Frisch saniert, pädagogisch versiert

Die Bundesakademie Trossingen wurde generalsaniert und eröffnet neuen Konzertsaal


(nmz) -
Der Eingangsbereich ist lichtdurchflutet und weitläufig. Kleine Sitzgruppen und Sofaecken laden ein zum Gespräch, zur Kleingruppenarbeit oder zum Verweilen inmitten großzügig arrangierter Ausstellungen. Folgt man links der gewölbten Mauer, öffnet sich der neu erbaute ovale Konzertsaal. Die hölzerne Vertäfelung sorgt für Flüsterakustik vom Feinsten, die durch „Engelsflügel“ modifiziert werden kann.
Ein Artikel von Karin Fischer

Der Bau der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen wurde in den letzten fünf Jahren generalsaniert und erweitert. Das neue, moderne und großzügige Ambiente spiegelt den inhaltlichen Anspruch wieder: Die Bundesakademie Trossingen ist ein offenes Haus für alle, die sich musikpädagogisch erfrischen und ihre Fähigkeiten professionalisieren wollen.

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig wird den neu erbauten Konzertsaal am 19. November offiziell eröffnen. Die umfangreiche Sanierung und der Neubau wurden aus Bundes- und Landesmitteln finanziert. René Schuh, Direktor der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung: „Unser Auftrag ist im Kinder- und Jugendplan des Bundes verankert. Daraus leiten sich für unser Team der Anspruch und die Motivation ab, Vorreiter zu sein und immer wieder aufs Neue innovative und effektive musikpädagogische Konzepte für die Praxis zu entwickeln. Unsere Räume sind speziell für den Instrumental- und Vokalunterricht, für Orchester- und Chorarbeit, aber auch für Arbeitstagungen und Konferenzen geplant und ausgestattet. Bei der Sanierung unserer Seminarräume haben wir besonderen Wert auf akustisch differenzierte Raumkonzepte gelegt. Alle sind mit modernster Medientechnik ausgestattet. Hinzu kommt ein zentrales Tonstudio mit Anbindung an den Konzertsaal und sämtliche Probenräume.“

Der neue Proben- und Konzertsaal mit 370 Quadratmetern bietet zusammen mit dem angrenzenden vergrößerten und zentral gelegenen Foyer ideale Bedingungen für Kongresse oder Symposien, denn hier ist ausreichend Platz für Musik, Ausstellungen und Präsentationen im Zentrum des Geschehens. Das Foyer ist der weitläufige Kommunikationsraum im Herzen der Akademie.

Denn wer sich in Trossingen weiterbildet, nimmt nicht nur eine Menge Wissen und Erfahrungen mit, sondern auch wertvolle Kontakte. Der kollegiale Austausch ist von unschätzbarem Wert. „In Trossingen zu lernen, das soll Auszeit und Freiraum zugleich sein“, so Schuh. Der transparente Bau lädt ein zu Begegnung, zum mit- und voneinander Lernen. Die bodentiefen Fensterfronten der Gästezimmer öffnen den Blick auf die weite Landschaft zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.

Die Transparenz der Bundesakademie Trossingen zeigt sich auch im Jahresplan 2016, der gesellschaftliche Trends wie beispielsweise die Verschiebung der Alterspyramide oder die Vielfalt an Kulturen und Nationalitäten aufgreift: fachliche Impulse und praktische Unterstützung für die aktuellen Aufgabenstellungen musikpädagogischer Arbeit. Das Seminar „Intergeneratives Musizieren“ behandelt Fragen, wie Menschen, die mindestens 25 Jahre voneinander trennt, aktiv miteinander musizieren können? Angesichts des demographischen Wandels geht es darum, die Beziehungen zwischen Alt und Jung in neuer Qualität zu gestalten. Wie kann es gelingen, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen in musikalischen Kontakt zu bringen? Welche altersspezifischen Besonderheiten sind dabei zu berücksichtigen?

In einer Gesellschaft, die mehr denn je von und mit einer großen Vielfalt an Kulturen und Nationalitäten lebt, sind all jene besonders gefordert, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Denn Schulen, Musikschulen, Vereine und die zahlreichen außerschulischen Begegnungsorte sind geradezu prädes­tiniert, junge Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, ihren Blick für das Andere und die Anderen zu öffnen. Das Seminar „Interkulturelle Klang- & Rhythmusspiele“ gibt ganz praktische Anleitung, über Klänge, Rhythmen, Tänze und Bewegung den Zugang zu einem transkulturellen Verständnis zu ermöglichen.

Das Seminar „Start up 2016“ bietet die ideale Chance, sich intensiv in sämtlichen tools, die für die Bandarbeit und bei Aufnahmesessions wichtig sind, coachen zu lassen – eine wichtige Facette in der Arbeit mit Jugendlichen in schulischen und sozialpädagogischen Kontexten. Am Puls der Zeit zu sein, bedeutet auch, Medienkompetenz zu vermitteln: Die Spanne reicht von Musiksoftware- und Computerkompetenz über Hörspielproduktion bis hin zu Imagefilm und Videoclip für YouTube – und das in dem idealen Setting der neu sanierten Bundesakademie in kreativ-entspannter Umgebung mit herausragender Studioausstattung und hervorragenden Arbeitsbedingungen.

www.bundesakademie-trossingen.de

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