12. Tag: ...ins offene Messer...


(nmz) -
16.07.2008

"Schildkrötensuppe" war das letzte (von der Pianistin Pi-hsien Chen gesprochene) Wort des ersten Stückes des gestrigen 17-Uhr-Konzerts in der Orangerie. In "Shellbum Album" beschreibt Manos Tsangaris (der die 1992 entstandene Komposition in einem Gespräch mit mir als "Gelegenheitswerk" bezeichnete) die Auftauchmomente einer (offenbar recht eloquenten) griechischen Wasserschildkröte. Und da Tsangaris (wie er mir ebenfalls mitteilte) seit 2002 keine Rezensionen seiner Werke mehr liest, werde ich im Folgenden versuchen, eine unreflektierte Hasstirade, die sich gleichsam gegen sein Gesamtwerk in toto aussprechen möge, als wissenschaftliche Rezension zu verkaufen, gerade weil der eigentlich sympathische Tsangaris davon nie erfahren wird.

Obwohl, nein, werde ich nicht. Keine Lust.

Dabei gab es in den gestrigen Konzerten sehr wohl Lustvolles auf die Ohren. Eine wirkliche Entschädigung für vieles bisher Gehörte und Ertragene. Im ersten Konzert beispielsweise penetrierten die virtuosen Darmstadt-Dozenten Carin Levine (Flöte), William Forman (Trompete) und Marcus Weiss (Saxophon) in Vykintas Baltakas "Unvollendeter" ihre Instrumente auf virtuos-trashig-angenehme Art und Weise. Ein echter Hörgewinn.

Das Konzert stand gleichwohl (aber das betraf primär die von mir intuitiv schlecht gewählte Sitzreihe weiter hinten) unter keinem guten Stern, was das Publikum anbelangt. In einer Umbauphase schlug eine koreanische Konzertbesucherin plötzlich einen älteren, frisurspezifisch unterbelichteten Herrn mit dem Programmheft auf dem Kopf. Zunächst hielt ich das noch für eine uralte traditionelle, für uns Europäer eben ungewöhnlich-kuriose asiatische Begrüßung. Als die junge Frau dann aber mit dem zerknüllten Programmheft nach ihm warf und ihn dann noch so heftig am Kragen zog, dass er fast umgefallen wäre, war in etwa klar, worum es ging.

Wenige Minuten später machte ein ohnehin sehr störend-geräuschvoller Fotograf auf sich aufmerksam, weil er noch halb im Konzertsaal ein Telefongespräch annahm und fröhlich losplauderte.

Um 20.30 Uhr traten dann die Neuen Vocalsolisten Stuttgart auf, um ihr einzigartiges Können zu beweisen. Der Höhepunkt des Konzerts war Annette Schmuckis "träumen/bergen. 17 Reusen" für sechs Stimmen (2007 komponiert), das so gaga-dada-humorvoll, ausgehört, harmonisch interessant, formal spannend und facettenreich war, wie kein anderes mir bekanntes Vokalwerk der letzten Jahre. Schade, dass Annette Schmucki nicht anwesend war. Ich hätte ihr gerne gratuliert.

Im Vergleich zu dem wirklich schlechten, viel zu langen, letztlich peinlichen und zu Recht ausgebuhten Werk von Gerhard Stäbler ("…ins Offene…" - schon dieser schrecklich abgegriffene Titel spricht Bände…) wirkte dann das letzte Werk des Abends (nach einem nichtssagenden Stück von Tatjana Kozlova) wieder wie eine Offenbarung. In Mischa Käsers "Präludien 1. Buch" (2006) reizt der Komponist die überragenden Fähigkeiten der Vocalsolisten mit viel Witz und Intelligenz aus. Und nach einem lustigen "a-e-i-o-u"-Staccato-Reigen in einem der Präludien war mir dann auch klar, warum die Vocalsolisten Vokalsolisten heißen…

In diesem Moment findet gerade eine Podiumsdiskussion mit Wolfgang Rihm und Brian Ferneyhough statt. Um 15.30 Uhr darf ich dann mein Quintett präsentieren. Mal sehen, was passiert.

Das verstehe ich jetzt

Das verstehe ich jetzt nicht. Ich dachte, Ihr Stück wird mangels Geigen nicht gespielt, oder ist das jetzt nur eine nicht-öffentliche Präsentation?


Nein, präsentieren im Sinne

Nein, präsentieren im Sinne von Vorstellen - mit Noten und einer Aufnahme vielleicht. So habe ich es verstanden. So eine Art Workshop.


Richtig, es handelte sich

Richtig, es handelte sich dabei um eine Präsentation mit Partitur und CD. War nett.


Warum hat denn jetzt die

Warum hat denn jetzt die Koreanerin auf den Glatzköpfigen eingeschlagen? Hatte er ihr gerade eröffnet, dass ihr neues Stück “mangels Bratschen” jetzt doch nicht aufgeführt werden darf? Oder dachte sie, er sei Gerhard Stäbler?


Ich weiß es natürlich

Ich weiß es natürlich nicht genau, vermute aber irgendetwas im privaten Bereich. Und das gehört freilich nicht hierher! ;-)


Ja, sehr nett war's. Damit

Ja, sehr nett war’s. Damit hätte ich, angesichts des vorab inszenierten Grolls(!), gar nicht gerechnet. Insbesondere Wolle Rihms Ausführungen zu Analogie und Differenz von Kotz- und Furzgeräuschen dürfte den Komponistennachwuchs noch einige Zeit beschäftigen. Vermisst habe ich bloß das angekündigte kühle Pils. War das verschämt als Apfelsaft getarnt?


Nein, das Bier habe ich

Nein, das Bier habe ich bewußt weggelassen. Das war tatsächlich Apfelsaft. “Verschämt” kommt in meinem Vokabular kaum vor. In Ihrem offenbar schon, denn ich keine weiterhin keinen Teilnehmer mit dem Namen “Cosmas Maria”. Schade, daß Sie nicht - wenn Sie schon hier sind - den Mumm hatten, auf mich persönlich zuzugehen.


Nein, kein Teilnehmer. Ich

Nein, kein Teilnehmer. Ich bin eigens Ihretwegen angereist. Aber weshalb hätte ich auf Sie zugehen sollen? Wo Sie doch so deutlich betont haben, wie nahe Ihnen die Geste der Abweisung ist. Und was das “Pseudonym” anbelangt: Zumal im Dunstkreis der nmz sollte das nun wirklich kein Problem sein. Dort hält man sich seit einiger Zeit doch diesen mysteriösen “Bad Boy”…


Das ist hier nicht der

Das ist hier nicht der Dunstkreis der nmz, sondern die Website nämlicher. Aber wo wir schon den “Bad Boy” genannt haben, ist es mir in der Funktion des Admin eine Art heilige Pflicht, auf seine Texte hinzuweisen. Hier erschlossen über die Suchmaschine der nmz.


"[...] eigens Ihretwegen

”[…] eigens Ihretwegen angereist.” Sehr schön. Und, wie lange bleiben Sie? ;-)

Rihm hat mich nach der Geste der Abweisung gefragt und ich habe darauf geantwortet. Mit ausreichendem Ironiegewürz in der Stimme.

Sie scheinen ja wirklich schwer beleidigt zu sein. Habe ich etwa eines Ihrer Werke oder vielleicht das Ihrer Freundin kritisiert? Dazu kann ich nur sagen: mir geht es nicht um einzelne persönliche Beleidigungen, sondern um den Neue-Musik-Betrieb, um eine Darmstadt-Kritik - und darunter fallen eben auch die Konzerte (und die erklingende Musik, die ich eben häufig unspannend und mutlos fand - ungefährt so, wie die Mutlosigkeit, die Sie mit Ihren anonymen Kommentaren ausdrücken). Und wie Sie vielleicht gemerkt haben, bin ich in den letzten Tagen dazu übergegangen, statt “man” “ich” zu schreiben.

Natürlich sind Sie nicht meinetwegen angereist, sondern seit dem Eröffnungskonzert hier. Enttarnen Sie sich und bitte weichen Sie mir nicht weiterhin aus. So bleibt alles so, wie es ist. Und das will keiner. Dafür spricht die heutige Diskussion um die Zukunft von Darmstadt (die - wie gesagt - nicht von mir entfacht wurde). Um genau zu sein: die Diskussion wurde sogar von einer Komponistin initiiert, deren Werk ich (zusammen mit anderen) böse kritisiert habe. Ihr konnte ich inzwischen vermitteln, dass es mir nicht darum geht, junge Komponisten zu beleidigen.

Vielleicht schaffen Sie es ja bis zu Ihrer Abreise (;-) noch, auf mich zuzukommen.

Oder sich zumindest bei dem Bier in der Hotelbar zu erkennen zu geben. Denn das wäre vielleicht nicht das erste Bier, das man gemeinsam einnimmt…

Im Übrigen dürfte doch allen klar sein, wer der “Bad Boy” der nmz ist, oder? Ich kenne niemanden, der es nicht weiß.

In diesem Sinne: bis heute Abend.

Arno Lücker


...bei allen zärtlichen

…bei allen zärtlichen Bekanntschafts-Offerten: Mich würden sehr die konstruktiven Änderungsvorschläge der Studentinnen und Studenten interessieren in Sachen Darmstadt - so konkret wie möglich reportiert - lieber Herr Lücker. Außerdem würde ich gern mehr über die Konsistenz des “Ironiegewürzes” in Ihrer Stimme (Curry? Knoblauchsalz? Sojasoße?) und über die Bewegungsform der beschriebenen “Abweisungsgeste” erfahren, ganz zu schweigen von der Art der “Nettigkeit” im Rahmen Ihrer Präsentation - und über Gründe des Instrumentalistenmangels… - Fragen über Fragen - erbitte sehnlichst Hinweise…


"Mich würden sehr die

Mich würden sehr die konstruktiven Änderungsvorschläge der Studentinnen und Studenten interessieren […].” – Da schließe ich mich Theo Geißler vollumfänglich an. Lieber Herr Lücker, um falschen Vermutungen vorzubeugen: Sie haben mich keineswegs beleidigt, auch kein “Werk” von mir. (Ich komponiere nicht, meine Freundin – soweit ich weiß – auch nicht.) Gestört habe ich mich allein an der Art und Weise Ihrer Kritik, am vollmundigen Bemängeln ex negativo. Kaum etwas taugt, nahezu alles rangiert irgendwo zwischen langweilig, abgestanden und unerträglich. Mit solchen Abkanzelungen und - mehr noch - mit der Selbstsicherheit von deren Formulierung evozieren Sie eine Erwartungshaltung: Zeig’ mir, wie es anders gehen könnte, was besser zu machen sei! Aber gerade das lösen Sie nicht ein; stattdessen räsonieren Sie über mafiöse Seilschaften und fehlende Geigen. Nicht sehr erhellend. Vielleicht klappt’s ja noch mit dem Bier an der Hotelbar (oder sonstwo), um konkreter zu werden? Ich wäre gespannt.

Und natürlich weiß ich, wer der “Bad Boy” ist: Dieser Münchner. Wie hieß er noch…? Wilhelm Killmayer. Oder etwa nicht?


"Kaum etwas taugt, nahezu

Kaum etwas taugt, nahezu alles rangiert irgendwo zwischen langweilig, abgestanden und unerträglich.” - das ist keine Kritik, sondern eine relativ nüchterne Zustandsbeschreibung. Wobei es durchaus Lichtblicke in Lückers Rezensionen gab, aber nunja, auch die sind subjektiv. Hingehen, selbst hören. Aber Sie sind ja nun scheinbar da, wenn auch anonymst.
Achso, übrigens, den Stein der Weisen der Neuen Musik wird weder Lücker noch sonst jemand dort finden, also sollte man die Erwartungshaltung (wie bei aller Musik überhaupt) tief unten in den Koffer packen. Und Lücker ist auch nicht dort um sich draußen vor der Turnhalle mit dem Orchestrion hinzustellen und ein Gegendarmstadt (Oberdarmstadt? Hintenrumindiebrustdarmstadt?) zu eröffnen.
Ist es nicht eher so, dass KEIN Neue-Musik-Festival der Gegenwart jubelnde Rezensenten, Interpreten, Komponisten und Zuhörer erlebt? Und ist es nicht eher so, dass das GUT SO ist? Ich wage mir ein solches Festival jedenfalls kaum vorzustellen…


Das finde ich eine sehr

Das finde ich eine sehr bedenkenswerte Bemerkung, einerseits; andererseits suspendiert es nicht die Institution Darmstadt etwas zu tun, damit dieses Nebeneinander von “besserer” und “schlechterer” Musik positiv gewendet werden könnte - als Ausgangspunkt für richtige Kurse.

Dazu müsssten meines Erachtens vor allem die “Leuchttürme” der Dozenten beitragen, in dem sie sich genauso einreihen als Schüler ihrer selbst und ihrer teilnehmenden Kollegen. Ich denke immer an Schönbergs “Dieses Buch habe ich von meinen Schülern gelernt” (zitiert aus der Erinnerung).

Nur wie kann man diese “gleiche Augenhöhe” herstellen?


Das Argument dass man nur

Das Argument dass man nur etwas kritisieren oder ironisieren darf, wenn man dabei sofort klar aufzeigen kann, wie es besser zu machen sei, ja quasi gleich den Stein der Weisen mitpräsentiert, ist unglaublich schwach, und würde der gesammelten Kritikerzunft Deutschlands ohnehin sofort den Mund verbieten, denn die wissen das alle definitiv nicht. Oder soll jeder Fußballreporter gleich selber besser als Zidane spielen müssen, damit er ein Fußballspiel kommentieren darf? Natürlich Quatsch.

Das ist ebenso ein unnützes Argument wie “Es gab schon immer schlechte Musik” und die Freude darüber, dass bei Neue Musik Festivals immer mehr durchwachsene bis öd gleichförmige Kost zu hören ist. Das negiert quasi alle musikhistorischen Versuche, Zeichen zu setzen, von den ersten Opernaufführungen der Florentiner Camerata bis hin zu den ersten Schubertiaden, ich denke mal da war dann doch eine bestimmte Qualität zu hören, sonst hätten diese Ereignisse nicht so grossen Einfluss gehabt. Man darf auch nicht vergessen, dass es durchaus glorreiche Zeiten von Donaueschingen und Darmstadt gab, in denen das was zu hören war, größtenteils sehr aufregend und neu war, denn sonst gäbe es diese Institutionen heute gar nicht mehr, sie leben ja von einem schon lange nicht mehr einglösten mythischen Nimbus der Bedeutung und Relevanz.
Das Problem (nicht nur) heute ist doch, dass es durchaus umjubelte Konzerte mit Neuer Musik gibt, man dann aber später maulende und negative Kritiken liest, und wiederum dann, wenn manchmal auch zu Recht gebuht oder quasi gar nicht geklatscht wird, von großartiger Provokation und Radikalität gesprochen wird, Worte die ihr Verfallsdatum als gültiges Schlagwort schon lange überschritten haben. Weder das Publikum noch die Kritiker haben immer recht, man würde sich nur wünschen auch mal etwas mehr von der anderen Sichtweise mitzubekommen als es meist geschieht.
Ich finde es also absolut legitim, wie hier junge Komponisten ihre Meinung sagen, und wenn das auch mal satirisch oder komisch ist um so besser, denn soetwas hat man schon lange nicht mehr über Neue Musik-Veranstaltungen gelesen.


Da muss ich ein bisschen

Da muss ich ein bisschen widersprechen. Im Ganzen stimme ich aber Moritz zu. Der Kritiker weiß häufig sehr wohl, wie man es besser machen könnte, aber er kann es selber nicht. Nicht zu selten geht es aber gar nicht um die Poesis, sondern um die Praxis, häufiger noch um die Theorie.

Man darf ja die verschiedenen Positionsmöglichkeiten verkennen und ihre spezifischen Vorteile, dass ich nicht selten, wo dies in Personalunion auftritt, problematisch wird.

Was die Mythen angeht, die solchen Veranstaltungen eigen ist, so hat man zu gewärtigen, dass dieses Licht des Herausragenden selten augenblicklich aufgeht. Erst im Widerschein der geschichtlichen Entwicklungen reflektiert sich manches wie im Hohlspiegel und blendet über das Dröge hinweg.

Kunstproduktion ist immer Risikoproduktion. Wenn man allein die Zahl sieht, dass gut 60.000 Autoren in der Gema versammelt sind (und lass es mal schlecht geschätzt nur 30.000 Tonsetzer sein), das multipliziert mit Europa egibt allein eine Großstadt für sich. Da kann es nicht sein, dass alles zu Guten steht. Und selbst die Eliteproduktionsstätte Darmstadt ist so eine Komponistenrisikoproduktionsgesellschaft über die man auch sich nur selten einvernehmlich einigen wird können.

Das alles leidet daran, wenn es nicht schon daran krankt, dass eben unterschiedliche Interessen vertreten werden und auf unterschiedliche Wahrnehmungsgeschichten trifft.

Das Werk” beansprucht dabei eine Existenzpriorisierung, die es im Augenblick jedenfalls fast nie hat. Wie viele Werke gibt es denn, die auf den “Punkt” da waren. Und wie viele waren einmal da, die dann trotzdem im engeren Sinn aus dem neuen “klassischen Kanon” herausfielen; Beispiel Jarnach.

Lückers Prosa hier jedenfalls habe ich sehr gerne gelesen - auch und gerade wenn und weil man nicht vor Ort ist. Die Prosa spiegelt die Ödnis nur unvollkommen wider, weil sie ihr zu einigem Glanz verhilft.


Dass es hier nicht um

Dass es hier nicht um irgendwelche Steine der Weisen gehen kann, ist - denke ich - ohnehin klar. Insoweit läuft die ausgelutschte Rede vom Kritiker, der ja nicht ganz toll dies oder das tun können muss, um sich zur Sache äußern zu dürfen, zielsicher an der Diskussion vorbei. Niemand erwartet, dass sich Lücker qua genialischem Werk “legitimiert” oder mit einer hieb- und stichfesten Theorie offene Münder zeitigt. Mein “Zeig’ mir, wie es besser zu machen sei” appellierte allein ans Aufzeigen von Möglichkeiten. (Daher der Konjunktiv.) Letztlich ist der kritikos doch einer, der sich auf die krisis versteht – also jemand, der übers Scheiden zur Entscheidung gelangt. Und wenn jemand Fehlleistungen und Defizite so drastisch zu benennen weiß, ist doch anzunehmen, dass er auch eine Vorstellung vom Gegenentwurf hat; zumal wenn er sich als jemand zu erkennen gibt, der sich vermutlich nicht erst seit zwei Wochen mit der Materie beschäftigt.


Lieber Theo Geissler, ich

Lieber Theo Geissler,

ich kann leider vorerst (d. h.: solange ich in Darmstadt bin; denn die auf die freien Internetplätzen wartenden Teilnehmer drängen…) nur unzureichend (um nicht zu sagen: unzusammenhängend) antworten.

Die Besserungvorschläge (auf Initiative italienischer Teilnehmer, die ich komischerweise bisher noch nie gesehen hatte) betrafen eher die Veranstaltungen (weniger allgemeine Diskussionen, mehr Kommunikation unter den Studenten, konkretere Fragen in den Podiumsdiskussionen, Veranstaltungen zum “Beruf des Komponisten” usw.). Und wie das heute eben so ist (denn wir schreiben ja nicht mehr - manchmal muß ich sagen: leider - 1968): anstatt die nach der Studentenversammlung geplante Wolfgang-Rihm-Show zu verschieben (bzw. ausfallen zu lassen bzw. zu stören), einigte man sich gerade einmal darauf, eine Emailliste auszuhängen, um nach Darmstadt (womöglich gemeinsam) einen Text zu verfassen, in denen die jungen Komponisten Standpunkte und Thesen formulieren.

Was mich erschreckt hat: als sich ein Teilnehmer (den ich noch nicht einmal kannte und mit dem ich kaum gesprochen hatte) meldete und sagte, die Strukturen hier in Darmstadt seien eben sehr undurchsichtig, beispielsweise sei er vom Festivalbüro über viele Tage immer wieder vertröstet worden, um dann doch (wie von ihm - der eigentlich aus der Free Jazz Szene kommt, d. h.: nicht irgendeine Neue-Musik-Berühmtheit als Lehrer hat - erwartet) zu erfahren, dass sein Stück nicht in den Studiokonzerten erklingt - da ergriff der Darmstadt-Moderator Herr Mörchen das Mikro und sagte, damit stünde er ziemlich alleine da und das würde so auch alles nicht stimmen (worauf ich nur “falsch!” hereinrufen konnte).

Es gab tatsächlich einen Geigenmangel. Gleichwohl sind real existierende Violinisten hier. Die werden aber in anderen Stücken eingesetzt (über deren Qualität ich mich ausnahmsweise mal ausschweigen möchte).

Zu Ihrer anderen Frage: Wasabi.

Wegen der anderen Fragen sollten wir vielleicht mal bald telefonieren. Meine Präsentation (bei der - wie angemerkt - Wolfgang Rihm zugegen war) habe ich filmen lassen und werde sie bearbeiten, d. h.: zugänglich machen. Ich informiere Sie dann.

Bis bald.

Beste Grüße,

Arno Lücker


Lieber Arno Lücker, Dank

Lieber Arno Lücker,

Dank für all den Mut und das Verharrungsvermögen. Für die (manche werden sagen: sehr subjektive - igittigitt) Ehrlichkeit, die Offenheit. Herzlichen Dank auch für die damit verbundenen (manche werden sagen: peinlichen - ich sage: sehr nötigen) Egozentrismen.

Immer, wenn ich mich freue, frag ich sehr kindlich nach Neuem: Wollen Sie vielleicht über Donauschwächlingen weiterschreiben, über Fit-Ten? Finden sich weitere - schlecht bezahlte - Korrespondentinnen oder Korrespondenten, die über Petri-Schalen, Laboratorien freier neuer Klang-Genese berichten möchten?

Heimtückisch, gewinnorientiert, bösartig und rückwärtsgewandt wie wir sind (die nmz) eröffnen wir im September ein neues Internet-Portal - also her mit Euch. Kontaktiert uns unter geissler@nmz.de oder haack@nmz.de oder kolb@nmz.de oder koch@nmz.de oder hufner@nmz.de oder unter nmz@nmz.de.

Wir würden solche Gespräche gern weiterführen. Danke Arno Lücker, danke Solf Schäfer für überraschende Klarheiten - geht auch in Deinem Fall kommunikationslos.

Sehr herzlich: Theo Geißler


Ich danke auch sehr

Ich danke auch sehr herzlich. Übrigens hat sich unser Cosmas Maria zu erkennen gegeben. Persönlich. Nett. Weitere Informationen (aus Rücksicht… obwohl, ich habe ja auf mich selbst auch keine Rücksicht genommen ;-) auf Anfrage…


Tags in diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren: