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Über die Auszeichnung freuen sich v.l.n.r. Arne Meerwein (Leitung), Nico Eicher (Piano), Hans Fickelscher (Leitung), Jenny Sprenger-Müller (Vocals). Foto: Niklas Marc Heinecke

Über die Auszeichnung freuen sich v.l.n.r. Arne Meerwein (Leitung), Nico Eicher (Piano), Hans Fickelscher (Leitung), Jenny Sprenger-Müller (Vocals). Foto: Niklas Marc Heinecke

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Deutscher Jazzpreis 2026 für Groove Inclusion

Untertitel
Ein Erfahrungsbericht der Bandleader Hans Fickelscher und Arne Meerwein
Vorspann / Teaser

Seit 2014 leiten Hans Fickelscher und Arne Meerwein, beide Mitglieder im Tonkünstlerverband Baden-Württem­berg, gemeinsam mit Holger Bihr die inklusive Band Groove Inclusion. Ge­gründet wurde die Band von Rosa Bud­ziat, der damaligen Leiterin der vhs Un­teres Remstal e.V., mit Unterstützung einer einjährigen Projektförderung des Sozialministeriums Baden-Württem­berg im Rahmen von „Impulse Inklu­sion“. Seit 2015 finanziert sich Groove Inclusion ausschließlich über Auftritts­honorare, Spenden und einen kleinen Mitgliederbeitrag. 

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Nicht nur im Sozialministerium gilt Groove Inclusion als Er­folgsprojekt. Mit inzwischen mehr als 130 Konzerten im In-und Ausland begeistert die Band im­mer wieder ihr Publikum. 

Am 25. April erhielt Groove Inclusi­on im Rahmen der jazzahead! in Bre­men als erste deutsche inklusive Big Band den mit 12.000 Euro dotierten Deutschen Jazzpreis. Vergeben wird dieser im Namen des Kulturstaatsmi­nisters Wolfram Weimer, der Initiati­ve Musik und der Jury des Deutschen Jazzpreises. 

Bei der Preisverleihung im Con­gress Center Bremen sagte die Berli­ner Journalistin Maxi Broecking in ih­rer Laudatio: „In der Kategorie Musik­vermittlung und Teilhabe zeichnen wir ein Projekt aus, das Inklusion nicht als Zusatz versteht, sondern als künst­lerisches Prinzip. Hier wird nicht ne­beneinander musiziert, sondern mit­einander: mit Anspruch, Professiona­lität und echter Entwicklung für alle Beteiligten.“ 

Arne Meerwein erinnert sich 

„Als ich 2014 eingeladen wurde, ge­meinsam mit anderen eine Band zu leiten, in der Menschen mit und ohne Handicap zusammenspielen, war ich gleichermaßen erfreut wie ge­spannt. Erfahrungen in der musik­pädagogischen Arbeit mit Menschen mit besonderem Förderbedarf hatte ich bereits gesammelt, allerdings nur in Kleingruppen und nicht im Team.“ Schnell sei deutlich geworden, dass bei einer Bandgröße von 25 bis 30 Mu­sikerinnen und Musikern die Zusam­menarbeit aller drei musikalischen Leiter unverzichtbar ist. Viele der Mit­wirkenden seien damals mit geringen musikalischen Vorkenntnissen ein­gestiegen. Umso wichtiger sei die in­tensive Unterstützung innerhalb der Probenarbeit gewesen. Meerwein be­schreibt die Arbeit mit Groove Inclu­sion als große persönliche und musi­kalische Bereicherung: „Die Freude an der Musik und die Geduld beim Üben, die viele Musiker:innen mit Behinde­rung ausstrahlen, übertragen sich oft auf die gesamte Band und auch auf das Publikum. 

Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung werden bei Groove In­clusion ganz selbstverständlich gelebt.“ Besonders beeindruckend sei für ihn, wie unterschiedlich die Stärken der einzelnen Mitglieder zur Geltung kom­men. Während viele Musiker:innen ohne Behinderung stark an Noten ori­entiert seien, spielten zahlreiche Mit­glieder mit Behinderung die Stücke auswendig. Auch die Freude an solisti­schen Improvisationen sei unabhängig von einem Handicap, es gebe in beiden Gruppen eher zurückhaltende und sehr mutige Solist:innen. 

Bewegend sei außerdem die Ge­schichte eines Musikers gewesen, der vor einem schweren Unfall ein fortge­schrittener Amateurmusiker war und nach rund 30 Jahren bei Groove Inclu­sion wieder Zugang zur Musik gefun­den habe. 

Die Auszeichnung mit dem Deut­schen Jazzpreis versteht Meerwein als besondere Würdigung der gemein­samen Arbeit. Gerade der Jazz biete ideale Voraussetzungen für inklusive Musikarbeit, da Arrangements flexibel an die Fähigkeiten der Musiker:innen angepasst und auch spontan verän­dert werden könnten. Dadurch entstehe nicht nur für die Bandmitglieder, sondern ebenso für das Publikum ein überzeugendes musikalisches Erleb­nis. 

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Die inklusive Big Band „Groove Inclusion“. Foto: Eugen Mayer

Die inklusive Big Band „Groove Inclusion“. Foto: Eugen Mayer

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Hans Fickelscher ergänzt 

„Selten war ich in meiner musika­lischen Laufbahn so nervös wie vor der ersten Probe 2014 mit Groove In­clusion. Knapp 40 Musiker:innen un­terschiedlichsten Alters, mit verschie­densten Instrumenten und Fähigkei­ten, schauten mich erwartungsvoll an.“ Bis dahin habe er nur wenig Er­fahrung mit inklusiven Musikpro­jekten gehabt. 

Für die erste Probe entschied er sich für den bekannten Break des Stücks „Oye como va“. Gemeinsam wurde ein Text zum Rhythmus entwickelt, zu­nächst gesungen, dann geklatscht und schließlich mit Instrumenten gespielt. „Zu meiner Überraschung kam das un­glaublich gut an. Alle machten begeis­tert mit, und der Bann war sofort ge­brochen“, erinnert sich Fickelscher. Es folgten erste Konzerte, eine Festivalrei­se nach Peking und weitere Auftritte. „Vieles war wirklich Learning by Doing. Bei einem solchen großen Bandprojekt bleiben im Vorfeld viele Fragen offen, und lösen sich oft auf wunderbare Wei­se im gemeinsamen Tun.“ 

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