Leipzig: Regisseur hofft nach skandalträchtiger Oper auf Kompromiss


21.10.08 -
Leipzig (ddp). Der Regisseur der umstrittenen Inszenierung der Wagner-Oper «Der Fliegende Holländer» in Leipzig, Michael von zur Mühlen, hofft auf einen Kompromiss mit der Theaterleitung. Der 29-Jährige sagte dem 3sat-Theatermagazin «Foyer» (Dienstag, 21. Oktober, 22.25 Uhr) dass er eine differenzierte Betrachtung der Vorwürfe fordere.
21.10.2008

   Nur einer der beiden Videofilme sei nicht mit der Theaterleitung abgesprochen gewesen und nach der Generalprobe an der Leipziger Oper von ihm ausgetauscht worden. Er glaube, dass es zu einer für beide Seiten annehmbaren Lösung kommen werde.

   Aus Mühlens Sicht war der ursprünglich geplante Film noch drastischer. Zudem hätten beide gezeigten Filme einen inhaltlichen Bezug zur Oper Richard Wagners.

   Der Regisseur hatte mit seiner Inszenierung am 11. Oktober für einen Eklat gesorgt. Während der Premiere hatte es heftige Proteste gegeben. Die Zuschauer hatten unter anderem mit Unmut auf Videoszenen reagiert, die eine Kampfhundeattacke und eine Schlachthausszene zeigten. Die Oper hatte in der vergangenen Woche bereits rechtliche Schritte gegen Mühlen in Erwägung gezogen. Der Leipziger Richard-Wagner-Verband fordert die Absetzung der Inszenierung.

 

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Nachdem landauf landab Dilettanten in die Opernhäuser drängen, sowohl als Intendanten als auch als Regisseure, die die Opern bis zur Unkenntlichkeit verunstalten, wurde es höchste Zeit, dass dem Publikum der Kragen platzt und Strafanzeige erstattet. Wir sind mit einem Tun in der Oper konfrontiert, wo man wirklich Begriffe wie "Kriminell" in Erwägung ziehen darf und auch muß, denn wenn keine drastische Maßnahmen geschehen, werden die Vertreter von Regietheater der Oper den Todestoß geben. Dann wird eine ganze Kulturform von der Bildfläche verschwinden und nur noch kranke Wahnvorstellungen auf die Bühne gebracht. Schutt, Gewalt und pornoähnliche Inhalt prägen schon heute in erschreckendem Ausmaß das Operngeschehen. Vom Arzt erwartet man, das er Medizin studiert hat, vom Piloten, dass er seinen Pilotenschein gemacht hat aber für Regisseure scheint es vielerorts zu genügen, das Publikum wütend machen zu können. Dann gibt es die Chance zu Skandalen, das wirbelt Staub auf und von den Möchtegernkünstlern wird geredet. Die haben dann fast gänzlich auf Staatskostzen ihren Adrenalinstoß. Darum: gegen die Pest Regietheater sollt vehement gekämpft und wo immer es geht, auch geklagt werden. Vielleicht besinnen sich dann die Kulturminister, die wenig überzeugenden Intendanten rauszuschmeißen und solche einzustellen, die wiederum Regisseure verpflichten, die wissen was Oper ist und die mit exzellenter Leistung die verkraulten Opernliebhaber wieder zurück in die Opernhäuser holen.


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