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Joan Baez

Joan Baez auf dem roten Teppich der Berlinale 2023

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Der Protest geht weiter: Musik-Ikone Joan Baez wird 85

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Schon seit Jahrzehnten ist Joan Baez Gesicht der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung - und natürlich Ikone der US-Folkmusik. Jetzt wird die US-Musikerin 85 Jahre alt - und facht den Kampf neu an.

Mit glockenheller Sopranstimme sang Joan Baez gegen den Vietnamkrieg an, sie protestierte mit ihrer Akustikgitarre in der Hand gegen Rassismus - und jetzt protestiert sie lautstark gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump. «Jeden Tag passiert etwas Schlimmeres als am Tag zuvor, ein schreckliches Szenario», sagte Baez, die am Freitag (9. Januar) 85 Jahre alt wird, jüngst in einem Interview.

«Wir werden von einem Haufen wirklich inkompetenter Milliardäre regiert», sagte Baez in einem weiteren Interview. Die US-Demokratie gehe «in Flammen auf». Ihre Wut auf Trump ist so groß, dass sie sie sogar wieder mehr ins Rampenlicht trieb: Baez sang auf Demonstrationen, schrieb ein Gedicht und plant neue Protest-Musik.

Dabei hatte die vielfach ausgezeichnete Sängerin sich eigentlich schon weitgehend von der Bühne zurückgezogen, hatte viel gemalt und 2023 den autobiografischen Dokumentarfilm «Joan Baez - I Am A Noise» veröffentlicht.

Schon als Kind mit Musik und Protest

Geboren wurde Baez am 9. Januar 1941 im New Yorker Stadtteil Staten Island als Tochter eines Vaters mit mexikanischen Wurzeln und einer Schottin. Die Familie zog häufig um und Baez entwickelte schon früh ein Interesse an Musik und an Aktivismus.

«Als ich damals mit meinen Ideen auf die Straße ging, hatte ich schon ein ziemlich genaues Bild von der menschlichen Natur und den menschlichen Verhaltensweisen», sagte sie später einmal. «Das menschliche Verhalten ist schlecht.»

In den 60er Jahren wurde Baez in der florierenden Folk-Szene in den USA berühmt. Schon ihre drei ersten Alben - das 1960 veröffentlichte Debüt mit 13 traditionellen Songs, «Joan Baez, Vol. 2» von 1961 und «Joan Baez in Concert, Pt. 1» ein weiteres Jahr später - wurden Hits.

Plötzlich war Baez das Gesicht der US-Folkmusik - und Aushängeschild der linken und liberalen Bewegungen jener Zeit, mit einem Höhepunkt am 28. August 1963: Auf dem «Civil Rights March» der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King sang Joan Baez «We Shall Overcome», bis heute eines der bedeutendsten Protest- und Durchhaltelieder.

Beziehungen unter anderem mit Bob Dylan und Steve Jobs

Eine wichtige Begegnung hatte schon zwei Jahre zuvor stattgefunden: Baez lernte 1961 den damals noch unbekannten Bob Dylan kennen, den sie in ihren Konzerten einem größeren Publikum vorstellte. Die beiden Musiker wurden für einige Jahre auch privat ein Paar. Und sie schafften den Sprung vom puristischen Akustik-Folk der Anfangszeit zu einem neuen, teils elektrisch verstärkten Musikstil.

1968 heiratete Baez den Journalisten David Harris, schwanger mit Sohn Gabriel trat sie beim Woodstock-Festival auf. 1973 ließ sich das Paar wieder scheiden. Später sorgte eine Beziehung der Musikerin mit dem 2011 gestorbenen Apple-Gründer Steve Jobs für Schlagzeilen.

Immer weiter brachte Baez auch neue Alben heraus, darunter die von der Kritik besonders empfohlenen «Recently» (1987) und «Gone From Danger» (1997). Ihr bislang letztes Album «Whistle Down The Wind» erschien 2018. «Mein Leben ist reich», sagt Baez. «Und das meine ich nicht im finanziellen Sinn.»

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