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Neue Vorfälle – Neuer Rücktritt

Untertitel
Zum Rücktritt des Präsidenten der HfM Nürnberg
Vorspann / Teaser

Am 15. Oktober dieses Jahres erreichte die Redaktion der nmz folgende lapidare Pressemitteilung aus dem Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der HfM Nürnberg: „Der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg, Prof. Rainer Kotzian, hat heute seinen Rücktritt erklärt. Der Rücktritt wird zum 16. Oktober 2026 wirksam. Prof. Kotzian begründet seine Entscheidung mit den hochschulinternen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate und dem Wunsch weitere Belastungen von der Hochschule abzuwenden. Mit seinem Schritt wolle er dazu beitragen, dass die gemeinsame Arbeit in Lehre, Kunst und Forschung wieder in den Mittelpunkt rücken könne. Prof. Kotzian hat das Amt des Präsidenten seit 2021 inne. Das weitere Verfahren zur Nachfolge richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und der Grundordnung der Hochschule. Mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten äußert sich die Hochschule nicht zu weiteren Einzelheiten.“

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Inzwischen gibt es weitere Informationen: Die Hochschule lehne, wie in ihrer Richtlinie gegen Machtmissbrauch formuliert, alle Formen von Diskriminierung und Machtmissbrauch strikt ab und tritt ihnen aktiv entgegen. Man wolle die Vorkommnisse der vergangenen Monate mit Nachdruck aufarbeiten. Diese Aufarbeitung werde durch eine unabhängige externe Stelle erfolgen.

Der Hochschulrat hat in seiner Sondersitzung am 16. Oktober 2026 das Rücktrittsangebot der beiden Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Renate Reitinger und Prof. Maren Wilhelm einstimmig abgelehnt und ihnen das Vertrauen für die weitere Amtsführung ausgesprochen. Das Verfahren zur Ausschreibung der Position der Präsidentin beziehungsweise des Präsidenten wird angestoßen.

Prof. Renate Reitinger wird bis zur Neubesetzung die laufenden Amtsgeschäfte kommissarisch übernehmen. Marina Weber obliegt als Kanzlerin die Leitung der Hochschulverwaltung und die Haushaltsverantwortung. Prof. Rainer Kotzian wird sich vorerst auf Forschungstätigkeiten konzentrieren und keine Lehraufgaben übernehmen. Auslöser für den Rücktritt war ein Vorfall am 1. November 2025 bei einer externen Veranstaltung. Rainer Kotzian führte dort nach eigenen Angaben ein kurzes Gespräch mit einer ihm seit Jahren bekannten Studentin. Dabei habe er das Machtgefälle zwischen Professor und Studentin nicht ausreichend berücksichtigt. Dafür habe er sich entschuldigt. Teile der später öffentlich gewordenen Vorwürfe entsprächen jedoch nicht den tatsächlichen Abläufen. Die Gruppe „Studis gegen Machtmissbrauch Nürnberg“ wirft Kotzian vor, die Aufarbeitung des Vorfalls behindert und die Situation verharmlost zu haben. Laut der Gruppe soll er die Studentin auf sein Hotelzimmer gebeten haben, wo seine Frau ihr vorwarf, ein Verhältnis mit ihm zu haben. Zu Semesterbeginn tauchten im Hochschulgebäude anonyme, fiktive Rücktrittsschreiben auf, die den Vorfall aus studentischer Sicht schilderten. Nach Kotzians Rücktritt bezeichnete Anna Roth von der Gruppe den Schritt als „ersten Etappensieg“ und kritisierte seine Darstellung als verharmlosend. Bereits im Frühjahr 2026 waren zwei Gleichstellungsbeauftragte im Zusammenhang mit dem Konflikt zurückgetreten.

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