Ein Finale wie ein funkelndes Feuerwerk

Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ macht Jugendliche zu Botschaftern der Musik


(nmz) -
Mit dem Abschlusskonzert am 16. Juni in der Konzertkirche präsentierte sich der 48. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit einem letzten Höhepunkt und viel (kultur-)politischer Prominenz: „Jugend musiziert“ freute sich, Lutz Stroppe, Ministerialdirektor im Bundesjugendministerium, begrüßen zu können, dazu Erwin Sellering, den Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, den Neubrandenburger Oberbürgermeister Paul Krüger, den Landrat des gastgebenden Landkreises Mecklenburg-Strelitz, Heiko Kärger, und für den Kulturpartner NDR Elke Haferburg, die Direktorin des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern.
Ein Artikel von N.N.

Noch einmal waren an diesem Abend 15 aktuelle Bundespreisträgerinnen und -preisträger mit Ausschnitten aus ihren Wertungsprogrammen zu hören, bevor sie von Lutz Stroppe – stellvertretend für alle anderen Bundespreisträgerinnen und -preisträger – auf der Konzertbühne mit Urkunden ausgezeichnet wurden. Ein bisschen aufgeregt waren die jungen Interpreten durchaus, denn einige hoch dotierte Sonderpreise wurden ebenfalls an diesem Abend vergeben. So überreichte Ministerpräsident Erwin Sellering den Sonderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern an das Querflöten-Duo Anissa Baniahmad (Marburg) und Marie-Luise Kerkau (Woggersin) und an die Harfenistin Catharina Mothes aus Kassel. Den „Eduard-Söring-Gedächtnispreis“ für eine hervorragende Leistung im Fach „Streicher“ erhielten die Geschwister Miriam und Melanie Schulz aus München aus den Händen von Saskia Egger, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Musikleben. Der mit 5.000 Euro dotierte „Sonderpreis“ für Familienensembles der Sparkassen-Finanzgruppe ging an Julien und Pauline Floreani (Klarinette und Querflöte) aus Drusenheim im Elsass, überreicht vom Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes Claus Friedrich Holtmann.

Weitere Sonderpreise im Gesamtwert von 190.000 Euro wurden am darauffolgenden Tag im Rahmen eines Festaktes im Gymnasium Carolinum an ausgewählte Bundespreisträgerinnen und -preisträger verliehen. Sie erhielten sie zum größten Teil aus den Händen der jeweiligen Stiftungsrepräsentanten. Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ließ es sich als Ehrengast nicht nehmen, den Sonderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung an die Mezzosopranistin Svenja Kallweit zu überreichen.

Eine vollständige Liste aller Sonderpreisträger ist in Kürze unter www.­jugend-musiziert.org zu finden.

Teilnehmerzahlen und Bundespreise

Quantitativ und qualitativ hat der Bundeswettbewerb 2011 einige Rekorde gebrochen, die Wettbewerbsverantwortlichen zogen eine durch und durch positive Bilanz:

Rund 2.300 Teilnehmende hatten sich vor 19 Jurygremien präsentiert, ­zusammengerechnet waren das rund 390 Stunden Musik. Eine Auswahl der bes­ten Musiker konzertierte in vier Preisträgerkonzerten. Am Ende des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ standen die Ergebnisse fest, die für viele Teilnehmende die Eintrittskarte in nationale und internationale Förderprojekte bedeuten und ein Meilenstein in ihrer musikalischen Entwicklung ist:

352 erste, 538 zweite und 688 dritte Bundespreise wurden vergeben, dazu zahlreiche Prädikate. Im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2011 waren als Solo-Kategorien Klavier, Harfe, Drum-Set (Pop), Gesang und Gitarre (Pop) ausgeschrieben, als Ensemble-Kategorien Bläser-Ensemble, Streicher-Ensemble, Akkordeon-Ensemble und Neue Musik. 660 jugendliche Nachwuchsmusikerinnen und -musiker hatten sich in den Solo-Kategorien beteiligt­, 1.600 in den Ensemble-Kategorien.

Die neue Kategorie Gitarre (Pop)

Die Kategorie „Klavier solo“, die seit Anbeginn zum „Jugend musiziert“-Kategorien-Kanon gehört, stach in diesem Jahr besonders heraus: Über 300 Pianistinnen und Pianisten schafften die Qualifikation zum Bundeswettbewerb. Prof. Reinhart von Gutzeit, der „Jugend musiziert“-Vorsitzende, bilanzierte: „Wir haben in dieser Kategorie ein Leistungsniveau angetroffen, das man beinahe als sensationell bezeichnen kann. Die Jury war begeistert, wie attraktiv Klavier bei den jugendlichen Musikern ist, und nicht zuletzt die brillanten Konzertbeiträge aus dieser Kategorie haben gezeigt, dass das Klavier ganz und gar nicht das angestaubte Image hat, das ihm mitunter nachgesagt wird.“ Für eine positive Überraschung sorgte auch die erstmals auf Bundesebene angebotene Kategorie „Gitarre (Pop)“. Dazu von Gutzeit: „Die Jurys berichteten nicht nur von einem hohen künstlerischen Niveau aus dieser neuen Kategorie, uns hat insbesondere gefreut, wie sehr die Pop-Gitarristen vom Konzertpublikum akzeptiert und genauso bejubelt wurden wie ihre Kollegen aus den klassischen Kategorien.“

Strahlkraft über Deutschlands Grenzen hinaus

Mit rund 2.300 Teilnehmern aus den 16 Bundesländern und 35 Deutschen Schulen im Ausland war der Bundeswettbewerb der teilnehmerstärkste in den 48 Jahren seines Bestehens. Als nationaler Wettbewerb hat er traditionell eine große Strahlkraft in die deutschen Auslandsschulen, sie beteiligen sich seit vielen Jahren an allen drei Ebenen von „Jugend musiziert“. Dazu kommen zahlreiche Jugendliche mit chinesischen, koreanischen oder russischen Wurzeln, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. In diesem Jahr hatten sich rund 80 Jugendliche aus 18 Nationen für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Anders als in vielen anderen Zusammenhängen stellen sie hier keine Problemgruppe dar, sondern sind wichtiger Teil der künstlerisch-musikalischen Elite.

„So wohlgefühlt wie selten“

Das Land Mecklenburg-Vorpommern, die gastgebende Region mit der Stadt Neubrandenburg und des Landkreises Mecklenburg-Strelitz, für die die Stadt Neustrelitz die Gastgeberrolle übernommen hat, können am Ende dieses Bundeswettbewerbs mit Recht stolze Gastgeber sein und sind nun Teil der Erfolgsgeschichte 2011.

Teilnehmer und Juroren lobten die hohe Qualität der Spielorte. „Wir haben uns schon lange nicht mehr so wohl gefühlt wie bei Ihnen“, sagte von Gutzeit mit Blick auf die Gastgeber. Insbesondere die Konzertkirche mit ihrer außergewöhnlichen Akustik machte die Preisträgerkonzerte und das Abschlusskonzert zu geradezu einmaligen Hör-Erlebnissen.

Die Durchführung des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ wurde ermöglicht durch Finanzmittel in Höhe von 900.000 Euro. Die Grundversorgung, sowohl für den Bundeswettbewerb als auch für die Bundesgeschäftsstelle garantieren die Mittel aus dem „Kinder- und Jugendplan“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und des Hauptsponsors Sparkassen-Finanzgruppe. Der NDR steuerte einen fünfstelligen Betrag bei, hinzu kamen Mittel der gastgebenden Region in Höhe von 350.000 Euro, die sich folgendermaßen zusammensetzten:

200.000 Euro des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 75.000 Euro der Stadt Neubrandenburg, 75.000 Euro des Landkreises Mecklenburg-­Strelitz. Die Finanzmittel wurden flankiert von geldwerten Leistungen der gast­gebenden Region: Der Musikschulzweckverband kon.centus stoppte seinen regulären Betrieb für zehn Tage, und viele kommunale Einrichtungen, darunter Schulen, stellten ihre Räume zur mietfreien Nutzung bereit. 

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