Gesundheit im Fokus künstlerischer Ausbildung

Anton Bruckner Privatuniversität


(nmz) -
Die hohen Anforderungen an künstlerische Karrieren stellen zunehmend eine Herausforderung für die individuelle Gesundheit dar. Dabei bringt jede Sparte spezifische Belastungen mit sich, die sich in körperlichen und mentalen Beschwerden manifes­tieren und kurzzeitig wie auch chronisch zu aufführungsrelevanten Symptomen führen können. Dieser Aspekt findet an der Bruckneruniversität im Rahmen der künstlerischen Ausbildung mit dem „Studio Angewandte Psychologie“ besondere Berücksichtigung. Hier wird nicht nur ein Augenmerk auf die praktische Prävention gesundheitlicher Beschwerden gelegt, sondern auch theoretisches Grundlagenwissen zum eigenverantwortlichen Umgang vermittelt.

Förderung des individuellen Potenzials

Das Studio ist mit den für alle Studienrichtungen offenen Fächern „Angewandte Psychologie 1 und 2“ sowohl in der Lehre wie auch mit Forschungen im Bereich Psychophysiologie, Biofeedback und Neurofeedback/EEG wissenschaftlich und interdisziplinär tätig. Es hat sich zur Aufgabe gesetzt, theoretisch verfügbares Grundlagenwissen der wissenschaftlich-akademischen Psychologie und verwandter Wissenschaftsdisziplinen auf den angewandten Kontext der „peak performance“ zu übertragen. „Dabei werden den Studierenden Werkzeuge an die Hand gegeben, die sie befähigen, sich selbst im Sinne der Leistungserbringung und der optimalen Ausnutzung des individuellen Potenzials zu regulieren“, erklärt der Leiter des Studios für Angewandte Psychologie, Rainer Holzinger. Unterstützt werden die Studierenden dabei durch den Einsatz apparativer Methoden wie Bio- und Neurofeedback. So lernen die Studierenden, aktiv auf ihre psychischen und körperlichen Prozesse Einfluss zu nehmen und trainieren dieses Verhalten, um es in Belastungssituationen einsetzen zu können. Daneben werden auch „klassische“ Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation, Atemtraining, Visualisierungen und meditative Verfahren vermittelt und eingeübt. Als Forschungseinrichtung wird eng mit anderen universitären Institutionen zusammengearbeitet, etwa mit dem MedCampus der Johannes Kepler Universität in Linz, um die Wirksamkeit und Effizienz von Bio- und Neurofeedback als psychologische und verhaltenstherapeutische Intervention bei unterschiedlichen Fragestellungen zu erforschen.

15. Kongress für Tanzmedizin an der Bruckner­universität

Prävention nimmt an der Bruckneruniversität auch in der Ausbildung von Tänzer*innen einen besonderen Stellenwert ein. „Gerade heute dürfen und sollen Tänzerinnen und Tänzer gut informierte Kunstschaffende sein, die sich nicht erst mit Physiologie und Anatomie beschäftigen, wenn gravierende Verletzungen ein Stoppsignal senden“, so Andreas Starr, Universitätsprofessor für Tanztechnik in Verbindung mit Dance Science am Institute of Dance Arts. Hier wird die Thematik ganzheitlich in die Ausbildung integriert. So wird kontinuierlich an Lösungen für Trainingsplanung und Trainingssteuerung gearbeitet, was von der zentralen Koordination der Trainingseinheiten über einschlägige Vorlesungen zur Förderung von Kompetenzen zu Trainingsprinzipien bis hin zum Design neuer Studienpläne reicht.
Einen interdisziplinären Blick auf die Gesundheitsförderung für und durch Kunstschaffende wirft auch der alle zwei Jahre stattfindende Kongress für Tanzmedizin „ta.med“, der im Frühjahr 2020 an der Bruckneruniversität und damit erstmals in Österreich tagt. In enger Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Musik und Medizin werden aktuelle Erkenntnisse zu medizinischen, physiologischen, trainingswissenschaftlichen oder psychologischen Aspekten im Kontext von Tanz und Musik präsentiert und unter dem diesjährigen Motto „Gesundheit im Tanz und der Musik – Anforderungen und Rollenbilder im Wandel“ diskutiert.

www.bruckneruni.at

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