Kolumne

„Musik braucht eine Politik“


(nmz) -
[...] Musik braucht eine eigene Politik: Diese Erkenntnis ist heute wichtiger, sie umzusetzen allerdings auch schwieriger denn je. [...]
Ein Artikel von Franzpeter Messmer

Prof. Dr. Alexander L. Suder, der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag feierte, entdeckte, „dass auch die Musik eine Politik braucht.“ Für ihn war dies „eine Initialzündung“, wie er sagte, um den Landesverband Bayerischer Tonkünstler als Erster Vorsitzender weiterzuentwickeln und den Bayerischen Musikrat ins Leben zu rufen.
Musik braucht eine eigene Politik: Diese Erkenntnis ist heute wichtiger, sie umzusetzen allerdings auch schwieriger denn je. Kultur ist im 21. Jahrhundert mit Konsum, Lifestyle, Events, der Konzentration auf wenige, durch viel Werbung ins allgemeine Bewusstsein eingeprägte „Marken“, also medienpräsente Solisten, Komponisten, Ensembles und so weiter verbunden. Da haben Bildung und Basisarbeit, Interpreten und Komponisten abseits des großen Stroms einen schweren Stand.
Dennoch kann als Resümee des nun bald endenden Jahres 2012 festgestellt werden, dass der Tonkünstlerverband musikpolitisch an Profil gewonnen hat, und damit auch an Einfluss und Gewicht. Erstmals war die Geschäftsführerin des Tonkünstlerverbandes Bayern, Andrea Fink, zu einer Diskussionsveranstaltung im Bundestag eingeladen. Erstmals gelang es dem Deutschen Tonkünstlerverband mit Hilfe einer Petition ein Gesetzesvorhaben abzuwehren, das private Musikschulen umsatzsteuerpflichtig gemacht hätte. Und erstmals erreichte es der Tonkünstlerverband Bayern, dass die Verbände in Bayern, die sich mit Musikpädagogik befassen, einen runden Tisch gründeten, der dem Ministerium und dem Parlament einen Plan vorlegte, wie die zum Teil unerträgliche Situation von Musikpädagogen verbessert werden könnte, und zwar gleichermaßen von freiberuflichen Musikpädagogen wie von privaten Musikinstituten.
So gesehen war 2012 also ein gutes Jahr. Doch für 2013 bleibt noch sehr viel zu tun. Es ist in Bayern und im Bund ein Wahljahr. Da muss erreicht werden, dass auch die Musik viele Stimmen hat, welche die Wahl mit entscheiden und so ein musikpolitisches Gewicht haben. 

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