Die Kirchenmusik ist eine wichtige Ressource für das kulturelle Leben unseres Landes – als Impulsgeberin für professionelle künstlerische Entwicklungen, aber auch als Fundament der Amateurmusik.
Besonders im ländlichen Raum stellt sie oft den zentralen Ort kultureller Begegnung dar. Sie wirkt tief in die Gesellschaft hinein, bewahrt wertvolles Kulturgut und vermittelt Glauben. Doch diese Strukturen sind durch Fachkräftemangel und die fehlende Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände gefährdet. In einem heute veröffentlichten Positionspapier „Zukunft der Kirchenmusik sichern“ fordert der Deutsche Musikrat daher ein rasches, gemeinsames Handeln.
Prof. Lydia Grün, Präsidentin des Deutschen Musikrats, betont: „Wir brauchen jetzt ein gebündeltes Engagement der Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft, um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu machen. Der Deutsche Musikrat bietet hierzu seine Mithilfe an. Musikalische Bildung muss als Kernbestandteil kirchlichen und kirchenmusikalischen Handelns anerkannt und intensiv gefördert werden. Zugleich müssen wir die Amateurmusik, die Ausbildung und kirchenmusikalischen Verbände unterstützen und uns für den Erhalt und Ausbau der haupt- und nebenberuflichen Stellen von Kirchenmusiker:innen einsetzen. Nur so können wir die notwendigen Rahmenbedingungen für eine lebendige Musizierpraxis der Kirchenmusik für die Gesellschaft erhalten.“
Mit seinem Bundesfachausschuss „Musik in Religionen und Kirchen“ sensibilisiert der Deutsche Musikrat für die Wirkungskraft von Musik in sakralen Kontexten und fördert den interreligiösen Dialog. 2022 setzte er mit dem Kongress „Kirchenmusik als Chance für Gesellschaft, Kultur und Kirche“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland wichtige Impulse.
Berlin, 21. Januar 2026