Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 10.06. bis 16.06.2019


09.06.19 -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 24: Irene Kurkas Podcast: Die steile Lernkurve von Musikern | Galina Ustwolskaja | Olivier Messiaens „Saint Francois d’Assise“ | Die Musik ist eine Scheibe | Erinnerungen an Josef Anton Riedl | Leonardo da Vinci und die Musik | Atau Tanaka | Salvatore Sciarrino | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Trompete – Die Stimme | Pianist und Komponist Kaan Bulak | Die Musik von Jacques Offenbach …
09.06.2019 - Von mh, KIZ


Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

39 – Die steile Lernkurve von Musikern

„Lernturbo“ Musiker – sich zeigen als Musiker, Komponist und Künstler. Musiker lernen so viel in kürzester Zeit, um mit ihrer Musik, Emotionen und Menschlichkeit in der Öffentlichkeit zu bestehen. Musiker stellen sich immer wieder auf neue Menschen, Länder und Konzertorte ein. Sie stellen sich den Herausforderungen des Reisens. Irene Kurka träumt von einer „Gepäck-Cloud“. Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


10.06.2019


22:00 bis 22:30  | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musik des Unbewussten – Die Komponistin Galina Ustwolskaja

Von Julia Smilga. Kraftvoll, schlicht, klar in der Botschaft. So eindringlich erscheint die Musik der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja (1919 – 2006). Sie gilt neben Sofia Gubaidulina als die bedeutendste Komponistin Russlands. Nur 36 Stücke hat sie im Laufe ihres Lebens geschrieben, 25 davon ließ sie gelten – Galina Ustwolskaja hat wahrhaft gerungen um ihre Musik. Entstanden sind sehr spezielle, äußerst bedrängende Werke.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: 70/80 Ritual Musik Theater (2/5): Olivier Messiaens „Saint Francois d’Assise“

Von Lydia Jeschke. Die zu Ende gehenden 1970er-Jahre: die Technokratie der Musik durch die serielle Methode in der Sackgasse, die utopischen Hoffnungen der elektronischen Musik unerfüllt, der Zufall zur postmodernen Beliebigkeit verfallend. Aus diesem Dilemma suchen so unterschiedliche Komponisten wie Wolfgang Rihm, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Harrison Birtwistle und Per Nørgård einen Ausweg. Völlig unabhängig voneinander suchen sie zeitgleich die musikalische Authentizität in der Verbindung von Ritual, Musik und Theater. Es ist der unterbewusste Link höchst unterschiedlicher Konzeptionen, die alle Ausdruck einer musikalischen Zeitenwende sind. (Teil 3, Montag, 17. Juni, 23.03 Uhr)


11.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Die Musik ist eine Scheibe – Über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von CD-Labels für zeitgenössische Musik

Von Leonie Reineke. Immer wieder gründen sich neue Labels für Gegenwartsmusik, oft zur Manifestierung einer Szene oder einer ästhetischen Richtung. Sehen wir es ein: Im Jahr 2019 ist die CD ein historisches Speichermedium. Download-Plattformen und Streaming-Dienste haben längst die Führung übernommen. Die Schallplatte ist zwar alt genug, um schon wieder im Trend zu sein, allerdings nur in Liebhaberkreisen. Wie positioniert sich im Zuge dieser Entwicklungen die zeitgenössische Musik – ein Bereich, dessen klingende Dokumentation und Distribution sich weitgehend auf dem CD-Markt abspielt? Labels für physische Tonträger schaffen Orientierung und Klassifikationsmöglichkeiten in der unübersichtlichen Welt der neuen Musik. Aber lohnt es sich wirklich, an der CD als Darreichungsmedium festzuhalten? Geht es ums Materiellwerden von Flüchtigem? Oder um die erkennbare Bündelung von Inhalten, um Profilbildung? Nicht nur die etablierten Labels konzentrieren sich nach wie vor auf das Modell des physischen Tonträgers. Immer wieder gründen sich auch neue unabhängige Labels für Gegenwartsmusik oft mit dem Wunsch der Manifestierung einer Szene oder einer ästhetischen Idee.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Neues aus der HfMT Hamburg – Im Gespräch mit dem Präsidenten Elmar Lampson

Von Margarete Zander. Wie sind die Weichen in die Zukunft gestellt an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg? Mit dem Präsidenten sprechen wir über Preisträger wie die Hindemith-Preisträgerin Aigerim Seilova aus Kasachstan, den Bach-Preis Stipendiaten Samuel Penderbayne aus Australien, chinesische Gaststudenten, die Entwicklungen im Multimedia-Bereich der Hochschule und vieles mehr.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Vielleicht ist es so – Erinnerungen an Josef Anton Riedl

Mutig, unnachgiebig, neugierig. Verunsichernd, scharf, zäh. Sportlich, unruhig, herzlich. Neun von 80 Wörtern, mit denen der Komponist Wolfgang Heisig seinen Kollegen Josef Anton Riedl zu dessen 80. Geburtstag beschrieben hat. 80 Wörter –  und trotzdem nur ein kurzer Schlüssellochblick. Was hat er nicht alles auf die Beine gestellt, erforscht, umgeworfen, weitergedacht? Ohne Josef Anton Riedl sähe die Münchner Musiklandschaft heute anders aus. Als Festivalmacher, Komponist und Mensch hat er sich immer für das Abseitige, Nicht-Etablierte interessiert, das Musikleben Münchens wie kein zweiter geprägt. Am 11. Juni 2019 wäre der 2016 verstorbene Josef Anton Riedl 90 Jahre alt geworden. Eine Sendung von Ulrich Müller


12.06.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Gottfried Müller: Konzert für großes Orchester, op. 5 (Bamberger Symphoniker: Peter Gülke); Franz Möckl: Klarinettenquintett (Edgar Eichstädter, Klarinette; Detleff Messerschmidt, Catherine Weitzdörfer, Violine; Martin Peetz, Viola; Burkhard Sauber, Violoncello); Eberhard Klemmstein: Violoncellokonzert (Mark Kosower, Violoncello; Bratislava Symphony Orchestra: David Hernando Rico); Gunter Dornheim: Symphonie Nr. 1 (Hofer Symphoniker: Jaroslav Opela)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Ein Genie träumt – Leonardo da Vinci und die Musik

Er konstruierte nicht nur die ersten theoretischen Flugmaschinen, erforschte die menschliche Anatomie und malte berühmte Bilder wie die „Mona Lisa“ oder das „Abendmahl“.

Leonardo da Vinci, der vor 500 Jahren gestorben ist, entwarf auch Musikinstrumente und komponierte sogar. Sein Wirken inspirierte immer wieder die Musiker der vergangenen Jahrhunderte. Sie beschrieben seine Bilder, vertonten seine Texte und widmeten sich seinen Visionen. „Kaisers Klänge“ streifen heute durch die Klangwelten Leonardo da Vincis.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Blaue Stunde: Natur – Ein literarisch-musikalischer Abend mit der NDR Radiophilharmonie im Sprengel Museum Hannover

Aufzeichnung vom 04. Juni 2019. Im Zentrum der „Blauen Stunde“ steht Emil Noldes Bild „Sonnenblumen“, das Teil einer Kunstsammlung des NDR war, 1979 gestohlen wurde, 2017 wieder aufgetaucht ist und nun im Sprengel Museum Hannover ausgestellt wird. Das Thema „Natur“ wird in Texten von Alfred Döblin, Claude Debussy und Arno Holz sowie von der Musik aufgegriffen und weitergesponnen.

Morley Calvert: Suite from the Monteregian Hills für Blechbläser-Quintett | Jan Koetsier: Introduktion und Variationen über das „Vysehrad“-Thema von Bedrich Smetana Metamorphose über ein Thema aus „Die Moldau“ von Bedrich Smetana für Harfe und Brass-Quintett

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Atau Tanaka

Mit Margarete Zander. Er ist Experte in Sachen Musikelektronik und Körper und untersucht die ästhetischen Bedingungen für einen live-elektronischen Musikraum. „Anstatt Zeit und Raum durch Klang zu kontrollieren, erstelle ich Architekturen für kollektive musikalische Prozesse“, so Atau Tanaka über seine Arbeit. In diesem Semester hat er die Edgard-Varèse-Gastprofessur im Fachgebiet Audiokommunikation an der Technischen Universität Berlin inne.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Sciarrino Solo

Salvatore Sciarrino: Il legno e la parola per marimbone; Christian Dierstein (Schlagzeug) | Salvatore Sciarrino: Ai limiti della note für Viola solo; Antoine Tamestit (Viola) | Frank Bridge: Lament für 2 Violen; Antoine Tamestit, Jean-Eric Soucy (Viola) | Salvatore Sciarrino: Sonate Nr. 1 für Klavier; Florian Hölscher (Klavier)

Kaum ein zeitgenössischer Komponist hat eine so eigenwillige und wiedererkennbare Klangsprache wie Salvatore Sciarrino. Neuste Aufnahmen seiner Solo-Werke für Marimba und Viola zeigen zugleich, wie er sich damit dem jeweiligen Instrument zuwendet, so lange, bis das Instrument seine Sprache spricht.


13.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Galina Ustwolskaja

Komposition Nr. 1: „Dona nobis pacem“ (1971); Michail Tokarev, Piccoloflöte; Alexei Arbuszov, Tuba; Oleg Malov, Klavier | Komposition Nr. 3: „Benedictus qui venit“ (1975); Die St. Petersburger Solisten; Leitung: Oleg Malov | Duett für Violine und Klavier (1964): Josef Rissin, Violine; Olga Rissin-Morenova, Klavier

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Paul Vincent Gunia: „Changes on a Summerday“ (Sonnleitner Streichquartett); Henrik Ajax: Sonate (Samira Spiegel, Violine; Nina Scheidmantel, Klavier); Werner Grimmel: „Im Mutterleib vernommene Gespräche“ (Stefan Schilli, Oboe; Christof Neundorf, Violoncello; Stefan Schumacher, Gitarre; Heike Grimmel, Klavier); Carl Mansker: Sonate, op. 17 (Suzanne Bradbury, Klavier)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Werke von Martin Sadowski, Rebecca Saunders, Galina Ustwolskaja u.a.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Die Trompete, Teil 2 von 2 – von Sebastian Hanusa

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Schweine-Heinz – Hörspiel von Hermann Bohlen

Mit: Heiko Pinkowski, Steffi Kühnert, Brigitte Grothum u. a.; Regie: Hermann Bohlen und Judith Lorentz; (Produktion: DLF Kultur 2017)

Reales Vorbild dieses Hörspiels zwischen deftiger Komödie und subtiler Fabeldichtung war der Elektriker Heinz Meynhardt (1935 bis 1989) aus dem sachsen-anhaltinischen Städtchen Burg. In den 70er-Jahren bemühte er sich, in eine Wildschweinrotte aufgenommen zu werden. Nach monatelangem „Futterkontakt“ und jahrelangem „Sozialkontakt“ konnte er sogar Leitbache werden. Am Ende hatte der „Schweine-Heinz“ drei Rotten unter sich, einen Doktortitel der Agrarwissenschaften verliehen bekommen und das DDR-Fernsehen mit diversen Tierfilmen bereichert.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Rebecca Saunders: „Fury II“ (Michinori Bunya, Kontrabass; Ensemble Neue Musik); „Blaauw“ (Marco Blaauw, Doppeltrichtertrompete); „shadow“ (Alexander Schimpf, Klavier); „Traces“ (Philharmonisches Orchester Würzburg: Simeon Pironkoff). Aufnahme vom 29. Januar 2019 in der Hochschule für Musik in Würzburg


14.06.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 86 – Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel; Produktion: Autoren / Deutschlandfunk Kultur 2019; Länge: 54’30. (Wdh. v. 27.05.2019)

Ansage: Von Christopher Williams und David Moss | Fin de mission: Von Bianca Künzel | Der Verfassungsschützer: Von Katja Sophia Ditzler | Außerdem: Neues aus der Wurfsendung mit Julia Tieke

„Lasst von Euch hören!“ – mit diesem Aufruf sucht Deutschlandfunk Kultur laufend nach Hörstücken für die ‚Kurzstrecke’. Informationen zur Einreichung finden Sie hier (https://kurzstrecke.deutschlandradi…). Eingegangen ist diesmal unter anderem eine ‚Ansage’: Künstliche Intelligenzen übernehmen die Sendung und liefern sich ein heißes Duell mit dem Vokalkünstler David Moss.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Klaus Hashagen: „Die Geschichten vom …“ (Ensemble Neue Pegnitzschäfer: Jorge Rotter); Heinrich Hartl: „Die kleine Meerjungfrau“ (Alexandra Eyrich, Sprecherin; Heinrich Hartl, Orgel; musica-viva-chor Bamberg: Ingrid Kasper); Horst Lohse: „AllerleiRauh“ (Trio Contraste)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Musik der Extreme – Zum 100. Geburtstag der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja

Von Julia Smilga. Kraftvoll energetisch, schlicht direkt, klar in der Botschaft. So eindringlich erscheint die Musik der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja (1919-2006). Ustwolskaja gilt neben Sofia Gubaidulina als die bedeutendste Komponistin Russlands. Nur 36 Stücke hat sie im Lauf ihres Lebens geschrieben, 25 davon ließ sie gelten – Galina Ustwolskaja hat wahrhaft gerungen um ihre Musik. Herausgekommen sind sehr spezielle, äußerst bedrängende Werke. Ustwolskaja, eine der rätselhaftesten russischen Komponistinnen, wurde erst sehr spät entdeckt. Als die Werke der damals in St. Petersburg zurückgezogen lebenden Komponistin Anfang der neunziger Jahre durch Festivals in Europa allmählich bekannt geworden waren, rief Ustwolskajas Musik Erstaunen hervor. Dass derart eigenständige und kompromisslose Kompositionen in der ehemaligen Sowjetunion völlig unbemerkt entstehen konnten, schien unmöglich. Galina Ustwolskaja studierte am Leningrader Rimskij-Korssakow-Konservatorium. Hier erhielt sie eine Aspirantur und leitete schließlich eine Kompositionsklasse an der dem Konservatorium angegliederten Musikfachschule. Ihr Kompositionslehrer Dmitrij Schostakowitsch äußerte sich begeistert über Ustwolskaja. Mehrfach setzte er sich gegen den Widerstand seiner Kollegen im Komponistenverband für sie ein. Ihre Meinung über Schostakowitsch war hingegen äußerst kritisch, sogar vernichtend. Julia Smilga zeichnet den Lebensweg der rätselhaften Künstlerin auf.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Die Quellen sprechen – Teil 8

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Eine dokumentarische Höredition. Teil 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II; Bearbeitet von Bert Hoppe

Mit den Zeitzeugen Rudolf Gelbard, Felix Lipski, Ruth Winkelmann, Sara Bialas, Lucia Heilman, Olaf Strassmann, Leon Henry Schwarzbaum und Ivan Ivanji. Mitarbeit: Imke Hansen, Martin Holler; Manuskript und Regie: Ulrich Lampen. BR in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte/Edition „Judenverfolgung 1933-1945“, 2019. Ursendung – www.die-quellen-sprechen.de – Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Kurz vor dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 – dem Unternehmen Barbarossa – hatte Hitler der deutschen Militärführung gegenüber erklärt, dass „der Kampf um unser Dasein“ gegen die Sowjetunion endlich „einmal durchgekämpft werden“ müsse. Am Tag des Überfalls erklärte Hitler, nun sei die Stunde gekommen, dem Komplott „der jüdisch-angelsächsischen Kriegsanstifter und der ebenso jüdischen Machthaber der bolschewistischen Moskauer Zentrale entgegenzutreten“. Hinter der Front, in einem langgezogenen Gebietsstreifen, der sich vom Baltikum über das östliche Weißrussland, die Zentralukraine bis nach Odessa am Schwarzen Meer erstreckte, begannen die SS- und Polizeieinheiten nun, unterschiedslos und systematisch alle Juden zu ermorden. Der Schwerpunkt des Teils 8 liegt auf jenen Regionen Weißrusslands und der Ukraine, die die Wehrmacht bereits in den ersten Kriegswochen besetzt hatte und die schrittweise von der deutschen Zivilverwaltung übernommen wurden, sobald die Front weit genug vorgerückt war. Hier entstanden im September 1941 das Generalkommissariat Weißruthenien (als Teil des Reichskommissariats Ostland, zu dem auch die baltischen Republiken gehörten) und das Reichskommissariat Ukraine.

Teil 8 dokumentiert, wie deutsche Besatzungsbeamte, Polizisten und SS-Männer in diesen beiden Territorien die antijüdischen Maßnahmen fortführten und radikalisierten, indem sie die dort lebenden Juden entrechteten, in Gettos trieben und schließlich ermordeten. Neben den Taten der Angehörigen der deutschen Zivilverwaltung, Polizei, SS und Wehrmacht zeigt dieser Teil, wie die Einheimischen darauf reagierten – von der Mitwirkung bei Mordaktionen bis zu Hilfsleistungen für die Verfolgten. Nicht zuletzt schildern die ausgewählten Dokumente die Verbrechen aus Sicht der Juden selbst und thematisieren deren Versuche, ihr Leben zu retten oder Widerstand zu leisten. Als die sowjetischen Truppen vom Sommer 1943 an die Invasoren nach Westen zurückdrängten, hatten die Deutschen dort bereits fast alle Juden umgebracht, derer sie habhaft werden konnten. Mindestens 2,5 Millionen Juden wurden innerhalb der damaligen sowjetischen Grenzen ermordet.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Dasitzen und Gedanken sortieren zu können, ist für mich der größte Luxus“ – Der Pianist und Komponist Kaan Bulak

Von Jonas Zerweck. Den Komponisten und Pianisten Kaan Bulak treibt eine Vision an: Elektronische Musik soll sich im Konzertsaal mit zeitgenössischer Klassik verbinden, egal ob mit dem Klang eines Streichquartetts oder dem eines Orchesters. Dafür sucht er nach einer eigenen Tonsprache, komponiert, sampelt Klänge und bearbeitet sie im Tonstudio. Während andere die Vermischung von Klassik mit Beats als eine Chance für die Gewinnung neuer Publikumsgruppen sehen, geht es Bulak um den künstlerischen Ausdruck. Frei von Genrebeschränkungen und Vorurteilen will er sich ganz auf Musik konzentrieren. Nicht diese müsse sich verändern, sondern ihre heutige Darstellungsform. Auf dem eigenen Label veröffentlicht Bulak seine Werke. Als #bebeethoven-Fellow denkt er als Teil einer Künstlergruppe über die Zukunft der Musik nach. Und immer steht die Frage im Raum: Wie können akustische und elektronische Musik verschmelzen?


15.06.2019


22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: music to end all music – Galina Ustwolskaja zum 100. Geburtstag

Von Ingo Dorfmüller. Galina Ustwolskajas drei schlicht ,Komposition’ genannte Werke entstanden zwischen 1970 und 1975, wurden aber erst in den 90er-Jahren außerhalb Russlands bekannt. Seither sind die Diskussionen um diese „Musik der Extreme“ nie ganz verstummt. Doch während Ustwolskajas Klavierwerke allmählich Bestandteil des modernen Repertoires werden, sind ihre größten und konsequentesten Entwürfe kaum noch zu hören. Die drei Kompositionen und die an diese anschließenden vier ,Symphonien’ (1979 – 90) sind allesamt Werke rituellen Charakters, und wie die Komponistin befand, im strengen Sinne nicht religiös, aber definitiv spirituell. Sie gleichen erratischen Blöcken, und scheinen kaum zu vermitteln: Nicht in der Sowjetunion, wo Ustwolskajas Werke zeitweise verboten waren, noch im Westen, wo sie nach anfänglicher Begeisterung bald ignoriert wurden. Es ist eine Musik, die sich ideologischer Vereinnahmung ebenso widersetzt wie dem schnellen Konsum und der Routine des Musikbetriebs.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Stimme, Teil 1 von 4 – von Julia Mihàly


16.06.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mehr als nur Theater – Die Musik von Jacques Offenbach

Er war der produktivste und erfolgreichste Operettenkomponist des 19. Jahrhunderts. Doch Jacques Offenbach konnte auch anders.

Als meisterhafter Cellist schrieb er Konzerte und Suiten für sein Instrument. Außerdem verfasste er Ouvertüren, Ballette, Kantaten und jede Menge Klaviermusik. Zum 200. Geburtstag des Komponisten unternehmen „Kaisers Klänge“ eine Reise durch den Offenbach’schen Musikkosmos jenseits der Theaterbretter.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Der Prinz von Arkadien“ – Jacques Offenbachs musikalische Traumwelt

Von Egbert Hiller. Markante Spannungsfelder bestimmten Leben und Schaffen von Jacques Offenbach: Vision und Wirklichkeit, Anarchie und Kommerz, Frankreich und Deutschland. Im Juni 1819 wurde Offenbach als Sohn eines jüdischen Kantors in Köln geboren. Schon früh zog es ihn nach Paris, wo er als Komponist, Cellist, Kapellmeister und Theaterdirektor das Musikleben aufwirbelte. Offenbach erfand die moderne Operette – und mit ihr erlaubte er sich samt ironisch-satirischem Blick auf die Welt viele (musikalische) Freiheiten. Zugleich bescherte ihm die Gattung enorme Einnahmen. Er tauchte in seinen Werken in Traumgefilde ein, spiegelte darin aber immer wieder Realität und Zeitgeschehen. Virtuos spielte er mit Farben und Formen und kreierte schräge Figuren wie den ‚Prinzen von Arkadien’, mit denen er auch sich selbst charakterisierte.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: His Master’s Choice (35)

Onuté Narbutaité: Was there a butterfly?, für Streichorchester; Ostrobothnian Chamber Orchestra, Leitung: Juha Kangas | Rytis Mazulis: Ajapajapam, für 12 Stimmen und Streichquartett; Latvian Radio Chamber Singers; Kaspars Putnins | Bronius Kutavicius: Streichquartett Nr. 2 Anno cum tettigonia; Vilnius Streichquartett | Heiner Goebbels: Chaconne – Kanterloop, für Ensemble und Elektronik; Junge Deutsche Philharmonie, Leitung: Peter Rundel | Francesco Filidei: Fiori di Fiori, für Orchester; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Emilio Pomarico | Giacinto Scelsi: In nomine lucis, für Orgel; Eric Lundquist

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