Buch-Tipps 2020/05

Operette, Neue Musik und Musikwissenschaft


(nmz) -
Der „andere“ Offenbach, hg. v. Alexander Grün u. a., Dohr, Köln 2019, 174 S., Abb., Notenbsp., € 29,80, ISBN 978-3-86846-153-4 +++ Scelsi Revisited Backstage, hg. v. B. Gottstein/M. Kunkel, Pfau, Saarbrücken 2020, 227 S., Abb., Notenbsp., € 30,00, ISBN 978-3-89727-552-2 +++ Schließen – Enden – Aufhören. Musikalische Schlussgestaltung als Problem in der Musikgeschichte, hg. v. S. Wegner/F. Kraemer, edition text + kritik, München 2019, 467 S., Notenbsp., € 59,00, ISBN 978-3-86916-662-9
Ein Artikel von Michael Wackerbauer

Der „andere“ Offenbach, hg. v. Alexander Grün u. a., Dohr, Köln 2019, 174 S., Abb., Notenbsp., € 29,80, ISBN 978-3-86846-153-4

Wie viel Unbekanntes bei diesem Komponisten neben den nach wie vor sehr erfolgreichen Opéras bouffes zu entdecken ist, wird beim Studium des Sammelbandes deutlich, in dem es etwa um Lieder und kammermusikalische Werke des Cellovirtuosen geht, um kaum mehr wahrgenommene Arbeiten für das Pariser Musiktheater aber auch um musikästhetische und -soziologische Fragestellungen – Aufschlussreiches zu einem noch wenig erforschten Star.

Scelsi Revisited Backstage, hg. v. B. Gottstein/M. Kunkel, Pfau, Saarbrücken 2020, 227 S., Abb., Notenbsp., € 30,00, ISBN 978-3-89727-552-2

Die eigenartige Klangwelt des mythenbehafteten Komponisten wurde im Projekt „Scelsi Revisited“ auf zweifache Weise rezipiert: wissenschaftlich mit der Erforschung der seit 2009 zugänglichen Tonbänder, auf die Giacinto Scelsi einen großen Teil seiner improvisatorischen Kompositionen bannte, und künstlerisch in einer Reihe von neuen Werken, in denen sich Komponisten mit dem Tonbandmaterial auseinandersetzten – Annäherungen an ein Rätsel.

Schließen – Enden – Aufhören. Musikalische Schlussgestaltung als Problem in der Musikgeschichte, hg. v. S. Wegner/F. Kraemer, edition text + kritik, München 2019, 467 S., Notenbsp., € 59,00, ISBN 978-3-86916-662-9

Der allgemeingültigen Problemstellung entsprechend, dass praktisch jedes Konzert, jedes Werk wie auch jede musikalische Phrase in allen Stil- und Kulturbereichen unweigerlich endet, untersucht der voluminöse Band diese ästhetisch-formale Herausforderung in großer Breite systematisch, theoretisch und exemplarisch an Werken vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert – endlich, sicherlich aber nicht abschließend.
  

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