Bericht von der BR-Rundfunkratsitzung


08.12.06 -
Bayerischer Musikrat: Bis heute 35.813 Unterschriften für den „Fortbestand von Bayern 4 Klassik auf UKW“ +++ „Bayern 4 Klassik bleibt auf UKW, wie es war“ +++ Jugendwelle des Bayerischen Rundfunks ab Sommer 2007 auf allen möglichen Übertragungswegen außer UKW
08.12.2006 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Zusammengestellt von Theodor Clostermann, Das GANZE Werk, 7. Dezember 2006 (Nord)

Der massive Widerstand der Klassik- und Musikfreunde gegen die Pläne, Bayern 4 Klassik vom UKW-Verbreitungsweg zu verbannen, und die intensive Öffentlichkeitsarbeit für den vollständigen Erhalt des Klassiksenders haben die Geschäftsführung des Bayerischen Rundfunks tatsächlich zum Einlenken bewegen können, und der Rundfunkrat ist heute ihrem neuen Konzept für die Jugendwelle gefolgt.


Das ist das Ergebnis der öffentlichen Sitzung, von der mitgeteilt wird: „Bayern 4 Klassik bleibt auf UKW, wie es war“. Außerhalb des UKW-Bereichs soll das Jugendradio umfangreich ausgestattet werden, Kern soll ein Internet-Radio werden.


Dazu heißt es in der Pressemitteilung des Bayerischen Rundfunks „Wirtschaftsplan 2007 genehmigt“:



Zusätzliche Mittel enthält der Wirtschaftsplan auch für ein Jugendradio. Mit einem neuen multimedialen Programmangebot, das schwerpunktmäßig digital verbreitet werden soll, will der BR die Jugend stärker erreichen und damit Zukunftsvorsorge betreiben.


Auch für andere Hörfunk-Sender sind keine Änderungen beschlossen worden. Weil es bisher keine Jugendwelle gibt, waren dazu verschiedene Eingriffe im Gespräch, zuletzt auch - wie es der gestrige Bericht von epd-medien zeigt - sogar beim Sender Bayern 2.


Ausführlicher als der Sender selbst berichtet der Deutsche Depeschen-Dienst (ddp) von der Rundfunkratssitzung:



Die neue Jugendwelle des Bayerischen Rundfunks (BR) soll nach den Sommerferien 2007 auf Sendung gehen. Dies kündigte BR-Hörfunkdirektor Johannes Grotzky am Donnerstag in einer Sitzung des BR-Rundfunkrates in München an. Dabei sollen nach Angaben eines BR-Sprechers alle möglichen Übertragungswege außer UKW genutzt werden. Die Klassikwelle Bayern 4 Klassik soll weiterhin uneingeschränkt über UKW empfangbar sein. Im Wirtschaftsplan des BR für 2007 wurden für das neue Jugendangebot vier Millionen Euro eingeplant. (…)Die neue Jugendwelle für Hörer bis 30 Jahre soll jetzt digital, im Internet und möglicherweise auch über Mittelwelle sowie im BR-Bildungsfernsehen «BR alpha» verbreitet werden.


Im Rückblick berichtet ddp:



Über den Fortbestand der traditionsreichen Klassikwelle des Bayerischen Rundfunks hatte es in den vergangenen Monaten heftige Diskussionen gegeben. Zunächst stand zur Debatte, den Klassikkanal von der UKW-Frequenz zu verbannen und stattdessen die Jugendwelle aufzuschalten. Dagegen hatte sich unter anderem der Bayerische Musikrat mit einer Unterschriftenaktion stark gemacht.


In einer Stellungnahme des Bayerischen Musikrats zur Rundfunkratssitzung setzt dessen Präsident Wilfried Hiller darauf, dass die 35.813 bis heute vorliegenden Unterschriften beim Bayerischen Rundfunk Wirkung zeigen:



Dies ist eine Zahl, die von der Intendanz und Direktion des Bayerischen Rundfunks auf jeden Fall gewürdigt werden muss.


Ausführlich dokumentiert der Bayerische Musikrat die vielfältigen Erfolge des Klassiksenders, auch bei der Jugend:



31,3 Prozent der Hörer/innen, die Bayern 4 Klassik kennen, gehören in die Altersgruppe ab 14 Jahren und insoweit zur angepeilten neuen Zielgruppe mit der „Jungen Welle“,


und schließt mit der Erklärung:



Der Präsident unterstrich, dass sich die Aktion des BMR in keiner Weise gegen das vorgesehene, neue Programmangebot für Jugendliche gerichtet hat. Der BMR befürwortet die Einrichtung einer Jungen Welle – jedoch nur dort, wo die neue 14-29 Jahre alte Hörergruppe überwiegend erreicht werden kann. Wie Analysen des Hörverhaltens von Jugendlichen ergeben haben, geschieht dies überwiegend mittels i-Pod, Handy, Internet und sonstigen elektronischen Verbreitungswegen, aber nicht herkömmlich-terrestrisch auf UKW.



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