GEMA: Geschäftsbericht, Mitgliederversammlung und ein paar Fragen


(nmz) -
Dem Gesetzgeber sei Dank, dass unsere hochgeschätzte GEMA einen Jahresbericht zur Mitgliederversammlung nächste Woche vorlegen muss, der auch einige Zahlen enthält. In hübsch gelayouteten Tabellen finden sich da Angaben, die bei aller gematischer Sehnsucht nach Transparenz zumindest auf den ersten Blick doch einige Fragen aufwerfen. Wir stellen sie mal – und bitten gleichermaßen geneigte Leser um ergänzende Fragen – und die GEMA natürlich um Antworten:
17.06.2010 - Von nmz - thg

1.    Die Erträge der GEMA sind für 2009 mit 841 Mio Euro bis auf acht Mio fast wieder auf das Niveau von 2007 angestiegen. Im Vergleich zu 2008 ergab sich eine Steigerung von ca. 18 Mio Euro bei einem Kostensatz von heute 15,2 Prozent im Verhältnis zu 14,9 Prozent im Vorjahr. Dieser Kostensatz ergibt sich aus der simplen Teilung von Aufwand und Einnahmen. Wie aber erklärt sich im Bereich Aufführungs- und Senderechte dann  die Steigerung des Kostensatzes (Abzug für die Kreativen) von ca. 21 auf 25 Prozent?
2.    Liegts am Einnahmenschwund im Feld der mechanischen Rechte?
3.    Woher rührt die Kostensteigerung überhaupt bei offensichtlich gleichbleibender Mitarbeiter-Zahl?
4.    Schlagen da die acht Millionen Euro Rückstellungen für Abfindungen (Schließungen von Bezirksdirektionen) ins Kontor?
5.    War Harald Heker so effektiv, dass ein Gehaltszuschlag von gut 100.000 Euro p. a. angemessen ist? (jetzt: 431,6-tausend Euro)
6.    Hat Jürgen Becker im verbliebenen halben Jahr seiner Amtszeit  doppelt so viel gearbeitet wie früher – denn sein Jahresgehalt ist ja gleich geblieben?
7.    Wie erklärt sich der exorbitante Ertrags-Anstieg aus der Rechte-Wahrnehmung für „andere“ Verwertungsgesellschaften im Verhältnis zum eigenen Ergebnis  (fast 59 Mio mehr als im Vorjahr?)

Wie gesagt: Weitere Fragen sind ebenso willkommen wie schlüssige Antworten…
  

GEMA-Fragen

diesen Aufruf finde ich sehr interessant und ich hoffe, daß viele Mitmenschen davon Gebrauch machen. Ich stelle erstmal eine Frage: welche Summen nimmt die Gema jetzt schon pauschal ein z.B. Internetradios , Sportveranstaltungen, Schützen- und Narrenumzüge, Straßen/Stadtteil/Stadt- und Kulturfeste und Festivals aller Art. Pauschale Anmeldungen von Musikclubs bei mehr als 5 Veranstaltungen im Jahr, Hintergrundmusik überall von Supermarkt bis Wellnessoase. Das ließe sich beliebig fortsetzen.
2. Frage: wo sind die Gelder geblieben, die ungerechtfertigt eingezogen wurden mit dem markigen Spruch: ein Gema Titel = alles Gema-pflichtig, obwohl die Gema als Rechteverwerter keine Rechte an Musik/Text hatten? Ich bitte darum, das Wort Kreativwirtschaft in diesem Zusammenhang nicht mehr zu benutzen. Denn es gibt viele Kreative, die mit Musik und Musiktextern nichts zu tun haben und trotzdem kreativ sind. Außerdem können die Urheber/Rechteverwerter anscheindend nicht schätzen, daß auch InterpretInnen/Ausführende dazu gehören, ihre Werke zu verbreiten und Geld einzubringen, egal ob professionell oder als Amateure. Das beinhaltet auch eine Kreativität. Die Verteilung ist dann ja klar. Das hat der Verein geregelt.


GEMA Geschäftsbericht

Lieber Herr Geißler,

wir freuen uns, dass Ihnen unser Geschäftsbericht mit den “hübsch gelayouteten Tabellen“ gefällt. ;)

Fragen, insbesondere zu den offiziellen Geschäftszahlen, beantworten wir grundsätzlich gerne. Allerdings tun wir uns in diesem Fall ein bisschen schwer.

Abgesehen davon, dass Dr. Heker ja bereits am 14. April bei unserer Bilanz-Pressekonferenz in Berlin die neuen Zahlen und Fakten vorgestellt und die Fragen der anwesenden Journalisten - Martin Hufner von der nmz war auch dabei - lange und ausführlich beantwortet hat, betreffen die von Ihnen gestellten Fragen doch sehr spezifische Details.

Ich bitte Sie und alle Leser daher um Verständnis, dass wir diese und andere Fragen gerne bei der Mitgliederversammlung Ende Juni persönlich mit unseren Mitgliedern besprechen möchten.

Wir könnten uns natürlich jetzt direkt auf die Diskussion einlassen und erklären, dass beispielsweise der Ertragsrückgang im Wesentlichen durch die zum 1. Januar in Kraft getretene Urheberrechtsnovelle verursacht wurde, oder dass die GEMA gesetzlich verpflichtet ist, Rückstellungen für Abfindungen in Zusammenhang mit der Zusammenlegung von Bezirksdirektionen zu bilden, die sich ebenfalls in den Geschäftszahlen wiederfinden. An Antworten mangelt es - wie Sie ja bei der Pressekonferenz feststellen konnten - nicht.

Unseren Mitgliedern gegenüber wäre das aber nicht richtig. Sie können von uns zu Recht erwarten, dass wir Fragen, die sich aus den aktuellen Geschäftszahlen vielleicht ergeben, bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 28. - 30. Juni persönlich mit ihnen besprechen und ihnen beantworten.

Wie Sie sicher gemerkt haben, legen wir Wert auf eine offene Kommunikation, um das für viele „unbekannte Wesen“ GEMA verständlicher und greifbarer zu machen. Daher suchen wir das Gespräch mit unseren Mitgliedern - z.B. bei unserer Veranstaltungsreihe GEMAwissen und in Foren und Blogs.

In diesem Fall bitten wir aber um Verständnis, dass wir den Fragen der Mitglieder in der Mitgliederversammlung nicht mit einer vorweg genommenen Online-Diskussion vorgreifen möchten.

Ich hoffe, Sie und Ihre Leser können das verstehen und akzeptieren.

Beste Grüße, Bettina Müller
Sprecherin der GEMA


GEMA abschaffen

Ich bin seit langer Zeit Mitglied der Gema. - Aber halt nur Jazzmusiker. Kein E oder sonstwas. Eine Komposition für symphonisches Blasemble wurde von der Wertung nicht behandelt, da es nicht aufgeführt wurde. (Ich habe es mit meinem virtuellen Orchester erklingen lassen, aber das zählt ja nicht) Nach langem Überlegen bin ich der Meinung, die GEMA gehört abgeschafft! Geistiges Eigentum- wo fängt das an? Warum verdienen die, die sowieso viel Geld im Musikbusiness verdienen auch noch am meisten bei der GEMA? Ich, als kleiner Ausserordentlicher, kriege ja nicht mal was von der Blackbox. Nur meine Arbeitsplätze, die Jazzclubs, können nichts mehr zahlen, da die GEMAabgaben sie kaputt machen. Die Reichen müssen noch reicher werden- GEMA Danke Ich werde den neuen Vertrag nicht unterschreiben Rainer Pusch


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