Ende einer Ära

Musikhaus Tonger in Köln verabschiedet sich von seinen Kunden


(nmz) -
Die Nachricht steht für einen bundesweiten Trend: Nicht nur in Großstädten, insbesondere in Klein- und Mittelstädten schließen immer häufiger Musikfachhäuser, die bisher ihre regionale Klientel mit Noten, Instrumentenzubehör und je nach Schwerpunkt auch mit Instrumenten versorgt haben.
Ein Artikel von nmz

Das Musikgeschäft Tonger musste am 28. Dezember 2018 einen Insolvenzantrag stellen und startete im Februar 2019 als Dank an die Kunden einen Ausverkauf von Noten, Instrumenten, CDs und Zubehör. Mit einem offenen Brief an die Kundschaft verabschiedete man sich wehmütig:

„Nun ist also das Ende des ältesten Musikhauses in Deutschland gekommen! Die Gründe hierfür sind wie immer vielfältig: Angefangen bei eigenen Fehlern, über Musiklehrer, die ihren Schülern empfehlen bei Amazon zu kaufen, bis hin zu billiger und qualitativ schlechter Ware aus Fernost, die den Markt flutet. Das ist für uns Mitarbeiter traurig, aber auch ein schwarzer Tag für die Kulturlandschaft in Köln.“

Bereits 2014 hatte das Musikgeschäft schon einmal Insolvenz angemeldet. Damals wurde ein neuer Geschäftsführer eingesetzt. Doch der Aufschwung blieb aus. Ende 2017 musste das Unternehmen die große Filiale in der Bonner Innenstadt schließen. Jetzt endet auch die Ära des Kölner Traditionshauses. Tonger war seit 1822 eine Institution im Kölner Musikleben und vertrieb in Köln sowie in den Filialen Düsseldorf und Bonn Musikinstrumente, Noten und CDs. Es gab eine eigene Instrumentenwerkstatt. Das Notensortiment gehört zu den drei größten im deutschen Einzelhandel. Zu seinen besten Zeiten beschäftigte das Unternehmen rund 40 Mitarbeiter an den drei Standorten.

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