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Die Kinder der ersten Klassen aus der Kooperation der Michael-Ende-Grundschule unter der Leitung von Mira Kostova eröffneten das 50-jährige Jubiläum mit „Konfetti und Trompeten“. Foto: © Janis Paraschidis

Die Kinder der ersten Klassen aus der Kooperation der Michael-Ende-Grundschule unter der Leitung von Mira Kostova eröffneten das 50-jährige Jubiläum mit „Konfetti und Trompeten“. Foto: © Janis Paraschidis

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Gemeinschaft, die klingt

Untertitel
50 Jahre Musikschule Unterschleißheim
Vorspann / Teaser

Wenn eine Musikschule ihr 50-jäh­riges Bestehen feiert, ist das mehr als ein Jubiläum – es ist auch ein Blick auf das, was musikalische Bildungsarbeit heute ausmacht. Die Musikschule Un­terschleißheim nutzte diesen Anlass, um zu zeigen, wie stark ihr Profil von Kooperation und Gemeinschaft ge­prägt ist. Beim großen Jubiläumskon­zert wurde hör- und sichtbar, was ge­lingt, wenn Musikschule, allgemein­bildende Schulen und weitere Partner auf Augenhöhe zusammenarbeiten. 

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Musikschulleiterin Victoria Sche­rer stellte diesen Gedanken gleich zu Beginn in den Mittel­punkt: „Ich weiß, wie kostbar die Kooperationsarbeit ist – und es lohnt sich.“ Für sie bedeutet Koopera­tion vor allem eines: musikalische Bil­dung dorthin zu bringen, wo Kinder und Jugendliche sind. Gerade in Klas­senprojekten wie Bläser- oder Band­klassen, Chorprojekten oder Koopera­tionen mit Grundschulen, Förderschu­le und weiterführenden Schulen errei­chen Musikschulen auch diejenigen, die sonst vielleicht nie ein Instrument in die Hand genommen hätten. Der Mehrwert geht dabei über das Musika­lische hinaus. Gemeinsames Musizie­ren stärkt soziale Kompetenzen, ver­langt Zuhören, Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. In der Praxis entste­hen immer wieder überraschende Ent­wicklungen: Lehrkräfte berichten etwa von Kindern, die zunächst zurückhal­tend sind und erst nach Monaten begin­nen, sich musikalisch einzubringen – manchmal mit erstaunlicher Kreativi­tät. „Kooperationsarbeit siebt nicht aus, bevor ein Kind seine Begabung entdecken kann“, beschreibt Scherer diesen inklusiven Ansatz. Dass Koope­rationen gelingen, ist jedoch kein Selbstläufer. Sie brauchen Zeit, Vertrau­en und vor allem Kommunikation. Mu­sikschule und allgemeinbildende Schu­le arbeiten mit unterschiedlichen Strukturen und Erwartungen. Umso wichtiger ist der regelmäßige Aus­tausch über Abläufe, Rollen und Ziele. Scherer betont: „Wenn man mit Au­thentizität und Begeisterung auf die Menschen zugeht und bereit ist, auszu­probieren und nach gewisser Zeit Din­ge anzupassen, lassen sich viele für ei­ne gemeinsame Idee gewinnen.“ Auch das Jubiläum selbst war ein Beispiel für diese gelebte Zusammenarbeit. Schüle­rinnen und Schüler aus verschiedenen Kooperationen standen auf der Bühne: von Singklassen in den Grundschulen über Bläserklassen der Realschule, Bandklassen der Mittelschule und des Gymnasiums bis zu Ensembles aus dem Instrumentalunterricht. Über 500 Gäste erlebten ein Programm, das die Vielfalt der Musikschularbeit widerspiegelte. Für Unterschleißheims Ersten Bürger­meister Christoph Böck ist diese Viel­falt ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens vor Ort: „Schon frü­her hieß es: Die Aufgabe der Musik­schule ist es, den Zugang zum be­wussten Musikhören und zum eigenen Musizieren zu eröffnen. Ich freue mich, dass die Musikschule so ein fester Be­standteil hier in Unterschleißheim ge­worden ist.“ Auch aus Verbandssicht gilt die Musikschule inzwischen als bei­spielhaft. Christian Bühn, zweiter Vor­sitzender des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen, würdigte die Arbeit vor Ort: „Gute Musikschularbeit bedeutet, mit den Potentialen unserer Kinder und Jugendlichen zu arbeiten, die sie mitbringen.“ In Unterschleiß­heim werde genau das umgesetzt; durch aktives gemeinsames Musizieren, das Motivation und Leistungsbereitschaft entstehen lasse. Rund 700 Kinder errei­chen die Kooperationen der Musikschu­le inzwischen. 

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Unterschleißheims Erster Bürgermeister Christoph Böck mit Musikschulleiterin Victoria Scherer auf dem Musikschuljubiläum. Foto: © Janis Paraschidis

Unterschleißheims Erster Bürgermeister Christoph Böck mit Musikschulleiterin Victoria Scherer auf dem Musikschuljubiläum. Foto: © Janis Paraschidis

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Besonders eindrucksvoll wurde der Gemeinschaftsgedanke im Finale des Jubiläumskonzerts. Beim eigens arran­gierten Abschlussstück „Celebration“ musizierten Lehrkräfte, fortgeschrit­tene Schülerinnen und Schüler sowie Schülerinnen und Schüler aus den Ko­operationen gemeinsam auf der Büh­ne. Das Bild dieses großen Ensembles stand symbolisch für das Selbstver­ständnis der Musikschule: musikalische Qualität und breite Teilhabe gehören zusammen. Oder, wie Schulleiterin Vic­toria Scherer Sir Simon Rattle zitiert: „Musik ist kein Luxus, sondern schiere Lebensnotwendigkeit.“ Das Jubiläum hat gezeigt, was entstehen kann, wenn viele Menschen diese Überzeugung tei­len – in einem engagierten Kollegium, mit starken Partnerschaften und mit Kindern und Jugendlichen, die gemein­sam Musik machen. Eine Gemeinschaft, die klingt, erfolgreich gelingt und über sich hinauswachsen kann.

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