Mehr als 600 Veranstaltungen und wöchentlich zahlreiche neue Angebote: Das jüdische Kulturjahr in Sachsen stößt auf rege Beteiligung zahlreicher Kulturhäuser, Vereine und Initiativen.
Die Beteiligung am Jahr der jüdischen Kultur «Tacheles 2026» in Sachsen übertrifft die Erwartungen der Organisatoren. Im Rahmen des seit dem 14. Dezember laufenden Kulturjahres habe es bereits 620 Programmpunkte in 85 großen und kleinen Städten im Land gegeben. Im Schnitt fänden wöchentlich 25 Veranstaltungen statt, zogen die Macher des Themenjahres eine positive Zwischenbilanz. Ursprünglich seien 365 Veranstaltungen für das gesamte Jahr das formulierte Ziel gewesen. Nun sei eine Zielmarke von 1.000 Veranstaltungen bis Jahresende in Reichweite.
Jüdische Gemeinden spüren, dass sie nicht isoliert sind
Das Themenjahr soll jüdische Kultur erlebbar machen. Unter den bisherigen Programmformaten sind demnach Jazzkonzerte, Operettenabende, aber auch Ausstellungen und Vorträge zum Leben und Wirken von Juden und Jüdinnen in Sachsen gewesen. Beteiligen können sich neben Kultureinrichtungen auch Vereine oder etwa zivilgesellschaftliche Akteure. Die Schwelle sei bewusst niedrig gehalten worden, so Sabine Wolfram, Projektverantwortliche und Direktorin des Staatlichen Museums für Archäologie, das im früheren jüdischen Kaufhaus Schocken in Chemnitz untergebracht ist.
Die jüdischen Gemeinden hätten deutlich gespürt, «dass sie sich nicht in isolierter kultureller und religiöser Einsamkeit befinden, sondern ein bedeutender und unverzichtbarer Teil der sächsischen Kultur insgesamt sind», sagte Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.
Für das vom Freistaat initiierte Tacheles-Themenjahr stehen etwa 1,45 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) bei der Vorstellung des Programms im Dezember. Für kurzfristig geplante Kleinprojekte sei zudem ein zusätzliches Förderprogramm ausgeschrieben worden, teilte die Kulturstiftung des Freistaates mit.