Kleine Wunder der Musik ganz groß!

„Mikro. Makro. Musikschule“ auf der Bundesgartenschau in München


(nmz) -

Womit anfangen – bei einer Konzertreihe von insgesamt 30 Stunden Dauer mit rund 700 Stücken und über 800 Mitwirkenden zwischen 6 und 26 Jahren? Mit einer allgemeinen Lobeshymne auf die Vielfalt und Bandbreite des Instrumental- und Vokalangebotes an bayerischen Musikschulen, in deren Refrain der Hinweis auf die hohe Qualität des Unterrichts nicht fehlen dürfte? Mit einigen Bonmots aus der Geschichte der Bundesgartenschau im Juni, in der die Wetterlage eine entscheidende Rolle spielte und so manchen Musiker um sein Instrument zittern ließ?

Ein Artikel von Susanne Lehnfeld

Vielleicht also doch mit den Darbietungen selbst, wobei das Herausgreifen einiger Auftritte die übrigen nicht abwerten soll. Erfreulich vielfältig zeigte sich die Programmauswahl der Gruppen und Ensembles; als gleichbleibend hoch erwies sich das musikalische Niveau der einzelnen Darbietungen. Die Big Bands der Städtischen Musikschule Starnberg und der Musikschule Weißenhorn starteten die Konzertreihe kraftvoll und souverän. Das Landes-Jugendjazzorchester Bayern bewies in gewohnter Weise den erstklassigen Umgang mit Jazz-Literatur, und das Jugendblasorchester der Sing- und Musikschule Ichenhausen präsentierte gekonnt schwungvoll berühmte Musicalhits. Eine tolle Leistung brachten auch die jungen Schüler der Bläserklasse Schönau am Königssee der Musikschule Berchtesgadener Land, die nach nur zweijähriger Instrumentalausbildung bereits über ein stolzes Repertoire verfügten. Viele Informationen zur Bläserklasse gab es von Musikschulleiter Igor Oder, der launig inspiriert den Auftritt seines musikalischen Nachwuchses moderierte.

Die Besucher der Bundesgartenschau erlebten hervorragende Beispiele der bläserischen Ausbildung an bayerischen Musikschulen. Mit von der Partie waren die Bläserensembles der Städtischen Musikschule Vilsbiburg und der Sing- und Musikschule der Stadt Regensburg, die Saxophonensembles der Kreismusikschule Passau, der Sing- und Musikschule der Stadt Freising und der Musikschule Ottobrunn sowie das Schlagzeugensemble der Sing- und Musikschule südlicher Landkreis Fürth und die Band „Saxissimo“ der Städtischen Sing- und Musikschule Mindelheim. Klarinetten-Ensembles stellten die Städtische Musikschule Starnberg und die Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach vor. In den erfrischend vielfältigen Ensemblebesetzungen nahmen sich die Instrumente „Bouzouki“ und „Waldzither“ schon fast exotisch aus; weit entfernt von klassischem Repertoire präsentierte sich dann auch die Gruppe „Adas – Celtic & Spanish Folk“ der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck mit ihren poetisch-fantasievollen Geschichten keltischer Vergangenheit.

Aus der Musikschule Grassau musizierten drei Ensembles: Die „jungen Grassauer Stiftungsbläser“, ein Hornquartett und die „Buxbaam-Musi“ – sie alle zeigten ihre besondere Klasse. Ebenso taten dies die Big Bands der Musikschule Grafing, der Anton-Bruckner-Musikschule Eslarn und der Städtischen Sing- und Musikschule München. Diese gestaltete anlässlich ihres Jubiläumsjahres „175 Jahre Städtische Sing- und Musikschule“ einen weiteren Tag auf der Bundesgartenschau. Mit dabei waren 47 Jungbläser, Querflöten – und Hornensembles und ein Tango-Ensemble, das klanglich und rhythmisch feinabgestimmt den Schlusspunkt setzte.

Dass Musikschulen auch Singschulen sein können, stellten eindrucksvoll die 72 Mitglieder des „Glonner Chorländer & Jugendchores“ der Grafinger Musikschule unter Beweis. Und neben den wunderbar leisen Tönen eines Hackbrettorchesters (Musikschule Gilching) und Blockflötenquartetts (Musikschule Rezat-Mönchswald, Windsbach) gesellten sich in unterhaltsamer Abwechslung Jazz, Pop- und Rockklänge der „Tom Tom Brothers“ aus der Sing- und Musikschule Fürth, der Rockband „Satmo“ der Städtischen Musikschule Rottenburg, der Jazz-Combo der Kreismusikschule Bamberg sowie der beiden Bands „Skakofonix“ und „No Littering“ aus der Musikschule Nürnberg. Die Percussion-Schüler der Camerloher Musikschule Murnau trommelten sich lautstark und mit heißen Samba-Rhythmen in die Herzen der Zuhörer. Ein Experiment der besonderen Art glückte schließlich der Harfenklasse von Silke Aichhorn aus der Musikschule der Stadt Traunstein: Elf Harfen-Schüler präsentierten dem begeisterten Publikum das Himmlischste aller Instrumente und bedeckten die Senkgärten der Bundesgartenschau mit einem musikalisch feingewebten Klangteppich. Die Musikschul-Ensembles – angereist aus ganz Bayern – brachten auf allen Ebenen erfreulich große Spiellaune mit. Sie überzeugten musikalisch auf hohem Niveau und boten ein prallvolles Programm aus der bunten Palette von Klassik, Volksmusik, Jazz, Swing, Rock und Pop. In der Konzertreihe „Mikro. Makro. Musikschule“ haben sich die kleinen Wunder der Musik ganz groß gezeigt. Bleibt festzuhalten, dass der öffentlichkeitswirksame Beitrag der bayerischen Musikschulen auf der Bundesgartenschau in München musikalisch – wie politisch – von großer Bedeutung ist. Gut so.

Tags in diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren: