Finale einer Sanierung

Bundesakademie Trossingen mit neuem Konzertsaal


(nmz) -
Bis vor rund zwei Jahren wuchsen noch Gras und Gänseblümchen, wo sich jetzt ein Oval aus Glas und Beton mit einer neun Meter hohen Decke erhebt: der Proben- und Konzertsaal der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen. Dessen feierliche Einweihung Mitte November 2015 markiert das Finale einer kompletten Sanierung der 1972 eröffneten Akademie.
Ein Artikel von Christoph Schulte im Walde

Fünf Jahre lang waren Bohrer, Bagger und etliche Bauarbeiter (bei laufendem Akademie-Betrieb!) damit beschäftigt, das Haus in jeder Hinsicht zu modernisieren: zeitgemäße Ausstattung der Gästezimmer, Erneuerung der Sanitär- und Heizungstechnik, Neuorganisation von Küche und Speisesaal, effektive Wärme- und Schallisolierung – und zu guter Letzt nun der Neubau des Konzertsaals mit einer Nutzfläche von 360 Quadratmetern. „Heute hier zu stehen, ist für mich sehr bewegend“, sagte Akademie-Direktor René Schuh zu Beginn des Festakts vor Hunderten von Gästen aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Akademie-Kuratorium, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie nicht zuletzt etlichen Musikerinnen und Musikern, die den Konzertsaal als neues Herzstück des Gebäudekomplexes zum ersten Mal mit Klängen füllten – Klänge ganz unterschiedlicher Art: Barockes für Flöte und Cembalo mit Maurice Steger und Gregor Hollmann, Jazziges unter Federführung von Michael Koschorreck (Gitarrist der „Söhne Mannheims“) und die Uraufführung einer Auftragskomposition von Florian Sitzmann (Popakademie Baden-Württemberg). Der Saal erwies sich dabei als akustisch äußerst flexibel, ganz abgesehen von seiner optischen Noblesse.

Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sprach in ihrem Grußwort von einer „neuen“ Akademie, die nun für ihre „Zukunftsaufgaben in einer digitalen, vernetzten und globalisierten Welt“ gut gerüstet sei. Und Elke Ferner, parlamentarische Staatssekretärin in Schwesigs Ministerium, das den Löwenanteil der Baukosten in Höhe von 12 Millionen Euro finanziert hat, stellte fest, das Geld sei „gut angelegt“: „Die Bundesakademie vermittelt nicht nur fachliche und pädagogische Kompetenzen, sondern auch Freude an der Musik.“

Mit 150 Veranstaltungen jährlich und über 200 Gastdozentinnen und -dozenten erreicht die Akademie Menschen aus Musikschulen, Schulen, Vereinen, aus Kirchen, Kindertagesstätten und freier musikpädagogischer Arbeit. Nach wie vor sind Konzept und Standard der Trossinger Einrichtung bundesweit einzigartig.

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