Es geht um Angst, Glauben, Tod und Selbstüberwindung. Auf jeden Fall geht es unter die Haut. Die Poulenc-Oper «Dialogues des Carmélites» basiert auf einer wahren Geschichte.
Der Glaube stirbt zuletzt: Die Semperoper Dresden lässt mit ihrer Neuinszenierung der Oper «Dialogues des Carmélites» («Gespräche der Karmelitinnen») von Francis Poulenc (1899-1963) das Publikum ordentlich mitleiden und regt zugleich zum Nachdenken über zentrale Fragen im menschlichen Leben an.
Bei der Premiere gab es am Samstagabend ungeteilten Zuspruch. Neben den Solistinnen - allen voran Marjukka Tepponen (Blanche), Rosalia Cid (Constance) und Evelyn Herlitzius als schwerkranke Priorin des Klosters - wurden auch die Damen des Opernchores und die Sächsische Staatskapelle lautstark gefeiert. Regie führte die Niederländerin Jetske Mijnssen, die musikalische Leitung hatte die Französin Marie Jacquot.
Oper basiert auf authentischer Geschichte
Die Oper basiert auf einer wahren Geschichte - dem tragischen Schicksal der 16 Karmelitinnen von Compiégne. Sie wurden während der Französischen Revolution 1794 hingerichtet und sind den Berichten zufolge singend auf das Schafott gestiegen. Gertrud von Le Fort hatte die Tragödie in ihrer Novelle «Die Letzte am Schafott» festgehalten. Der Stoff wurde 1960 unter dem Titel «Opfergang einer Nonne» auch verfilmt, unter anderem mit Jeanne Moreau.
1957 wurde die Poulenc-Oper an der Mailänder Scala uraufgeführt - in italienischer Sprache. Die Dresdner Inszenierung stammt aus dem Opernhaus Zürich und greift auf das französische Original zurück. Sie erzählt das Geschehen durch die Augen der Nonne Blanche, die als Figur von der Autorin Le Fort erfunden worden war.