Humoreskes, Melancholisches, Konzertantes

Neue Noten für Klarinette, kurz charakterisiert und auf ihre Musikschul-Tauglichkeit hin geprüft


(nmz) -
Richard Phillips (geb. 1934): Ballade mélancolique für Klarinette und Klavier. ++ Jacques Delacroix (geb. 1960): Humoresque für Klarinette und Klavier. ++ Jacques Delacroix (geb. 1960): Deutsche Gavotte für Klarinette und Klavier. ++ Johanna Magdalena Beyer (1888–1944): Suite für Bass-Klarinette und Klavier ++ Classical Play-Along, für Klarinette (B) und Klavier. ++ Herbert Callhoff (geb. 1933): Trio Nr. 3 (2008) für Klarinette (B) oder Bass-Klarinette, Schlagzeug (ein Spieler) und Klavier. ++ Uroš Rojko (geb. 1954): Micro-Ostinati for Clarinet and Guitar. ++ Jindrich Feld (1925–2007): Scherzino für Klarinette und Klavier. ++ Gerald Finzi (1901–1956): Clarinet Concerto op. 31 für Klarinette und Streichorchester. ++ Johanna Senfter (1879–1961): Sonate für Klarinette in A und Klavier op. 57, hrsg. von Günter Matthes. ++ Aribert Reimann (geb. 1936): Arietta für Bass-Klarinette Solo.
Ein Artikel von Frank Klüger

Richard Phillips (geb. 1934): Ballade mélancolique für Klarinette und Klavier. Verlag Alphonse Leduc, AL 29806

Eineinhalb Minuten; Tonumfang bis es³; rhythmisch und technisch (Achteltriolen) einfach gehalten. Begleitstimme einfach von Schülern zu bewältigen. Empfehlenswert für den Musikschulbereich, Schwierigkeitsgrad Unterstufe II.

Jacques Delacroix (geb. 1960): Humoresque für Klarinette und Klavier. Verlag Alphonse Leduc, AL 29791

Eine Minute zehn Sekunden; Tonumfang bis a² rhythmisch eigentlich durchweg triolisch und mit punktierten Achteln. Das Grundtempo ist schnell und leger. Sehr gelungene Spielliteratur, der Klavierpart ist gut überschaubar und von Schülern gut zu bewältigen. Für den Musikschulbereich sehr zu empfehlen. Schwierigkeitsgrad Mittelstufe I.

Jacques Delacroix (geb. 1960): Deutsche Gavotte für Klarinette und Klavier. Verlag Alphonse Leduc, AL 29792

Eine Minute; Tonumfang bis g²; Alla- breve-Takt; regelmäßiger Rhythmus in Vierteln und Achteln, verlangt aber eine recht gute Fingertechnik. Schwierigkeitsgrad Vorstufe II/Mittelstufe I; Klavierpart gut überschaubar und einfach. Für Musikschulen empfehlenswert.

Johanna Magdalena Beyer (1888–1944): Suite für Bass-Klarinette und Klavier, hrsg. von Volker Hemken. Verlag Hofmeister, FH 3318

Unbekannte Leipziger Komponistin, die zeitweise auch in den USA lebte und studierte. Die Suite besteht aus Rubato (5/4 Takt) – Lento (3/2 Takt) – Allegretto (12/8 Takt). In den ersten beiden Sätzen überwiegt das melodische Element. Achtelbewegungen in Dreiergruppen; Tonumfang bis e³, sonst überwiegend in der tiefen und Mittellage; Klavierbegleitung gut überschaubar. Musik lässt eine gewisse Schlichtheit und Einfachheit erkennen. Interessante Komposition und Ergänzung der ohnehin etwas spärlichen Literatur für Bass-Klarinette. Sollte auch in der Musikschulausbildung Anwendung finden.

Classical Play-Along, für Klarinette (B) und Klavier, hrsg. von Artem Vassiliev.Verlag Scholl, ED 13164

Bunte Sammlung aus zwölf Stücken der Klassik. Unter anderem Beethoven (Adagio aus der Pathétique, Für Elise, Dritte und Neunte Symphonie), Mozart (Adagio aus dem Klarinettenkonzert, Eine kleine Nachtmusik), Haydn (Trompetenkonzert 2. Satz), Gluck (aus Orpheus und Euridike), Boccherini (Menuett); CD mit Orchesterbegleitung, Demo-Version beziehungsweise eine Version zum Mitspielen liegt bei. Schwierigkeitsgrad Vorstufe II, Mittelstufe I; Tonarten G-, D- und A-Dur; für Musikschule empfohlen.

Herbert Callhoff (geb. 1933): Trio Nr. 3 (2008) für Klarinette (B) oder Bass-Klarinette, Schlagzeug (ein Spieler) und Klavier. Verlag Edition gamma, EGA 133

Schlagzeug: Vibraphon, Xylomarimbaphon, Tamtam, vier Piatti, vier Bongos, große Trommel, vier Tempelblocks. Atonales Werk mit vielen neuen Klangtechniken auf der Klarinette und Bass-Klarinette, hohe technische und rhythmische Anforderungen; Aufführungsdauer circa 15 Minuten. Ein Werk für Freunde der Avantgarde, für professionelle Musiker und Studenten.

Uroš Rojko (geb. 1954): Micro-Ostinati for Clarinet and Guitar. Verlag Neue Musik, NM 851

Slowenischer Komponist, der heute in Deutschland lebt. Eine dreisätzige, sehr interessante Komposition, die an die Interpreten technisch, dynamisch und rhythmisch hohe Anforderungen stellt, ebenso im Zusammenspiel. Eine Komposition, die einen besonderen kammermusikalischen Reiz in dieser Besetzung ausstrahlt. Interessentenkreis: Professionelle Musiker und Studenten.

Jindrich Feld (1925–2007): Scherzino für Klarinette und Klavier. Verlag Alphonse Leduc, AL 23557

Ein kurzes, interessantes und musikantisches Stück, etwas an Bozza angelehnt; Tonumfang bis d³, 6/8-Takt. Technisch gut spielbar, viel Chromatik. Schwierigkeitsgrad Mittelstufe. Für Musikschulbereich sehr empfehlenswert, ebenfalls für „Jugend musiziert“, auch in der Kategorie Duo Klavier/Holzblasinstrument

Gerald Finzi (1901–1956): Clarinet Concerto op. 31 für Klarinette und Streichorchester. Verlag Boosey and Hawkes, HPS956

Ein dreisätziges Werk (Allegro vigoroso – Adagio ma senza rigore – Rondo-Allegro giocoso); Spieldauer 25 Minuten, auch als Klavierauszug erhältlich. Eine gelungene Klarinettenkomposition, die keine neuen Klangtechniken enthält, in der das melodische Element teilweise überwiegt. Die technischen Passagen sind auf der Klarinette gut ausführbar. Tonumfang bis a³, agogisch stellt das Konzert einige Ansprüche, bleibt rhythmisch gut überschaubar. Sehr empfehlenswert auch für den Musikschulbereich und „Jugend musiziert“. Schwierigkeitsgrad Oberstufe. Auch Studenten und professionelle Musiker dürften sich für das Konzert interessieren.

Johanna Senfter (1879–1961): Sonate für Klarinette in A und Klavier op. 57, hrsg. von Günter Matthes. Verlag Edition Schott, KLB 65, ISBN 979-0-001-14952-5

Der Herausgeber schrieb ein interessantes Vorwort zu Komponistin und Werk. Diese Sonate knüpft an die Klarinettenkompositionen von Brahms und Reger an. Dreisätzig (Gemäßigt – Ruhig – Gemächlich). Das melodische Element überwiegt, verlangt viel Agogik, in jedem Satz viele Tempowechsel, rhythmisch unproblematisch, die Solostimme bewegt sich viel im Clarin- und hohen Register, Tonumfang bis g³, Schwierigkeitsgrad Mittelstufe. Im Musikschulbereich und „Jugend musiziert“ gut einsetzbar, auch in der Kategorie Duo Klavier/Holzblasinstrument.

Aribert Reimann (geb. 1936): Arietta für Bass-Klarinette Solo. Verlag Edition Schott, KLB 68, ISMN 979-0-001-15204-4

Die kurze Komposition entstand 2002 und ist im melodischen Charakter gehalten, bewegt sich überwiegend in der extremen hohen Lage bis as³; keine neuen Klangtechniken, trotzdem interessant für Freunde der zeitgenössischen Bass-Klarinetten Sololiteratur.
 

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