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Violeta Dinescu (li.) im Gespräch mit Claudia Bigos. Foto: © Marie Awadis

Violeta Dinescu (li.) im Gespräch mit Claudia Bigos bei „Die Klänge der Frauen“ im Roten Saal, Schloss Braunschweig am 8. März 2026. Foto: © Marie Awadis

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Eine besondere Matinee zum Weltfrauentag

Untertitel
Violeta Dinescu: Klavierheft I und II, Dora Pejačević: Klaviersonate
Vorspann / Teaser

Zum fünften Mal fand die von Clau­dia Bigos initiierte Reihe „Die Klänge der Frauen“ des DTKV Braunschweig statt. Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, standen in diesem Jahr die kroatische Komponistin Dora Pejačević (1885–1923) und die in Oldenburg le­bende aus Rumänien stammende Vi­oleta Dinescu (1953*) auf dem Pro­gramm der Matinee im Roten Saal des Schlosses in Braunschweig.

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Violeta Dinescu war selbst anwesend und konnte im Gespräch mit Claudia Bigos einen eindrucksvollen Einblick in ihr kompositorisches Denken und Schaffen geben. Von ihr erklangen Auszüge aus dem Klavierheft I „Mär­chen“, das sich mit klavierpädago­gischem Anspruch an jüngere Klavier­spieler/innen wendet und mit vielfach aus der Tierwelt gewonnenen Titeln die Interpretation durch Assoziati­onen erleichtert. Einige überzeugende Kostproben dieser kurzen Stücke ga­ben daraus die Klavierschüler Antonia Schulte und Alex Renkwitz. 

Anspruchsvoller gestaltet sich das zweite Klavierheft: „Bilder und Sil­houetten der Vögel im Duett“. Louisa Emilia Schneider aus der Klavierklas­se von Ewa Kupiec (HMTM Hanno­ver) hatte daraus eigenständig sechs Titel ausgewählt und begeisterte mit ihrer klangsensiblen und charakteri­sierenden Interpretation das Publikum für die Musik Dinescus: dem zweistim­migen Dialog der „Seidenreiher“, den rhythmisch markanten „Mauerseglern“, einem wechselhaften längeren Auftritt von „Blauzacke und Sturmtaucher“, dem als Kontrast das kurze Stück „Zilp­zalp & Kleiber“ und der anschaulich-hu­morvolle „Stelzenläufer“ folgten, ehe mit Präparationen des Klavierklangs „Das Unsichtbare“ mit einem visuell entschwebenden Glissando die durch­gestaltete und spannungsreich-emotio­nale Präsentation beendete. 

Phantasievolle Musik, pianistische Spielfreude, freie Zeitverläufe, Kon­zentration in der Form sind einige Aspekte, die diese Klavierkompositi­onen Dinescus prägen, immer mit pi­anistischen Aufgabenstellungen ver­bunden, da einige Stücke ursprüng­lich Auftragskompositionen für einen Wettbewerb waren. Im Gespräch be­tonte die Komponistin, dass sie den In­terpret/innen Freiräume lässt, so dass ihre Musik zu deren eigener Geschich­te wird. Oft gibt es eine freie Notenzei­le als Raum für eigene Ideen. Als Anre­gung für die eigene Gestaltung dienen die zauberhaften Illustrationen der No­tenausgabe. 

Ihre musikalische Muttersprache ist die südosteuropäische Musik, die sie durch Feldforschungen erkundet hat und die orthodoxe Liturgie. Der zwei­te Glanzpunkt des Konzerts war Dora Pejačevićs ausgedehnte Klaviersonate b-Moll op. 36, die von der jungen tür­kischen Pianistin Lal Karaalioğlu mit souveräner Technik, Ausdruckstiefe und klarer Stimmführung dargeboten wurde. 

Pejačevićs Sonate ist nicht auf Virtu­osität und Brillanz angelegt, sie zeigt vielmehr eine dichte motivische Arbeit im ersten Satz, eine sich schön entfal­tende Kantabilität – mit einigen leiden­schaftlichen Ausbrüchen – im lang­samen zweiten Satz und ein konzis ge­formtes Rondo als Schlusssatz. Eine begeistert aufgenommene Wiederent­deckung! 

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