Robert Kahn: Sämtliche Klavierquartette, Serenade für Streichtrio +++ Jesús Maria Sanromá: Complete Boston Pops Recordings
unüberhörbar 2026/06
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Robert Kahn: Sämtliche Klavierquartette, Serenade für Streichtrio. Oliver Triendl, Klavier; Zilliacus Trio. CPO
Zu seinem 75. Todestag wird es höchste Zeit, sich an den Mannheimer Brahms-Freund und Beinahe-Schüler Robert Kahn (Jg. 1865) zu erinnern. Die Trüffelsucher aus Georgsmarienhütte hatten zuvor unter anderem dessen Klaviertrios unters Volk gestreut, und wer schon immer fand, dass es aus der Feder des notorisch selbstkritischen Brahms zu wenig Instrumentalmusik gibt, wird Kahn mögen (der übrigens kein Epigone war). Dass alle Werke dieser Doppel-CD in Molltonarten stehen, hindert sie keineswegs daran, zwar hochromantische, doch eher optimistische Töne anzuschlagen – wodurch sie freilich bereits zu ihrer Entstehungszeit um 1900 veraltet schienen. Umso zeitloser tönen die temperamentvollen Wiedergaben der drei Damen des schwedischen Zilliacus-Trios, welches hier vom unermüdlich in Neuland vorstoßenden Oliver Triendl verstärkt wird. Welch gelöstes kammermusikalisches Miteinander!
— Mátyás Kiss
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Jesús Maria Sanromá: Complete Boston Pops Recordings. APR (2 CDs)
Heute nur Tasten-Aficionados ein Begriff, war Jesús Maria Sanromá (1902–1984), Puertoricaner katalanischer Abstammung, in den 1920er- bis 1950er Jahren vor allem in den USA einer der führenden Pianisten. 1951 ging er zurück nach Puerto Rico, wo er mit seinem Freund Pau Casals das Symphonieorchester aufbaute und 1960 bis ’80 die Klavierklasse am neuen Konservatorium leitete. Seine berühmten Aufnahmen mit den Boston Pops (der Sommermannschaft des Boston Symphony Orchestra) unter Arthur Fiedler sind nicht nur technisch superb. Sie weisen ihn als hochkultivierten Virtuosen mit sanglicher Phrasierung, delikatem Stilgefühl, erlesener Dolcezza und enormer Ausdrucksskala aus, sowohl in hochkarätigen Raritäten wie dem 2. Konzert von Edward MacDowell, dem mit dem Komponisten einstudierten Paderewski-Konzert und Tänzen aus Puerto Rico von Juan Morel Campos als auch in Mendelssohns quirlig-innigem g-moll-Konzert und Liszts zu phänomenaler Größe sich emporreckendem Totentanz. George Gershwin wünschte sich Sanromá als Idealinterpreten seiner Rhapsody in Blue und des Concerto in F, die in wahrhaft authentischer Weise dargeboten sind. Exzellentes Remastering und ein vorbildlich informierender Begleittext runden diese epochale Anthologie ab.
— Christoph Schlüren
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