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Alle Artikel kategorisiert unter »Moral«

Viva la Klima

28.02.20 (Sven Ferchow) -
Na also. Nachdem Bono und U2 beim Brunnenbauen in Afrika das Thema „Umwelt & Pop“ durch die Lappen ging, kümmern sich nun die anderen U2, also Coldplay („Viva la vida“), um das Thema. Die Band aus England verkündete zur Veröffentlichung des neuen Albums „Everyday Life“, dass sie beschlossen hätten, mit ihren nächsten Konzerten erst wieder auf Tour zu gehen, wenn dies klimaneutral möglich ist. Da breche ich ehrlicherweise nicht zusammen. Ob der Drohung, den Popkleister der Briten ein paar Jahre nicht live hören zu dürfen. Schön und konsequent wäre es, sie wendeten dieses Prinzip auf ihre Platten an. Und viele Künstler folgten ihrem Beispiel (#michaelwendler). Aber sind wir mal nicht ungerecht.

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal auf der Suche nach Werten vom Wertewandel in den Börsenwert und zurück auf den Allerwertesten geschleudert wurde

24.02.20 (Theo Geißler) -
Vorsicht, diesmal wird’s ein bisserl ernster hier: Vor ein paar Tagen ertappte ich bei einem Spaziergang meinen elfjährigen Enkel dabei, wie er – glaubte ich – Steinchen in den Wald warf. Glaubte ich, denn bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass er aus seinen prall gefüllten Hosentaschen Ein- und Zwei-Cent-Münzen kramte und, so weit es ging, wegwarf. Gutgläubig wie ich nun mal bin, fragte ich ihn, ob er Geld säe, damit es ordentlich wachse (nicht ohne gleich eine Minipredigt anzuschließen, dass dies ein ziemlich hoffnungsloser Weg zum Reichtum sei). „So ein Schmarrn, Opa – glaubst, ich bin doof?“, antwortete er, nicht ohne mit dem Finger an die Stirn zu tippen. „Ich hab nur mein Sparschwein ausgemistet, damit mehr Platz für Silbergeld und Scheine bleibt.“ „In Dänemark“, fügte er weise hinzu, „ist dieser Kupferschrott schon gar nix mehr wert. Außerdem könntest du mein Handy mal für Apple-Pay freischalten, du hast doch eine Kreditkarte.“ Mir lag zwar eine Moralpredigt samt Schimpfkanonade auf der Zunge. Im Wissen, noch nie ein guter Pädagoge gewesen zu sein, entschloss ich mich zu einer Art Moratorium. Ich bot meinem Enkel an, mir den „Kupferschrott“ auszuhändigen mit der Zusage, ihn in Euro-Münzen (selbstverständlich samt Aufrundung) umzutauschen.

Unfairtrade

27.06.19 (Martin Hufner) -
Neulich bei aufgeklärten musikkundigen Herrschaften in einer Facebook-Diskussion gelesen: „spotify ist aber nicht die beste Idee ... man muss sich anmelden, um mehr als Schnipsel zu hören (mal abgesehen von der moralischen Bedenklichkeit der Plattform) ... während die Werbung auf youtube nur eine Frage des Adblockers ist“ – Da kann man nur sagen: lol!

ECHO: Nominierte zwischen Geschmacklosigkeit und Kunstfreiheit – Beirat stellt Persilschein aus

09.04.18 (Martin Hufner) -
Es ist längst über die Grenzen der Musikindustrie bekannt, dass der ECHO als der Preis des Bundesverbandes Musikindustrie eher in die Fassadenkulturlandschaft gehört – auch wenn er sich mit dem Namen der Deutschen Phono-Akademie schmückt. Das ändert nichts an seiner Popularität in den Medien und unter den Künstlerinnen, egal ob ECHO Klassik, Pop oder Jazz. Aktuell macht der ECHO wieder von sich reden. Nominiert wurden zwei sog. Battle-Rapper (Kollegah und Farid Bang), in deren aktuellem Produkt über die Grenzen weit hinausgehende geschmacklos-zynische Textzeilen verwendet werden. Der ECHO-Beirat als „Ethik-Kommission“ wurde eingeschaltet und hat entschieden, dass er nichts entscheidet und die Nominierung bestehen bleiben soll. In diesem Beirat sitzen Vertreterinnen von Deutschem Musik- und Deutschem Kulturrat. Das macht die Sache problematisch.

Dünne moralische Luft auf dem Gipfel

06.07.17 (Martin Hufner) -
Orchestermusiker sind auch nur Bürger in Uniform, sie haben zu exerzieren, was man ihnen auf die Pulte stellt, was ein Regisseur ihnen vorinszeniert. Musiker in Dienstverhältnissen müssen dienen. Entweder damit am Ende Musik und Inszenierung zusammenpassen oder damit nicht alle kreuz und quer durcheinander spielen. Eine Musiklehrerin sagte daher einmal, Musikmachen habe nichts mit Demokratie zu tun, sondern sei Diktatur. Das ist gewiss nicht auf alle Formen des Musizierens übertragbar, aber doch regelmäßig auf die traditionelle mit Partitur, Dirigent und Musiker. Es gibt jedoch nicht nur die musikalische Dimension dieses Problems, sondern auch eine gesellschaftliche.
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