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Alle Artikel kategorisiert unter »Richard Wagner«

Leben mit und nach Wagner

10.11.18 (Christoph Vratz) -
Des Meisters Gedankenwelt strahlt nach wie vor. Richard Wagner schillert, fasziniert, spaltet. Wie sehr er das in der Vergangenheit immer wieder getan hat, lässt sich besonders an der Zeit des Nationalsozialismus und an den Jahren danach ablesen, als „Neu-Bayreuth“ sich von alten Schlacken zwar zu lösen versuchte, aber der Neubeginn nicht automatisch mit dem Abschneiden aller alten Zöpfe verbunden war. Vielleicht auch nicht möglich war.

Keine Hilfe von der Enterprise – Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Mannheim

30.10.18 (Joachim Lange) -
Als Nigel Lowery vor vier Jahren in Halle zu den Händelfestspielen ästhetisch frech und politisch hintersinnig Händels „Arminio“ inszenierte, da baute er ein berühmtes Zitat aus den „Meistersingern“ ein. Den „Habt Acht!“ Appell des Schusterpoeten brachte er auf einem Zwischenvorhang gegen aktuelle Angriffe auf das finanzielle Fundament der Theaterlandschaft in Stellung. Weil davon beim Barockmeister aus Halle natürlich keine Silbe steht, löste das eine heftige Debatte im Publikum aus. Wer das auch als ein Versprechen des Briten auf subversive komplette „Meistersinger“ aus seiner Hand auffasste, der konnte jetzt vier Jahre später nach Mannheim pilgern, um es sich einlösen zu lassen.

„Götterdämmerung“ in Zeiten des Wassermangels – Hilsdorf inszeniert in Düsseldorf

Er hatte seinen Hut selbst in den Ring geworfen: als Dietrich W. Hilsdorf für die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf „Die lustigen Weiber von Windsor“ inszenierte, erfuhr er im Gespräch mit dem Intendanten Christoph Meyer von dessen Plan, Richard Wagners „Ring“-Tetralogie aufzuführen. Hilsdorf bot sich als Regisseur an – und bekam den Zuschlag. Es ist das erste Mal, dass der Regie-Altmeister ganz allein einen „Ring“ in Szene setzt. Mit der „Götterdämmerung“ kam das Projekt nun zum Abschluss.

„Männertaten umdämmern mir den Mut.“ – „Siegfried“ in Chemnitz

24.10.18 (Roland H. Dippel) -
Nur noch fünfeinhalb Wochen sind es bis zur Premiere von „Götterdämmerung“, mit der sich Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ an der Oper Chemnitz zum 875-Jahre-Stadtjubiläum rundet. Vier Regisseurinnen widmen sich den vier Werken. Auf das Lauf- und Versandhaus Nibelheim im „Rheingold“ und eine „Walküre“ ohne Schwert und Speer zeigt Sabine Hartmannshenn in „Siegfried“ jetzt Extrembrutalitäten gegen Frauen: Intelligenter Feinschliff und flaches Fresko im ständigen Wechsel, auch musikalisch.

Puppenkiste kürzt Wagners «Ring» auf zwei Stunden zusammen

05.10.18 (dpa) -
Augsburg - Zum 70-jährigen Bestehen der Augsburger Puppenkiste inszeniert das berühmte Marionettentheater eine Kurzversion von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen». Der 16 Stunden lange Opernzyklus werde auf 2 Stunden komprimiert, wie Puppenkisten-Chef Klaus Marschall am Donnerstag ankündigte: «Wir wollen Wagner nicht veräppeln, wir wollen den «Ring» nicht veräppeln, aber wir wollen ihn auf das Wesentliche reduzieren.»

Richard Wagner in Lettland: Riga zeigt «Der fliegende Holländer»

01.10.18 (dpa) -
Riga - Mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners Oper «Der fliegende Holländer» begeht die Lettische Nationaloper in Riga ein besonderes Jubiläum. 1918 machte das damals neugegründete Ensemble mit einer Aufführung des Frühwerks des deutschen Komponisten seine ersten Schritte.

David Alden präsentiert an der Flämischen Oper in Gent einen düsteren „Lohengrin“

22.09.18 (Joachim Lange) -
Bei diesem Lohengrin-Vorspiel an der Flämischen Oper in Gent geht es mitunter arg laut zu. Der Argentinier Alejo Pérez und das Orchester der Oper brauchen bei der Premiere schon eine Weile, um den manchmal vorwitzigen Ehrgeiz von Blech und dunklen Streichern zu zügeln. Vor allem im zweiten Aufzug beweist er dann aber, dass die Musiker sich auch zurücknehmen können, ohne den Verwandlungsszenen und Aufmärschen ihre opulente Wucht zu nehmen.

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Oper Magdeburg eröffnet Spielzeit mit Wagners „Walküre“

12.09.18 (Joachim Lange) -
Nur einen Teil aus Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ auf den Spielplan zu setzten, hat etwas von „ein bisschen schwanger“. Aber wenn man es dann schon mal macht, so wie jetzt die Oper in Magdeburg zum Spielzeitauftakt, dann bietet sich dafür die „Walküre“ noch am ehesten an. Das „Was-bisher-geschah“ (und zwar im „Rheingold“ und in der Zeit zwischen Einzug der Götter und „Walküre“) wird hier nämlich ohnehin ausführlich erzählt.

Wagner-Wunder in der Provinz – „Götterdämmerung“ in Minden

08.09.18 (Regine Müller) -
Ein winziges Provinz-Theaterchen ohne eigenes Ensemble und Orchester mit gerade einmal 535 Plätzen spielt Wagner? Das klingt eigentlich nach purem Größenwahn oder besser noch nach laienhafter Selbstüberschätzung. Doch in Minden hat dieser Wahnsinn seit 16 Jahren Methode und hat sich nun gerade mit der Premiere der „Götterdämmerung“ zu unglaublichem Erfolg verdichtet. Denn nun ist der „Ring“ tatsächlich rund, im kommenden Jahr wird die gewaltige Tetralogie, unter der selbst große Operntanker ächzen sogar zwei Mal zyklisch über die Bühne gehen. Ein Wunder. Zumal sich der Mindener „Ring“, ebenso wie alle die Produktionen der Vorjahre keineswegs hinter den großen Häusern verstecken muss. Im Gegenteil.
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