Stiftung Preußischer Kulturbesitz setzt weiter auf die Länder


05.02.02 -
Zum finanziellen Engagement von Bund und Ländern in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gibt es nach Auffassung von Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann "keine Alternative". Er davon aus, dass die Haltung der Länder zu einer finanziellen Beteiligung über 2005 hinaus uneinheitlich sei.
05.02.2002 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Berlin (ddp-bln).. “Aber wenn nur zehn Länder bleiben, ist das Modell der Bund-Länder-Stiftung nicht mehr definierbar”, fügte Lehmann hinzu. “Alle 16 müssen bleiben.” Das Jahr 2002 werde “das Jahr der Entscheidung”.

In Deutschland gebe es ein “großes Missverständnis über den Begriff der Nation”. Der Bund und die ihn bildenden Länder seien die Komponenten, und diese Verfassungswirklichkeit müsse bei einer Stiftung von nationaler Bedeutung wie der SPK “nach außen hin sichtbar sein”. Wer sich zu Berlin als Hauptstadt bekenne, müsse auch zur finanziellen Verantwortung stehen, mahnte Lehmann.

Vor allem die Museumsinsel mit ihren im Zehn-Jahres-Masterplan festgeschriebenen Bauvorhaben brauche Planungssicherheit. Es müsse eine “wirkliche Bürgerbewegung für die Museumsinsel” geben. Auch das neu geschaffene Museumsinsel-Kuratorium, in dem neben führenden Industrieunternehmen Vertreter wichtiger Museen der Welt mit am Tisch sitzen, werde dem Projekt neue Impulse geben. Lehmann bezifferte die Gesamtausgaben 2002 der Stiftung auf rund 262 Millionen Euro. Etwa 123 Millionen Euro davon sind Baumittel.

Als erstes komplett saniertes Haus hat die Alte Nationalgalerie seit ihrer Eröffnung Ende vergangenen Jahres 200 000 Besucher angezogen. Das Bodemuseum soll 2005 fertiggestellt und im Jahr darauf eröffnet werden. 2007 soll das neue Eingangsgebäude auf der Museumsinsel fertig sein, die Wiedereröffnung des Neuen Museums ist für 2008 vorgesehen.

Die Staatlichen Museen zu Berlin würden von den Besuchern “als nationale Sammlung wahrgenommen, und so verstehen wir uns auch”, sagte Generaldirektor Peter-Klaus Schuster. Zugleich agiere dieser große deutsche Museumskomplex international für die Bundesrepublik. Schuster kündigte Berliner Ausstellungskooperationen mit Paris, New York, Tokio und Madrid an.

Die Ausstellung des Jahres werde “Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit” von März bis Juni im Martin-Gropius-Bau, versprach Schuster. Daran beteiligen sich 120 Museen aus aller Welt mit 600 Exponaten. Von Dezember 2002 bis März 2003 vereint eine Präsentation am selben Ort erstmals archäologische Funde der vergangenen 25 Jahre aus ganz Deutschland. “Spanische Kunst der Gegenwart” wird im Hamburger Bahnhof gezeigt.

2003 steht ganz im Zeichen deutsch-russischer Kulturbegegnungen - vor allem mit der Ausstellung “Berlin - Moskau 1950 - 2000”. 2004 wird die Neue Nationalgalerie zur einzigen europäischen Filiale des New Yorker Museums of Modern Art, das wegen Renovierungsarbeiten schließt. Berlin sei stolz darauf, gegenüber anderen Bewerbern den Vorzug erhalten zu haben, sagte Schuster.

Stärker als bisher ist die Stiftung 2002 in den einzelnen Bundesländern mit Ausstellungen und Leihgaben präsent. Ein virtuelles Netzwerk von bislang 68 großen europäischen Museen ist unter Berliner Federführung entstanden (www.euromuse.net).

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) wurde 1957 durch Bundesgesetz als Stiftung öffentlichen Rechts errichtet. Sie hat die Aufgabe, Kulturgüter des 1947 aufgelösten preußischen Staates zu bewahren und zu ergänzen. Zunächst beschränkte sich die Tätigkeit der Stiftung auf die in West-Berlin befindlichen ehemals staatlichen preußischen Sammlungen. Seit der Wiedervereinigung verwaltet sie auch die Ost-Berliner Bestände. Bund und Länder tragen die Stiftung gemeinsam, 1992 traten auch die neuen Bundesländer dem Finanzierungsabkommen bei.

Zur Stiftung gehören 17 Museen, darunter die fünf Häuser auf der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Museumsinsel, sowie die Staatsbibliothek mit zwei Häusern, das Geheime Staatsarchiv, das Iberoamerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung mit Musikinstrumentenmuseum sowie zentrale Einrichtungen.

Cornelia Krüger



















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