Hauptrubrik
Banner Full-Size

Philharmonie der Nationen - Förderverein weist Vorwürfe von Justus Frantz zurück [update, 9.9.]

Autor
Publikationsdatum
Body

Bissendorf - Die Kontroverse zwischen dem Chefdirigenten der Philharmonie der Nationen, Justus Frantz, und dem Förderverein des Orchesters dauert an. Der Förderverein wies am Dienstag in Bissendorf Vorwürfe von Frantz zurück, dass Musikern Geld angeboten worden sei, um nicht mehr mit ihm aufzutreten.

Der Vereinsvorsitzende Detlef Kröger wertete die Äußerungen von Frantz als «ein plumpes Ablenkungsmanöver" von eigenem Fehlverhalten. Die Gelder des Fördervereins würden zur Förderung der Musiker eingesetzt, betonte Kröger.

16 Musiker und damit fast ein Drittel des Orchesters hätten Ende Juli in München Frantz die weitere Zusammenarbeit versagt, sagte der Geschäftsführer der Orchesterverwaltungsgesellschaft, Christoph Caesar. Grund dafür sei die Forderung des Chefdirigenten an die Musiker gewesen, sich von der neuen Gesellschaft und somit vom Geschäftsführenden Vorstand und dem Geschäftsführer der Philharmonie der Nationen loszusagen.

Diese Musiker gäben der durch den amtierenden Vorstand neu aufgebauten Organisationsstruktur sowie der künstlerischen Vision für das Orchester ihre volle Unterstützung, hieß es. Auf einer noch für Dienstag anberaumten Mitgliederversammlung wollte man sich dafür einsetzen, dass die Philharmonie der Nationen «wieder eine tragfähige Zukunft als programmatisches Orchester bekommt».

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Frantz Strafanzeige gegen die Vorstände des Fördervereins gestellt hat. Darin wirft er den beiden Vorsitzenden Kröger und Michael Urban Veruntreuung von Spendengeldern sowie Verleumdung und üble Nachrede vor.

Der Streit zwischen dem Förderverein und dem Dirigenten hatte bereits vor rund zwei Wochen für Schlagzeilen gesorgt: Zunächst hatte der Vorstand mitgeteilt, dass der Chefdirigent und Gründer der Philharmonie der Nationen von sich aus sein Engagement beendet habe. Frantz wies die Berichte zurück und verkündete, dass er einen Neuanfang mit der Philharmonie plane.
 

[update, 9.9.]- Neuer Vorstand beim Förderverein der Philharmonie der Nationen
Bissendorf - Im Förderverein der Philharmonie der Nationen gibt es Querelen um den Führungsanspruch. Ein Sprecher von Chefdirigent Justus Frantz sagte am Mittwoch in Berlin, die «umstrittenen Vorstände Detlev Kröger und Michael Urban» seien am Dienstagabend bei einer Mitgliederversammlung des Fördervereins in Osnabrück «fast einstimmig abgewählt» worden. Neuer Vorsitzender sei der Kieler Steuerberater Dieter Weiland, sein Stellvertreter Karl Hermann Schleifer.

Kröger wies die Wahl am Mittwoch als «juristische Farce» zurück. Urban und er betrachteten sich als «nicht abgewählt». Es gebe nur einen Förderverein, dessen Vorsitzender er sei, betonte Kröger. Man verfolge andere Ziele als die andere Seite und halte sich beim Ausgabenverhalten an die Satzung. Es gehe darum, junge Künstler und die Idee der Philharmonie der Nationen zu fördern. Man sei aber nicht daran interessiert, «dass einzelne Leute unverhältnismäßig profitieren».

Der frühere Bundesinnenminister und Kuratoriumsvorsitzende Otto Schily zeigte sich derweil «froh und erleichtert», dass die Mitgliederversammlung des Fördervereins den bisherigen Vorstand abgewählt habe. Er freue sich «auf viele schöne Konzerterlebnisse mit Justus Frantz und der Philharmonie der Nationen».





 

Autor