakt gab, Gunnar Hindrichs mit „Die Autonomie des Klangs“ eine voll ausgeführte Philosophie der Musik vorlegte (sie­he hierzu die Rezension in der Februar-Ausgabe der neuen musikzeitung), Daniel Martin Feige bei Suhrkamp seine „Philosophie des Jazz“ vorstellte (siehe hierzu die Rezension in der September-Ausgabe der nmz), Richard Kleins „Einführung in die Musikphilosophie“ in diesem Herbst erscheint (Besprechung folgt) und weitere Autoren der Vollendung ihrer Bücher entgegensehen, liefert nun Christian Grüny die nächste Schrift, die einfach zu klug, zu kenntnisreich, zu anregend ist, als dass sie nur in akademischen Kreisen gelesen werden sollte.

Fragen richtig stellen, Schlüsse richtig ziehen

Dieses Buch ist eine Sensation. Da warten wir seit Adorno, der uns kaum loszulassen scheint, auf eine Schritt für Schritt durchartikulierte Musikphilosophie, und ein mit 42 Jahren noch junger Philosoph kommt und bietet nichts Geringeres als eine Ontologie des autonomen musikalischen Kunstwerks: Gunnar Hindrichs mit dem bei Suhrkamp erschienenen Buch „Die Autonomie des Klangs. Eine Philosophie der Musik“. Hindrichs leistet zweierlei: zum einen eine veritable Philosophie mit den begrifflichen und denkstrategischen Möglichkeiten der großen Tradition seit Platon und Aristoteles, wobei er, sofern es sich anbietet, Ausflüge in die Texttheorie, die jüdische Mystik und die Theologie nicht scheut. Zum anderen – das ist nicht hoch genug einzuschätzen – betreibt er Musikphilosophie aus der Musik heraus. Er rezipierte und arbeitete die entsprechende Musiktheorie ein, so zur mittelalterlichen Rhythmik und zur Tonalität.

Spiritus rector fürs Unmögliche

Am 8. März 2009 ist James Avery nach schwerer Krankheit gestorben. Der 1937 in Hutchinson (Kansas, USA) geborene Pianist und Dirigent war seit 1980 Professor für Klavier mit Schwerpunkt zeitgenössischer Musik an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau (und zeitweise Gast in den USA) und hat sich vor allem als Interpret der allerneuesten Musik einen Namen gemacht.

Spiritus rector fürs Unmögliche – Pianist und Dirigent James Avery gestorben

Am 8. März 2009 ist James Avery nach schwerer Krankheit gestorben. Der 1937 in Hutchinson (Kansas, USA) geborene Pianist und Dirigent war seit 1980 Professor für Klavier mit Schwerpunkt zeitgenössischer Musik an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau (und zeitweise Gast in den USA) und hat sich vor allem als Interpret der allerneuesten Musik einen Namen gemacht.

China, Börsencrash und ein schwarzer Messias

Aus der aktuellen Augabe der neuen musikzeitung: Claus-Steffen Mahnkopfs Gedanken zur Siesta in Kunst, Kultur und Philosophie: „Noch nie war die Menschheit so wissend, aufgeklärt, gebildet und intelligent. Für die wichtigsten Probleme unseres Planeten existieren die entsprechenden wissenschaftlichen und politischen Antworten. Am Expertenwissen liegt unsere Misere nicht. Und zugleich ist das Ausmaß an Verblendung, Ideologie, falschem Bewusstsein, an Hetze und schierem Egoismus, an kulturindustrieller Dekonzentrierung und Denkfaulheit so groß wie lange nicht mehr … “

China, Börsencrash und ein schwarzer Messias

Am 11. September 2001 wurde die Südspitze von New York, das Financial District, empfindlich getroffen. Symbolisch wurde mit den Twin Towers der von den USA angeführte westliche Finanzkapitalismus zum Einsturz gebracht. Es dauerte genau sieben Jahre, bis er auch ökonomisch zusammenbrach. Am 15. September 2008 hörte der Investmentkapitalismus anglosächsischer Art auf zu existieren, nachdem der amerikanische Finanzminister „Lehman Brothers“ in die Pleite laufen ließ.
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