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(v.l.n.r.): Julian Ritter (künstlerische Leitung), Claudia Bestler (organisatorische Leitung) und Magnus Dauner (Projektleitung). Foto: © LJJB/Stephanie Lottermoser

Das neue Team des LJJB startet motiviert ins neue Jahr (v.l.n.r.): Julian Ritter (künstlerische Leitung), Claudia Bestler (organisatorische Leitung) und Magnus Dauner (Projektleitung). Foto: © LJJB/Stephanie Lottermoser

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Bewährtes bewahren, Zukunft gestalten

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Das Landes-Jugendjazzorchester Bayern im Generationenwechsel
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Mit einer großen Feier wurde am 5. Ja­nuar eine Persönlichkeit verabschiedet, die das Landes-Jugendjazzorchester Bayern (LJJB) über viele Jahre entschei­dend geprägt hat: Willi Staud, lang­jähriger organisatorischer Leiter, trat offiziell in den Ruhestand. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbeglei­ter, ehemalige und aktive Orchester­mitglieder, Dozierende sowie Vertre­terinnen und Vertreter des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen e.V. (VBSM) waren in die Musikakade­mie Marktoberdorf gekommen, um Danke zu sagen. 

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Willi Staud war weit mehr als ein Organisator im Hintergrund. Über 28 Jahre hinweg prägte er die Arbeit des LJJB auf organi­satorischer Seite maßgeblich und führte das Orchester mit großem per­sönlichem Einsatz und einem feinen Gespür für junge Musikerinnen und Musiker durch unterschiedlichste Pha­sen. Sein Wirken war dabei stets getra­gen von der Überzeugung, dass musi­kalische Bildung mehr ist, als Technik und Repertoire: Sie ist ein Weg, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen Gemeinschaft zu schenken. Ein Gedanke, der das LJJB bis heute prägt. Die Verleihung der Carl-Orff-Medaille durch den VBSM im Oktober würdigte dieses außergewöhn­liche Engagement eindrucksvoll auf dem Festakt des Musikschultags in Nürnberg. Entsprechend emotional fiel auch der Abschied aus. Musik, Rück­blicke und persönliche Worte machten deutlich, welchen bleibenden Eindruck Willi Staud im Orchester und darüber hinaus hinterlässt. 

Gleichzeitig markierte dieser Abend einen bewussten Übergang in die Zu­kunft. Mit dem neuen Jahr übernimmt ein neu aufgestelltes Team die Verant­wortung für Organisation und künst­lerische Ausrichtung des Landes-Ju­gendjazzorchesters Bayern. Die orga­nisatorische Leitung liegt künftig bei Claudia Bestler, die bereits seit 13 Jahren als Projektleiterin gemeinsam mit Willi Staud im LJJB tätig ist. Un­terstützt wird sie von Magnus Dau­ner, der die Projektleitung übernimmt. „Wir möchten das pädagogische Kon­zept des LJJB weiterführen und wei­terentwickeln“, betont Claudia Bestler und unterstreichtdamit den Anspruch auf Kontinuität und fließendes Wachs­tum. Magnus Dauner bringt nicht nur organisatorische Erfahrung aus sei­ner Tätigkeit im Bayerischen Jazz-Ver­band mit, sondern auch eine besonde­re persönliche Perspektive: Als ehema­liger Teilnehmer des LJJB gehörte er zu den ersten Jazz Juniors, durchlief alle Förderstufen des Orchesters und war zuletzt selbst als Dozent sowie Jury­mitglied beim Landeswettbewerb JU­GEND JAZZT tätig. Der studierte Jazz- Schlagzeuger war viele Jahre als frei­schaffender Musiker aktiv. „Durch die Verbandsarbeit im Jazz-Verband bin ich mehr mit der Organisation in Kon­takt gekommen“, sagt Dauner. Der Rol­lenwechsel fühle sich zwar herausfor­dernd an, aber stimmig: „Der Blick von der anderen Seite ist natürlich gefragt und gefordert, aber es fühlt sich sehr natürlich an.“ 

Auch künstlerisch stellt sich das LJJB neu auf. Seit Januar 2025 hat Ju­lian Ritter die künstlerische Leitung übernommen und dies in einem flie­ßenden Übergang als Nachfolger von Harald Rüschenbaum, der das Orchester weiterhin als Dozent bereichert. Ritter ist dem LJJB seit Langem eng verbunden: Der gebürtige Bayreuther, ehemals selbst Mitglied im Landes-Ju­gendjazzorchester Bayern, absolvierte später ein Jazzsaxophon-Studium und schloss mit einem Master in Kompo­sition und Arrangement an der Hoch­schule für Musik und Tanz Köln ab. Er etablierte sich als international tätiger Saxophonist, Arrangeur und Bandlea­der, arbeitete unter anderem mit Moop Mama, Akua Naru oder dem Glenn Mil­ler Orchestra und wurde 2023 erstmals auch als Dozent im LJJB tätig. Ein Jahr nach der offiziellen Übergabe zieht Juli­an Ritter ein erstes Resümee: „Mit dem pädagogischen Konzept des LJJB wur­de ein Konstrukt erschaffen, das eine breite Jugendförderung gewährleistet. Das ist sehr schützenswert und einma­lig in dieser Form.“ Besonders hebt er die Durchlässigkeit zwischen den Al­ters- und Leistungsstufen hervor: Jun­ge und ältere Teilnehmende begegnen sich auf Augenhöhe, lernen voneinan­der und übernehmen Verantwortung. „Jede Person im Konstrukt darf und soll mitkriegen, welche Wirkung sie haben kann in einem musikalischen Gefüge“, so Ritter. Die jungen Musike­rinnen und Musiker entwickeln dabei ein starkes Selbstbewusstsein: „Ich bin wichtig, ich habe eine Wirkung.“ 

Diese Haltung prägt auch die Zu­sammenarbeit des neuen Teams. Die Schnittstelle zwischen künstlerischer Leitung, Organisation und Projektlei­tung ist bewusst eng angelegt. In regel­mäßigen Arbeitstreffen wird gemein­sam ausgewertet, geplant und weiter­gedacht. „Natürlich gibt es eine Kom­petenzverteilung“, sagt Ritter, „das Ziel ist es aber, immer nah aneinander zu sein, die Arbeit des anderen zu verste­hen.“ Claudia Bestler ergänzt: „Auch wenn wir unterschiedliche Kompe­tenzen und Aufgabengebiete haben, so ist doch die Haltung, mit der Dinge an­gegangen werden, identisch.“ Magnus Dauner beschreibt seine neue Aufgabe als das Schaffen eines sicheren Rah­mens: „Ein System, das Sicherheit ver­mittelt und fordert und das Bewusst­sein schärft, welche Wirkung man in einem sozialen Gefüge hat. Und das machen wir mit Musik und Jazz.“ 

Das Landes-Jugendjazzorchester Bayern ist weit mehr als ein Spitzenensem­ble. Unter der Trägerschaft des VBSM steht es für einen ganzheitlichen Bil­dungsansatz, der musikalische Exzel­lenz mit gesellschaftlicher Verantwor­tung verbindet. Die Fördermaßnahmen begleiten junge Menschen über viele Jahre hinweg. Von den Jazz Youngsters über Jazz Juniors, Bigband- und Vocal- Formate bis hin zum Orchester selbst. Alle spielen miteinander auf Augenhö­he und ohne Angst, Fehler zu machen. Die Essenz der musikalischen Bildung im LJJB lautet: Es gibt viele Wege. Es geht um Menschenbildung. Der Ab­schied von Willi Staud und der gleich­zeitige Start des neuen Teams stehen exemplarisch für diese Haltung. Be­währtes wird wertgeschätzt, Verant­wortung weitergegeben und Raum für neue Ideen geschaffen. Der VBSM ist dankbar für die wertvolle Arbeit des LJJB und blickt mit Zuversicht nach vorne: in eine Zukunft, in der das Lan­des-Jugendjazzorchester Bayern wei­terhin junge Persönlichkeiten bildet und den Jazz als lebendigen, offenen Teil unserer Kultur erlebbar macht. 

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