Eines jeden Zeit


(nmz) -


Bei Gelegenheit eines früheren Jahreswechsels wurde an dieser Stelle schon einmal darauf hingewiesen, dass die während eines Jahres weltweit produzierte, gespielte, gesendete und auf Tonträgern gespeicherte Musik die tatsächliche kalendarische Dauer eines Jahres um ein Vielhunderttausendfaches übersteigt. Aber Zeit lässt sich nicht speichern, lagern oder teilen. Und gäbe es noch so viel von ihr, sie ist nichts ohne den Raum, das Hier und Jetzt, an dem sie für jeden Einzelnen – hier und da in Gestalt neuer Musik – zur individuellen, erfüllten oder vergeudeten Zeiterfahrung wird.

Ein Artikel von Rainer Nonnenmann

Dem Thema Zeit und Zeiterleben widmet sich auch „Sport & fritid“ (Sport und Freizeit), eine neue „Oper um Leben und Tod“ von Thomas Jennefelt am 11. Dezember an der Königlichen Oper Stockholm, und Wolfgang Rihms „tempus loquendi“ am 20. Januar in der Kölner Philharmonie.

Fortgesetzt wird der Reigen neuer Musiktheaterwerke am 17. Dezember mit dem choreografierten Theaterstück „Hannelore Kohl“ von Johan Kresnik im Theater Bonn, am 20. Dezember mit dem Einakter „Last Desire“, einer neuen Auseinandersetzung mit dem Salomé-Stoff, von Lucia Ronchetti im Forum Neues Musiktheater im Römerkastell Stuttgart-Bad-Cannstatt, und schließlich am 21. Januar 2005 mit „Vipern“. Eine mörderische Begierde in vier Akten nach Motiven von Thomas Middleton und William Rowley“ von Christian Jost an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf.

Gleich zehn Musiktheater-Miniaturen stehen am 29. Januar 2005 auf dem Programm des Festivals „Eclat“ im Theaterhaus Stuttgart. Sie stammen von Carola Bauckholt, Michael Beil, Burkhard Friedrich, Matthias Hermann, Julian Klein, Kay Ivo Novák, Robert HP Platz, Matthias Schneider-Hollek, Stefan Streich und Roderick Vanderstraeten. Ansonsten bringt das Winterfestival der neuen Musik vom 27. Januar bis zum 1. Februar Uraufführungen von Pierluigi Billone, Hanne Darboven, Reinhard Febel, Ivan Fedele, Sven-Ingo Koch, Karin Haussmann, Manuel Hidalgo, Heinz Holliger, Alexander Knaifel, Bernhard Lang, Hector Moro, Boris Müller, Michael Reudenbach, Gianluca Ulivelli.

Weitere Uraufführungen
1.12.: Daniel Smutny, Thomas Heyde, Christian FP Kram, neue Werke, Gewandhaus Leipzig
4.12.: Isabel Mundry, neues Streichquartett, Hannover
9.12.: Paul Hindemith, Klaviermusik mit Orchester (1923), Berliner Philharmonie
15.12.: Dora Cojacaru, Friedrich Keil, Erich Urbanner, neue Werke, Arnold Schönberg Center Wien
31.12.: Anton Plate, Leaving, Hamburgisches Staatsorchester unter Ingo Metzmacher
14.1.: Nikolaus A. Huber, Die Leber des Prometheus, und Benjamin Schweitzer, Drohungen, Museum Wiesbaden
16.1.: Jörg Widmann, 4. Streichquartett, Essener Philharmonie
29.1.: Erkki-Sven Tüür, Symphony No. 5 für Big Band, Symphonieorchester und E-Gitarre, RSO des SWR Stuttgart

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