Würdiger Sieger - Big Band "Beats and Pieces" gewinnt Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis


(nmz) -
Burghausen - Die "Beats and Pieces Big Band" aus Manchester hat am Dienstagabend den Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis 2011 gewonnen. Im überfüllten Burghauser Stadtsaal setzte sich die Band gegen Jazz-Ensembles aus ganz Europa durch.
24.03.2011 - Von Robert Piffer

Schon bei der Vorstellung der Finalisten für den zum 3. Mal ausgeschriebenen Europäischen Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis im Januar hatte der künstlerische Leiter der Burghauser Jazzwoche die Engländer als heiße Favoriten bezeichnet. Dabei kannte Viera die Big Band damals nur von der für den Wettbewerb eingesandten CD.

Im Finale ging die Big Band als erste der fünf Formationen ins Rennen und setzte damit gleich ein Glanzlicht. Schon vom ersten Ton an sprang der Funke auf das teilweise sehr junge Publikum über. Dass die "Beats and Pieces Big Band" auch Leute fasziniert, die beim Namen Stan Kenton vermutlich eher an einen Fensterputzer aus New York, als an den Big Band Revolutionär der 40er Jahre denken, das führt der britische Musikkritiker Clive Davis darauf zurück, dass Beats and Pieces so klingen, wie eine Big Band im 21. Jahrhundert klingen muss.

Diese Ansicht teilte offenbar auch die Jury beim Wettbewerb in Burghausen. Dabei hatten die Juroren, denen neben Viera unter anderem SZ-Musikkritiker Ralf Dombrowski und der Leiter der Klassikredaktion beim Bayerischen Rundfunk, Roland Spiegel angehörten, an diesem Abend wahrlich keine leichte Aufgabe. Das musikalische Niveau lag ungewöhnlich hoch, die Unterschiede in den Stilrichtungen hätten größer nicht sein können. Alle fünf Finalbands begeisterten das Publikum, so dass am Ende ein Besucher meinte: "Egal wie die Jury in diesem Jahr entscheidet, es wird auf jeden Fall ein würdiger Sieger sein."

Wie schon beim ersten Jazzpreis 2009 wurde neben der Prämie für die Siegerband ein Sonderpreis von 1000 Euro für einen herausragenden Solisten vergeben. Er ging an den Vibraphonisten Dierk Peters vom "Offshore Quartett" aus Köln.

Der Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis ist nicht nur mit der stattlichen Summe von 15 000 Euro dotiert, die Siegerband gibt jeweils auch ein Konzert am Eröffnungsabend der Burghauser Jazzband, bei dem Beats und Pieces zusammen mit den Jazzlegenden Chick Corea und Gary Burton auftreten können.
  

Jury Burghausen

Sie schreiben in oben genanntem Bericht unter anderem: “Diese Ansicht teilte offenbar auch die Jury beim Wettbewerb in Burghausen. Dabei hatten die Juroren, denen neben Viera unter anderem SZ-Musikkritiker Ralf Dombrowski und der Leiter der Klassikredaktion beim Bayerischen Rundfunk, Roland Spiegel angehörten, an diesem Abend wahrlich keine leichte Aufgabe.” Die Jury in Burghausen besteht seit Beginn des Burghausener Nachwuchs-Jazzpreises aus vier Leuten. Neben den genannten Herrn Viera, Dombrowski und Spiegel ist bei auch meine Wenigkeit vertreten. Nicht, dass ich meinen Namen unbedingt in der NMZ lesen muss. Aber warum sie von vier Jurymitglieder nur drei nennen, müssen sie mir einmal verraten. Ist der vierte für die NMZ nicht so wichtig oder womöglich gar nicht existent? Gibt es womöglich gar Ressentiments gegen meine Person? Nun denn, ich versuche mich fortan in Burghausen unter dem Pseudonym “Unter anderem” zu bewegen, um Ihrem Mitarbeiter die Arbeit zu erleichtern. Wenn die aus Ihrer Sicht nur dreiköpfige Jury auch einen wirklich würdigen Sieger ermittelte, so ist der Bericht darüber zumindest in dieser Hinsicht nicht gerade würdig, vielleicht auch ein wenig oberflächlich geraten. Mit freundlichen Grüßen Reinhard Köchl


Jury Burghausen (2)

Sehr geehrter Herr Köchl,
weder haben wir den Autor dazu angehalten, Ihren Namen zu verschweigen, noch hegen wir Ressentiments gegen Ihre Person. Was den Autor bewogen hat, nur drei Juroren zu nennen, entzieht sich unserer Kenntnis.
Mit freundlichen Grüßen, die nmz-Online-Redaktion