Festangestellte Musikschullehrer:innen an öffentlichen Musikschulen in Berlin und Hamburg fallen unter den Tarifvertrag des öffentlichen Diensts der Länder. Bei Freien ist das Honorar teilweise an den TV-L gekoppelt. Die Kolleg*innen fordern in der laufenden Tarifrunde eine monatliche Entgelterhöhung von 7 Prozent – mindestens 300 Euro – sowie Verbesserungen, die den Beruf langfristig attraktiver machen.
© ver.di
Für faire Arbeit an Musikschulen und Theatern
In ver.di organisierte Musikschullehrkräfte konnten an Online-Veranstaltungen zur Tarifrunde teilnehmen. Vertreter*innen aus ver.diGremien beantworteten Fragen. Mit dabei war auch Franziska Gröpl, die in der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst die Perspektive der Musikschullehrkräfte vertritt. Die Kolleg*innen sprachen über ihre Themen und Forderungen für die Verhandlungen. Die Diskussion zeigte deutlich, dass Musikschullehrkräfte bundesweit unter ähnlichen Bedingungen arbeiten und es viele Gemeinsamkeiten bei den Herausforderungen gibt. Die in ver.di organisierten Kolleg*innen vernetzen sich deshalb auch über die Tarifrunde hinaus, um nachhaltig Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen zu erreichen.
Am 20.1.26 streikten Lehrkräfte der Hamburger Musikschule. Auch die Kolleg*innen aus den Landestheatern sind in dieser Tarifrunde auf der Straße und streikten am 23.1.26 erstmalig alle gemeinsam an einem Tag.
Angespannte Zeiten
„Die Kultur steht in wirtschaftlich angespannten Zeiten besonders unter Druck. Gerade daher wollen diejenigen, die den Kulturbetrieb an ihren Häusern Tag für Tag überhaupt erst möglich machen, mit dem Warnstreik ein klares Signal an die öffentlichen Arbeitgeber senden: Die Beschäftigten der Bühnen lassen sich nicht mit ein paar Bröckchen abspeisen, sondern verdienen spürbare Verbesserungen beim Gehalt.“ Christoph Schmitz- Dethlefsen, ver.di-Vorstandsmitglied, zuständig für Kultur.
Das Streikorchester der Lehrkräfte in Hamburg bei der ver.di-Pressekonferenz zum Streik am 19. Januar 2026. Foto: © Farina Mietchen
Einen gigantischen Erfolg feiern die technischen Beschäftigten und Verwaltungsmitarbeitenden der Schaubühne SAL in Berlin. Bislang wurden dort die in den Tarifrunden der Länder durchgesetzten Entgelterhöhungen nicht automatisch übernommen, wie dies an den Landestheatern der Fall ist. Am 22. Januar einigten sich die ver.di Verhandlungskommission und die Geschäftsführung darauf, dass ab sofort für Beschäftigte und Auszubildende dynamisch die jeweils aktuell gültigen Entgelte des Tarifvertrags der Länder gelten, ohne Nachverhandlungen. Damit ist klar: Sicherheit und Bezahlung nach Branchenstandard. Außerdem verpflichtet sich die Schaubühne weitere Tarifregelungen, die in den Verhandlungen des TV-L abgeschlossen werden, sinngemäß in den Haustarifvertrag zu übernehmen.
Das solidarische Netzwerk unter den technischen Beschäftigten und Verwaltungsmitarbeitenden der Berliner Bühnen und der Mut der Kolleg*innen an der Schaubühne hat das möglich gemacht. Das zeigt: Solidarität und Zusammenhalt in der Belegschaft bringen Erfolge.
Die 3. Verhandlungsrunde findet Mitte Februar statt (Stand 23.1.26).
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Von der Straße in den Musiksaal und zurück ...
Tarifrunde Entgelt im TvL – Beispiel Hamburg
Die Lehrkräfte der Staatlichen Jugendmusikschule sind Landesbedienstete. Somit wird in den momentanen Tarifverhandlungen im Bereich der TdL auch ihr Entgelt neu verhandelt.
Am 15.12.25 starteten die Musikschullehrkräfte mit einem eintägigen Warnstreik – und auf der Straße, wie man es von Streiks in Tarifrunden kennt. Aber das Gewerkschaftshaus in Hamburg hat einen wunderschönen, vor einiger Zeit restaurierten Musiksaal. Der sollte ja auch mal wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden. Außerdem zeigen sich Musikerinnen und Musiker am liebsten in ihrer Fachlichkeit: Für die Umrahmung der Pressekonferenz des ver.di-Landesbezirks zum Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde bildete sich ein Streikorchester. Wenn Musikerinnen und Musiker grüne Westen statt schwarzer Anzüge tragen … bevor dann am folgenden Tag mehr als 40 Lehrkräfte dem Streikaufruf folgten und erneut auf die Straße gingen. Noch gibt es kein Verhandlungsergebnis. Die Hamburger Musikschullehrkräfte werden von sich hören lassen!
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