Ein Konzert für einen Flügel


(nmz) -
Ein eigener Flügel – wer wäre nicht froh, ein solches Instrument sein oder ihr eigen nennen zu dürfen. Wenn es aber gar der Deutsche Tonkünstlerverband Rheinland-Pfalz ist, dann ist das ein Glücksfall und ein eigenes Konzert wert. So geschehen in der evangelischen Kirche Ober-Olm bei Mainz, als der DTKV RLP mit einem abwechslungsreichen Programm zum Konzert anlässlich der Flügeleinweihung einlud.
Ein Artikel von Nadja Salameh

Das Thema „Von Barock bis Modern(e)“ versprach ein breites musikalisches Spektrum, das freundlicherweise von zahlreichen Tonkünstler*innen des Verbandes ehrenamtlich gestaltet wurde. Der Erlös des Abends ging an die „Katastrophenhilfe Hochwasser“ des Landes RLP. So durfte sich das zahlreich erschienene Publikum auf eine musikalische Reise von Bach, Glasunow und Dvorák bis hin zu eigenen zeitgenössischen Liedern begeben, in der das breite Spektrum der Tonkünstler*innen und ihrer individuellen Leistungen gezeigt wurde. Zu Anfang präsentierten der Kolumbianer Xavier Antolinez (Violine) und Cécile Peralta (Klavier) Musik des spanischen Komponisten Jesús de Monasterio. Die Serenata Andaluza erklang mit virtuosen Arabesken und ausgewogenem dynamischen Spiel. Glasunows „Méditation“ aus dem Jahr 1891 unterstrich die sanfte und unaufdringliche Spielweise des Duos. Katrin Heller (Querflöte) und Irene Brewi-Grote (Klavier) zeigten mit John Rutters Prelude und Waltz aus seiner Suite Antique feine nuancierte Töne und gelungene Melodiebögen. Ihnen folgte Cordelia Carola Geitler, die drei eigene Kompositionen aus ihrem Soloprogramm „Sternenlied Sonnenstimme“ aufführte. Neben Leben und Von Herz zu Herz zeigte sie in Morgentau mit bildhaften Tonkaskaden und berührenden Tönen ihre eigenen Erfahrungen des menschlichen Seins und, wie sie selbst einfügte, „einen Weg zur Wahrheit“. Einer der Höhepunkte des Konzertes bildete Bachs Präludium und Fuge Es-Dur gespielt von Wolfgang Reimann-Nickweiler. Sein Spiel bestach durch eine klare und vollkommene Transparenz und große innere Ruhe. Man hätte sich noch mehr von ihm gewünscht. Heike Büchler am Saxophon zeigte mit ihrem warmen Ton in Tableaux de Provence, einer programmatischen Suite der französischen Komponistin Paule Maurice, zwischen 1948 und 1955 komponiert, eine berauschende Klanglandschaft. Einfühlsam begleitet wurde dieses Tongemälde von Cécile Peralta am Klavier. Einen weiteren Höhepunkt bildeten die Sopranistin Lilia Grimm-Weimann und ihre Begleitung am Flügel, die Koreanerin Seung-Jo Cha. Schumanns Liederkreis op. 39 von 1840, den er kurz vor seiner Hochzeit mit Clara Wieck beendete, hat einen festen Platz im Lied der Romantik. Widmung und Frühlingsnacht wurden klangschön und mit dem nötigen Temperament vorgetragen. Seung-Jo Cha brillierte mit ihrem intensiven und aufwühlenden Spiel. In Dvoráks Lied an den Mond aus seiner Oper Rusalka zeigte das Duo Verve und Gestaltungskraft. Mit herzlichen Worten beendete die Moderatorin Anne Uerlichs das Konzert. Gelungen.

 

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