Die Kunst des Schraddelns

Zwei Hefte führen unprätentiös ins Ukulele-Spiel ein


(nmz) -
Iso Herquist: Ich spiele Ukulele und hab‘ Spaß. Heros Musikverlag 2011, ISMN 979-0-50049-111-8 (großes Heft), ISMN 979-0-50049-110-1 (kleines Heft), Vertrieb: Josef Weinberger
Ein Artikel von Juan Martin Koch

Wird die Ukulele die Blockflöte des 21. Jahrhunderts? Der unkomplizierte Zugriff auf das erschwingliche und auch für kleine Kinder handhabbare Instrument könnte für eine solche Prognose sprechen, andererseits ist es der sympathischen Kleingitarre zu wünschen, dass ihr der Gang durch die Institutionen der Instrumentalpädagogik und der Schulmusik erspart bleibt.

Völlig unbeleckt von tiefschürfenden Reflexionen kommen denn auch die Hefte von Iso Herquist daher, deren Titel schon andeutet, dass hier keine ausführliche didaktische Methodik ausgebreitet, sondern ein möglichst entspannter Einstieg in die Materie anvisiert wird. Entsprechend schnoddrig ist der Umgangston mit der Zielgruppe, doch wer sich mit Hinweisen wie: „Und vergiss am Ende nicht den krassen Schluss-Schraddel-Wahnsinn!“ angesprochen fühlt, der lässt sich von dem kleinen DIN-A5-Heftchen („für Kinder im Vor- und Grundschulalter“) vielleicht wirklich zur Ukulele animieren. Nach einigen mit Fotos bebilderten Hinweisen zum Instrument, seiner Handhabung und Stimmung, werden drei Akkorde (C, F, C7) eingeführt und Griffbilder für weitere 15 Akkorde angeboten. Ob der junge Spieler nach der aktiven Lektüre und dem Spiel der drei Lieder (darunter „Frère Jacques“ und „He’s got the whole world“) tatsächlich schon zum „richtigen Ukulele-Spezialisten“ herangereift ist, bleibt fraglich, Abhilfe schafft möglicherweise das „große“ Heft (DIN A4, 18 Seiten), das die Hinweise zur Fingerhaltung und zur Stimmung etwas präziser fasst, die Melodie­noten zu den Liedern mitabdruckt und eine ausführlichere Grifftabelle enthält.

Auch dieses Heft richtet sich freilich ausdrücklich an „Eltern und andere Betroffene“, die ansonsten keine musikalischen Vorkenntnisse haben, sodass auch hier kein instrumentalpädagogischer Tiefgang angestrebt ist. Für diese Zielgruppe mag das preiswerte Material, ergänzt durch die Webseite www.ich-spiele-ukulele.de, durchaus zur ersten Begegnung animieren, alle anderen werden auf Substanzielleres zurückgreifen wollen.

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