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Alle Artikel kategorisiert unter »Richard Wagner«

David Alden präsentiert an der Flämischen Oper in Gent einen düsteren „Lohengrin“

22.09.18 (Joachim Lange) -
Bei diesem Lohengrin-Vorspiel an der Flämischen Oper in Gent geht es mitunter arg laut zu. Der Argentinier Alejo Pérez und das Orchester der Oper brauchen bei der Premiere schon eine Weile, um den manchmal vorwitzigen Ehrgeiz von Blech und dunklen Streichern zu zügeln. Vor allem im zweiten Aufzug beweist er dann aber, dass die Musiker sich auch zurücknehmen können, ohne den Verwandlungsszenen und Aufmärschen ihre opulente Wucht zu nehmen.

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Oper Magdeburg eröffnet Spielzeit mit Wagners „Walküre“

12.09.18 (Joachim Lange) -
Nur einen Teil aus Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ auf den Spielplan zu setzten, hat etwas von „ein bisschen schwanger“. Aber wenn man es dann schon mal macht, so wie jetzt die Oper in Magdeburg zum Spielzeitauftakt, dann bietet sich dafür die „Walküre“ noch am ehesten an. Das „Was-bisher-geschah“ (und zwar im „Rheingold“ und in der Zeit zwischen Einzug der Götter und „Walküre“) wird hier nämlich ohnehin ausführlich erzählt.

Wagner-Wunder in der Provinz – „Götterdämmerung“ in Minden

08.09.18 (Regine Müller) -
Ein winziges Provinz-Theaterchen ohne eigenes Ensemble und Orchester mit gerade einmal 535 Plätzen spielt Wagner? Das klingt eigentlich nach purem Größenwahn oder besser noch nach laienhafter Selbstüberschätzung. Doch in Minden hat dieser Wahnsinn seit 16 Jahren Methode und hat sich nun gerade mit der Premiere der „Götterdämmerung“ zu unglaublichem Erfolg verdichtet. Denn nun ist der „Ring“ tatsächlich rund, im kommenden Jahr wird die gewaltige Tetralogie, unter der selbst große Operntanker ächzen sogar zwei Mal zyklisch über die Bühne gehen. Ein Wunder. Zumal sich der Mindener „Ring“, ebenso wie alle die Produktionen der Vorjahre keineswegs hinter den großen Häusern verstecken muss. Im Gegenteil.

„W“ – wie Walhall ? – Wagners „Rheingold“ in Kassel eröffnet die Spielzeit

03.09.18 (Joachim Lange) -
Die Oper in Kassel verweist mit einigem Stolz darauf, dass das aktuelle „Rheingold“ der Auftakt zum bereits fünften „Ring“ seit 1961 am Haus ist. Zu den beiden entscheidenden Deutungen, die Patrice Chéreaus Jahrhundert-Ring von 1976 unmittelbar den Boden bereiteten, gehört neben der Inszenierung von Joachim Herz in Leipzig auch die Interpretation von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht in Kassel (1970–1974). Hier also sieht ein kundiges Publikum mit vergleichenden Erwartungen der jeweils nächsten Deutung entgegen. Damit ist jedes Regieteam einem höheren Erwartungsdruck ausgesetzt, als an anderen Opernhäusern.

Die Bayreuther Festspiele gehen zu Ende

Die Bayreuther Festspiele gehen an diesem Mittwoch mit der 2694. Aufführung in ihrer Geschichte zu Ende. Ein Kulturspektakel mit langer Vergangenheit – aber auch mit Zukunft?

Eriks leerer Geldbeutel – „Der fliegende Holländer“ bei den Bayreuther Festspielen

31.07.18 (Peter P. Pachl) -
Manchen Bayreuth-Besuchern mochte es redundant erschienen sein, in diesem Sommer erneut der „Holländer“-Inszenierung aus dem Jahre 2012 zu begegnen. Aber Regisseur Jan Philipp Gloger, künftiger Nürnberger Schauspieldirektor, beweist mit seiner modifikationsreichen Weiterarbeit die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Schwarzer Humor, laut belacht – Die „Meistersinger“ bei den Bayreuther Festspielen aufpoliert

29.07.18 (Peter P. Pachl) -
Durch einen Einblick in die quirlige Selbstdarstellung Wagners im Haus Wahnfried, mit Salon-Weihfestspielen noch vor Eröffnung des Festspielhauses, hatte Barrie Koskys Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ im Vorjahr mit viel Witz das Publikum im Sturm erobert, so dass die in den nachfolgenden Aufzügen erfolgende Aufarbeitung von Judenpogrom und Nürnberger Prozessen als schwarzer Humor in Kauf genommen wurden.

Das Skandalon dauert an – „Tristan und Isolde“ bei den Bayreuther Festspielen

29.07.18 (Peter P. Pachl) -
Die Bayreuther Festspielgeschichte lehrt, dass selbst Skandal-Inszenierungen im Laufe einiger Jahre ihren Frieden mit dem Publikum machen, verstanden und sogar goutiert werden und sich vom Skandalon zum Publikumsliebling wandeln, wie etwa die „Ring“-Inszenierung von Patrice Chéreau oder zuletzt Hans Neuenfels’ Rattenmärchen-Version des „Lohengrin“. Anders verhält es sich mit der jüngsten „Tristan“-Inszenierung der Wagner-Urenkelin Katharina und ihrer eigenwilligen Lesart.

In Schönheit erstrahlt – „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

27.07.18 (Peter P. Pachl) -
Vom Premierenabend zur ersten Reprise des Premierenzyklus ist ein erstaunlicher Qualitätssprung zu verzeichnen: das am ersten Abend nur erhoffte Wunder stellte sich nun ein: in teilweise neuer Besetzung, insbesondere aber mit Semyon Bychkov als Dirigent, erlebt die „Parsifal“-Produktion den Aufschwung zu einem echten Festspielerlebnis.
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