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Alle Artikel kategorisiert unter »Semperoper Dresden«

Verachtet mir das Genre nicht – „Les Troyens“ von Hector Berlioz an der Semperoper Dresden

08.10.17 (Joachim Lange) -
Die Zuschauer, die am Premieren-Abend die Semperoper in einer der beiden Pausen verließen, haben auf jeden Fall eines verpasst: die grandiose Christa Meyer mit dem Schlussgesang der Königin Didon, wenn der Trojaner Énée, samt seiner Leute, Karthago wieder verlässt, um im Auftrag seiner Götter, Italien zu gründen. Mit dieser Rolle hat sich Christa Meyer (nach ihrer atemberaubenden Brangäne in Bayreuth) endgültige in der Liga der Sängerinnen etabliert, für die es allein schon lohnt, eine Vorstellung zu besuchen.

„Deine Lagermadonna!“ – Weinbergs „Die Passagierin“ an der Semperoper

06.07.17 (Roland H. Dippel) -
Zum Spielzeitende holt die Semperoper aus Frankfurt die beachtliche Produktion von „Die Passagierin“ in der durch ihre Sensibilität beeindruckenden Inszenierung Anselm Webers, dort künstlerischer Geschäftsführer des Schauspiels ab 2017/18. Ein weiteres Mal bestätigt sich nach der postumen szenischen Uraufführung in Bregenz 2010 die innere Kraft, der musikalische Tiefgang und das ethische Potenzial der letzten Oper des Schostakowitsch- Protegés Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) nach dem Roman der bei der Premiere anwesenden Autorin Posmysz: Zeitgeschichte mit humanistischem Format und ein Ja zum Leben noch in den allertiefsten Abgründen.

Im Zeichen der Schwerter: Dresden bringt Mozarts „Entführung“ ohne Tiefgang und Schärfe

18.04.17 (Michael Ernst) -
Just am Vorabend der erdoganistischen Selbstermächtigung brachte Dresdens Semperoper eine Neuinszenierung der „türkischsten“ aller Mozart-Opern heraus. Das kann nur ein Zufall gewesen sein. Mozart und sein Librettist wären dafür heute wohl trotzdem in Ketten gelegt worden.

Ferruccio Busonis „Doktor Faust“ an der Semperoper Dresden

21.03.17 (Roland H. Dippel) -
Nach Berlioz und Gounod sollte eigentlich Schnittkes „Historia“ die „Faust“-Trilogie des Regisseurs Keith Warner an der Semperoper Dresden vollenden. Doch dann entschied man sich für „Doktor Faust“ von Ferruccio Busoni, der mit einer Bearbeitung des Puppenspiels die Nähe zu Goethe entgehen wollte. Jetzt kam die Oper erstmals nach 1925 am Uraufführungsort heraus.

Semperoper mit 10 Premieren - Staatsopernchor wird 200 Jahre alt

28.02.17 (dpa) -
Dresden - Der Frieden als Periode zwischen den Kriegen: Die Semperoper möchte mit ihrem neuen Programm auf die Instabilität der Welt hinweisen. Ein Jubiläumskonzert gibt es zum 200-jährigen Bestehen des Staatsopernchors.

Mehr Tuch als Fühlung – Der Salzburger Osterfestpiel-„Otello“ hatte Premiere an der Semperoper Dresden

25.02.17 (Joachim Lange) -
Es war ein echter Coup mit tieferer Bedeutung, als die Sächsische Staatskapelle und ihr Chef Christian Thielemann ihren Deal mit den Salzburger Osterfestspielen eingingen. Als den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle für den von Herbert von Karajan einst erfundenen Ausflug in die Welt der Oper an die Salzach, in Baden-Baden ein noch üppiger gefüllter Brotkorb vor die Nase gehalten wurde und sie dem folgten, waren die Dresdner und Thielemann für die Nachfolge erste Wahl. Damit endete für das Sächsische Ausnahme-Orchester sozusagen die Nachkriegszeit und stellte die natürlich Rangordnung, einer auf Tradition beruhenden Qualität, wieder her. Für Salzburg springt seit vier Jahren bei diesem Deal heraus, dass ein genetisches Auch-Opernorchester im Graben sitzt, wo der Berliner Edelklangkörper bis dahin jedes Mal aufs Neue beweisen musste, dass er halt auch Oper „kann“. Und für Semperoper springt in dieser Kooperation eine 1A Produktion heraus, die in Salzburg sozusagen ihren Probelauf absolviert hat.

Musik in Farbe und Oper in Bildern: Hindemiths „Mathis der Maler“ in Dresden

02.05.16 (Michael Ernst) -
Eine musikalische Wiedergutmachung? Dresdens Semperoper hat nun endlich – als lokale Erstaufführung – „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith herausgebracht. Ein Werk, das in den Anfangsjahren des Nazi-Regimes entstand, in Hitler-Deutschland nicht aufgeführt werden durfte, 1938 in Zürich herauskam und erst 1946 in Stuttgart gezeigt wurde. Ein sperriges, ein spannendes Stück; ein Werk mit Geschichte.

Semperoper mit 13 Premieren - weiter Engagement gegen Pegida

03.03.16 (dpa) -
Dresden - Die Semperoper setzt den regelmäßigen Auftritten der Pegida-Bewegung vor ihren Türen Werke voller humanistischer Botschaften entgegen. Nachhaltig negative Auswirkungen befürchtet das Haus von den bizarren Auftritten der Islamfeinde nicht. In der kommenden Spielzeit erinnert die Oper an 350 Jahre Musiktheater in Dresden und will mit neuen Stücken zudem weiter Operngeschichte schreiben.

Gericht: Kündigung von Semperoper-Intendant Dorny nicht rechtens [UPDATE, 3.12.]

01.12.15 (dpa) -
Dresden - Die fristlose Kündigung des designierten Semperoper-Intendanten Serge Dorny ist zu Unrecht erfolgt. Das entschied die 1. Zivilkammer des Dresdner Landgerichts am Dienstag. Richter Stefan Schmitt wertete die im Februar 2014 erfolgte Kündigung als «völlig übereilt» und als Überreaktion.

Ein Schweizer für die Semperoper: Peter Theiler soll Intendant in Dresden werden

02.07.15 (Michael Ernst) -
Zuerst war es nur ein Gerücht, dann wurde es rasch zur Tatsache: Peter Theiler soll Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden werden. Der 1956 in Basel geborene Theatermann wurde von Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange dazu auserkoren, die seit dem Tod von Ulrike Hessler vakante Position neu zu besetzen.
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