Das dritte VBSM-Musikschul-Symposium unter dem Titel „Musikschulen im Ganztag“ findet am 13. und 14. November 2026 in der Kreismusikschule (KMS) Erding statt. Veranstaltet wird es vom Verband Bayerischer Sing-und Musikschulen e. V. (VBSM) und der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) in Kooperation mit der KMS Erding. Die vier zentralen Themenbereiche werden dabei „Chancen, Herausforderungen, Inhalte und Strukturen“ sein. Peter Hackel, Initiator des Formats, Dozent an der HMTM und Leiter der KMS Erding, Prof. Dr. Andrea Sangiorgio, Professor für Elementare Musikpädagogik (EMP) und Leiter des Instituts für künstlerisch-pädagogische Studiengänge an der HMTM, sowie Brigitte Riskowski, Fortbildungsreferentin im VBSM, haben dazu ein umfassendes Programm zusammengestellt:
Das Planungsteam: Prof. Dr. Andrea Sangiorgio, Brigitte Riskowski und Peter Hackel. Foto: VBSM
Lebendiger Erfahrungsaustausch
Faktoren von begeisterndem Unterricht in diesem Bereich mit großen Gruppen, Zusammenspiel von Anfang an oder die Anwendung von praktischen Strategien aus der EMP mit Instrumenten gehören genauso dazu wie organisatorische/pädagogische Herausforderungen sowie Austauschformate mit Schulleitungen und Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen. Neben Beiträgen von Sangiorgio und Hackel werden unter anderem Prof. em. Dr. Wolfgang Rüdiger, ehemals Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Friedrich-Koh Dolge, 1. Vorsitzender des Verbands deutscher Musikschulen und Direktor der Stuttgarter Musikschule, Robert Wagner, Leiter der Musikschule Fürth e. V., Claudia Schmidtpeter (HMTM), Florian Beyer, Leiter der Städtischen Sing-und Musikschule Ingolstadt, Lisa Milyukova, Stv. Leiterin der Städtischen Sing- und Musikschule und Lehrkraft an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg, Markus Lentz, Leiter der Musikschule Grünwald e. V. und Folko Jungnitsch, Leiter der Musikschule Pullach i.Isartal dabei sein. Mehr Infos zum Ablauf, zum Programm und zur Anmeldung sind auf der Webseite musikschul-symposium.info zu finden.
Mit den Initiatoren des Symposiums sprach Fortbildungsreferentin Brigitte Riskowski.
Brigitte Riskowski: Peter Hackel, als VBSM-Fachberater für Gitarre und für Lehren im Netzwerk Musikschule beschäftigen Sie sich regelmäßig in Fortbildungen oder Austauschformaten mit dem Thema Kooperationen/Ganztag. Wann und wie kamen Sie zuerst damit in Kontakt?
Peter Hackel: Ursprünglich wurden wir an der Kreismusikschule Erding durch einen Schulleiter einer Grundschule schon vor zwanzig Jahren dazu motiviert, ein an den schulischen Ablauf gekoppeltes Angebot zu entwickeln. Viel Erfahrung in reiner EMP war damals zwar vorhanden, das Ganze aber mit Instrumenten wie Blockflöte, Cajon oder Gitarre in großen Gruppen zu verbinden war neu, sehr herausfordernd und mit viel „learning by doing“ verbunden. Aber es hatte Erfolg. Ich selbst habe 2012 mit Gitarren- AGs begonnen und führe diese auch aktuell noch mit großer Begeisterung weiter.
Riskowski: Was ist Ihre Quintessenz aus dieser langen praktischen Erfahrung?
Hackel: Ich habe generell gelernt den Unterricht flexibler und kontextsensitiver zu gestalten. Zudem bereitet es mir viel Freude, neue Inhalte und Konzepte zu entwickeln und auszuprobieren. Wichtig ist mir dabei, dass vielen Kindern, die ohne die AGs in der Schule wahrscheinlich nicht aktiv musizieren würden, eine Möglichkeit geboten wird.
Riskowski: Nachdem Sie 2019 das erste Musikschulsymposium initiiert haben: wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München?
Hackel: Nachdem ich bereits ab 2013 als Lehrbeauftragter an der HMTM meinen direkten Praxisbezug einbringen konnte, hat sich die Tätigkeit dort, inzwischen als Dozent für Instrumental- und Gesangspädagogik sowie Mitglied im Leitungsteam des Instituts für künstlerisch-pädagogische Studiengänge, intensiviert. An Musikschulen haben wir die Verbindung von pädagogischem, künstlerischen und sozialem Fokus fest im Blick. Diese interessante Kombination sollte deshalb auch ein essenzieller Bestandteil in der Ausbildung unserer Studierenden sein. Daher ist die HMTM seit 2019 Partnerin des Symposiums.
Riskowski: Prof. Dr. Andrea Sangiorgio, Sie sind als Institutsleiter und Professor für EMP Vertreter seitens der Hochschule für Musik und Theater München auf dem Symposium. Worauf freut sich Ihr Institut bei dieser Zusammenarbeit?
Prof. Dr. Andrea Sangiorgio: Wir freuen uns vor allem darauf, durch den lebendigen Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit den Musikschulen und dem Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen die Qualität der künstlerisch-pädagogischen Hochschulausbildung zu stärken und innovative Perspektiven für die Arbeit in den Ganztagschulen gemeinsam zu gestalten. Außerdem kann gerade die EMP einen wichtigen Beitrag leisten, da es um einen niederschwelligen Ansatz für die Arbeit mit Gruppen geht; sei es mit Stimme, Bewegung oder auch mit unterschiedlichen Instrumenten.
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