Knowing in Performing

mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien


(nmz) -
Am 04. April 2018 fand an der mdw das internationale Symposium „Knowing in Performing. Artistic Research as a Distinct Practice and Discourse in the Field of Performing Arts“ statt.
Ein Artikel von Astrid Meixner, Doris Piller

Das eintägige Symposium am Campus der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien präsentierte aktuelle Diskurse und künstlerisch-wissenschaftliche Projekte mit Fokus auf Musik und darstellende Kunst und öffnete den Raum für gemeinsame Diskussionen. Artistic Research hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Thema an Kunstuniversitäten entwickelt. Eine der zentralen Fragen ist, wie durch die künstlerische Praxis Prozesse der Wissensgenerierung unterstützt oder ermöglicht werden. Daraus ist ein dynamisches Feld der Auseinandersetzung mit dem komplexen und vielfältigen Verhältnis von Kunst und Forschung entstanden, das international in einer Reihe von Studien- und Förderprogrammen seinen Ausdruck findet.

Die ExpertInnen waren: Georgina Born, University of Oxford, Martin Kaltenbrunner, University of Art and Design, Linz, Nicolas Donin, IRCAM, Paris, Mieko Kanno, UniArts, Helsinki, Johannes Kretz, Wei-Ya Lin, Thomas Grill, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Jörg Holkenbrink, Center for Performance Studies, University of Bremen, Cathleen Coessens, Orpheus Institute, Ghent, Anton Rey, Zurich University of the Arts/PEEK

Kreative (Miss)verständnisse, Verrottende Klänge
Für die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien präsentierten Johannes Kretz und Wei-Ya Lin sowie Thomas Grill neue sogenannte PEEK-Projekte. Die vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) ausgelobten PEEK-Projekte dienen der Entwicklung und Erschließung der Künste – arts-based research steht dabei im Vordergrund und soll dadurch noch mehr ins Bewusstsein der Forschung rücken. Das Projekt „Kreative (Miss)Verständnisse – Methodologien der Inspiration“ unter der Projektleitung von Johannes Kretz, Leiter des Instituts für Komposition, Elektroakustik und TonmeisterInnen-Ausbildung der mdw, widmet sich der Entwicklung von neuen Umgangsweisen mit Inspiration. „Wir ermutigen zu kreativen (Miss)Verständnissen, die aus der Interaktion von Wissenschaft und künstlerischer Praxis hervorgehen, zwischen Europäischer Kunstmusik und Volksmusik sowie nicht-westlichen Stilen, insbesondere von indigenen Minderheiten in Taiwan“, so der Projektleiter. Eine interdisziplinäre und transkulturelle Methodologie des Schaffens von Musik soll entwickelt und damit eine dialogische, dezentralisierte Wissensproduktion im Rahmen der künstlerischen Interaktion gefördert werden.

„Verrottende Klänge – über den zeitlichen Verfall von digitalem Audio: sich dem Verderben hingeben“ unter der Leitung von Thomas Grill geht Aspekten des Verfalls von digitalen Daten nach und hinterfragt vor dem Hintergrund von digitalen Klängen Ursachen, Mechanismen und Effekten diese Verfallserscheinungen. Damit soll u. a. das Bewusstsein für die Materialität, Fragilität und sozio-ökonomische Kontextualität digitaler Daten erhöht werden und mit dem Mythos, digitale Audio- wie Videodaten seien verlustfrei, aufgeräumt werden. Zentrales Anliegen ist es die in „der künstlerischen Praxis verborgene Freiheitsgrade im Umgang mit der Allgegenwart des Verderbens zu offenbaren“.

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