Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) wird auf das Otto Wagner Areal (OWA) ziehen. Das ehemalige Spitalsareal mit seinen 34 denkmalgeschützten Jugendstil-Pavillons sowie der umgebenden Parklandschaft wird als Wissenschafts- und Kulturcampus neu belebt. Das Projekt soll auch energietechnisch zukunftsweisende Maßstäbe setzen. Die MUK wird Ankernutzerin und bespielt seit Sommer 2025 bereits einen „Pavillon der Pionier*innen“.
Tanz-Studierende auf der Terrasse des „Pavillon der Pionier*innen“ am Otto Wagner Areal. Foto: Eiland
MUK@OWA: Ein Universitätscampus entsteht
Lehren, Lernen, Forschen und Wohnen an einem Standort
Im März 2025 verlautbarte Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig den Plan, die MUK mit einem Universitätscampus am Otto Wagner Areal anzusiedeln. Dieses dann auch vor dem Wiener Gemeinderat bekräftigte Vorhaben ist nicht nur eine eminente strategische Entscheidung, sondern bedeutet auch ein klares Bekenntnis zur MUK als einziger Universität der Stadt Wien.
Mit dem neuen Standort gewinnt die MUK nicht nur dringend benötigte Räumlichkeiten für Lehre, Forschung und künstlerische Praxis, sondern auch die Möglichkeit für studentisches Wohnen. So entsteht ein echter Campus mit optimalen Studienbedingungen für Studierende aller Institute und Studiengänge. Die historischen Pavillons im Grünen bieten ein inspirierendes Umfeld für die künstlerische Arbeit der Studierenden. Darüber hinaus wird das denkmalgeschützte Gebäudeensemble mit CO2-neutralen Technologien wie Geothermie und Photovoltaik adaptiert und zählt damit zu einem Leuchtturmprojekt im Rahmen der Wiener Klimastrategie sowie der Wiener Klimaziele 2040.
Partizipative Planungsphase
Die nächste und bereits begonnene Etappe besteht in der Erstellung eines umfassenden Raum- und Funktionsprogramms für die MUK-Pavillons am OWA: Damit beginnt nun die konkrete Planungsphase für die Übersiedelung der MUK. Inhaltlich ist die MUK bereits sehr gut vorbereitet. Nun steht schrittweise die Planung des Umbaus und Umzugs im Mittelpunkt.
Für die MUK bedeutet dies einen echten Veränderungsprozess: Es geht nicht nur darum, an einen neuen Ort zu ziehen, sondern auch darum, das Selbstverständnis als Universität weiterzuentwickeln — hin zu einem Campus, auf dem Lehren, Lernen und Wohnen erstmals an einem Ort zusammenkommen und den Alltag an der MUK nachhaltig prägen werden.
In einem umfassenden partizipativen Prozess entwickeln die Fakultäten und die Einzelinstitute derzeit einen „Grundriss in Worten”: In Workshops sowie in strukturierten und moderierten Prozessen erarbeiten sie gemeinsam mit dem Planungs- und Architekturbüro ein Raum- und Funktionsprogramm für die künftige MUK. Dabei fließen die Erfahrungen der Lehrenden und Studierenden, die besonderen technischen Bedingungen sowie die konkreten Arbeitsweisen der verschiedenen an der MUK vertretenen künstlerischen, performativen und wissenschaftlichen Disziplinen ein.
Vizerektor Boyer: Zwischennutzung als Testphase
„Das Otto-Wagner-Areal ist eine architektonische Sternstunde der Wiener Moderne“, erklärt Dieter Boyer, Vizerektor für Organisationsentwicklung an der MUK: „Geplant und ausgeführt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, finden wir das großzügige Gartenareal und dessen insgesamt 34 Gebäude noch heute strukturell unverändert vor. Was damals revolutionär gewesen ist — nämlich den Ärmsten und den psychisch Kranken ein solches Areal zur Heilung und Genesung zu widmen —, zählt mit Otto Wagners im Stil des Jugendstils ausgeführter Kirche heute zu Wiens wichtigsten Kulturschätzen. Und genau dieses Areal wird sich durch den Studien-, Lehr- und Forschungsbetrieb der MUK beleben und neu definieren. Durch die aktuellen Zwischennutzungen des Areals erforscht die MUK bereits jetzt, wie sich das Areal für die künstlerische, kulturelle und wissenschaftliche Nutzungen eignet.”
„Pavillon der Pionier*innen“
Die MUK wird 15 Pavillons nutzen und somit zwei Fünftel des kurz nach 1900 von Otto Wagner visionär gestalteten Areals beleben. Neben der MUK als Hauptnutzerin wird es gezielte Ansiedlungen aus den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kunst, Kultur und Soziales geben. Bereits seit 2025 bespielt die MUK ein Gebäude als „Pavillon der Pionier*innen“, es finden dort Konzertabende, Projektpräsentationen und Talk-Formate verschiedener Studiengänge sowie des Doktorand*innenprogramms statt.
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